Wie du 200.000 Euro mehr Gewinn mit deinen Aktien machen kannst

Ich habe da mal eine Frage: Ich lege mein Geld jetzt seit Jahr und Tag nach den Kriterien des Stuttgarter Aktienclubs an. Auf diese Weise hatte ich im letzten Jahr nur 5 Prozent Rendite – obwohl der DAX um 12 Prozent gestiegen ist, von anderen Indizes jetzt mal gar nicht gesprochen. Manchmal wurmt mich das, aber da ich schon seit 20 Jahren dabei bin, traue ich mich nicht, mein Geld anders anzulegen. Ich weiß nicht so recht, was ich da tun soll.

Jürgen  (53), Berlin

 

Nur fünf Prozent Gewinn zu machen wegen eines Aktien-Clubs, der genau weiß was richtig und was falsch ist – das ist hart. Und es klingt unvernünftig.

Aber letztendlich hat sich ja jeder von uns sein Schicksal selbst ausgesucht. Niemand hat dich ja gezwungen dein Geld nach den „Regeln“ des Stuttgarter Aktienclubs anzulegen. Und in einer Aktiensekte die nur halb so viel bringt wie eine einfache ETF-Strategie ist man ja nicht ohne Grund. Schauen wir also mal, welcher das sein könnte.

 

 

Warum legt jemand sein Geld so an, wie Joachim Brandmaier vom Stuttgarter Aktienclub es ihm sagt? Ich habe einen Vorschlag für dich, um das Phänomen zu erklären: Er hat Angst. Er hat Angst davor, selbst zu denken und selbst zu entscheiden. Selbst zu denken macht den meisten Menschen Angst. Sie lieben es, wenn andere für sie denken, schon gar in Fragen, die sie für kompliziert halten.

Das ist der Grund, warum es da draußen Aktien-Sekten in großer Zahl gibt. Und Mitglieder von Aktien-Sekten. Die Mitglieder trauen sich nicht zu, so etwas kompliziertes wie die Geldanlage in die eigene Hand zu nehmen. Schade. Sie könnten auf diese Weise wie du gleich sehen wirst um mehr als 200.000 Euro reicher werden.

Es gibt eine Vielzahl solcher ‚Aktien-Strategien’. Sie empfehlen Aktien die deutlich weniger einbringen als eine simple ETF-Strategie. Und sie tun das im Brustton der Überzeugung, das sie den Schlüssel zum Börsenerfolg gefunden haben. In der Regel kannst du solche ‚Strategien“ ganz einfach erkennen. Sie sagen zwar, dass sie super sind – vergleichen ihre Performance allerdings nicht mit einem Index. Oft geben sie ihre jährliche Performance nicht einmal an.

Solche Aktienclubs, Aktienbriefe oder Internetseiten mit Aktienempfehlungen finden dennoch begeisterten Anklang. Dividenden-Strategien sind derzeit überall der Renner und das ganz unabhängig von der Frage, ob es einen wissenschaftlichen Beleg für eine Outperformance von Dividendenaktien gibt (es gibt ihn nicht) und ganz unabhängig von der Frage, ob du auch nur bei einem einzigen dieser Dividendenstrategen einen schlüssigen Nachweis für den Erfolg seiner ‚Strategie’ finden kannst. Zum Beispiel ein wiki, das den Index schlägt. Oft geben sie – du ahnst es sicher schon – ihre jährliche Performance nicht einmal an.

 

 

Warum gibt es solche Aktien-Sekten?

 

Warum gibt es all diese Clubs, Internetseiten und Börsenbriefe dann trotzdem? Sie bieten in meinen Augen keine Strategie dafür an, wie du eine besonders gute Rendite erzielen kannst. Ihr Kernprodukt sind also gar nicht die tollen Aktien die sie dir empfehlen.

Ihr Kernprodukt ist in Wirklichkeit eher psychologischer Natur. Sie bieten ihren Anhängern vor allem – Halt und Sicherheit. Genau diesen Halt und diese Sicherheit suchen die Mitglieder von Aktien-Clubs wie den Stuttgartern oder von boerse.de. Der Halt den sie ihnen geben, ermöglicht es ihnen, am Aktienmarkt teilzunehmen – und gleichzeitig ihre Angst in Schach zu halten. Die Angst vor Verlusten zum Beispiel.

 

Es geht um Marketing – nicht um Erfolg

 

Früher trat der Stuttgarter Aktienclub dafür ein, starke Wachstumsaktien zu kaufen. Dann kam das Jahr 2000 und die tollen Wachstumsaktien erwiesen sich als anfällig für starke Kursverluste. Das war dumm für die Anleger, die den Stuttgartern gefolgt waren und nun erleben mussten, dass die Strategie keinesfalls krisenfest war. Seither geht es bei den Stuttgartern mehr um Konsum-Konglomerate und um Dividenden. Und es geht darum, unter gar keinen Umständen starke Wachstumswerte wie APPLE oder AMAZON zu kaufen.

Dummerweise laufen die Konglomerate nun schon seit vielen Jahren ziemlich schlecht. Und AMAZON, FACEBOOK und APPLE eilen jetzt von einem Hoch zum nächsten – weil ihre Umsätze und ihre Gewinne so stark wachsen. Das absurde an diesem Schwenk in der Strategie: Hätten die Stuttgarter es genau umgekehrt gemacht, in den 90ern auf Konglomerate gesetzt und auf starke Dividendentitel und dann nach dem Platzen der Internetblase ab 2002 auf stark wachsende Technologietitel – du wärest jetzt unglaublich reich.

Es ist ganz einfach zu erkennen, wie die Stuttgarter ihre ‚Strategie’ am Markt platzieren: Sie nutzen einen Gedanken aus dem Mainstream und behaupten dann im Brustton der Überzeugung, sie hätten die Lösung für eine risikofreie Anlage gefunden. In den 90ern waren das starke Wachstumswerte die in aller Munde waren. Und später kam dann der Boom der Dividendenstrategien. Sie haben sich da einfach angehängt. So einfach ist es, eine ‚Strategie’ zu basteln. Der Rest ist Marketing.

 

Die Performance

 

Mit Hilfe der Stuttgarter ist es also ganz einfach, stets schlechter zu sein als der Markt. Wie schlecht? Schauen wir mal. Das lässt sich ja herausfinden.

Wie auch boerse.de haben die Stuttgarter ein eigenes Finanzprodukt entwickelt, dass ihre Strategie abbildet. Du musst also nur ins Internet gehen, dort ein Finanzportal aufsuchen und dir die Performance ihres Fonds „Stuttgarter Aktien“ anschauen. Die sieht über die vergangenen Jahre so aus:

 

 

Auf den ersten Blick ist das Ergebnis der „Stuttgarter Aktien“ gar nicht so schlecht. Immerhin haben sie Anlegerinnen und Anlegern in fünf Jahren zu einem Gewinn von 50 Prozent verholfen. Doch obwohl das so ist, sehen manche Anleger die Genialität von Joachim Brandmaier und den „Stuttgarter Aktien“ nicht ein. Sie waren mal Mitglied der Aktien-Sekte – und sind abtrünnig geworden.

Möglicherweise haben sie ja angefangen selber zu denken. Auf Wallstreet-Online findet sich deshalb sogar eine eigene Gruppe der ‚Geschädigten‘ dieser Aktiensekte. Sie heißt „Brandmeier`s MILLIONENGRAB !!!!!!!!“. Brandmeier ist dort nur mit einem „e“ geschrieben.

Der Joachim Brandmaier (mit „a“ geschrieben) und seine Kollegen dürften über solche Kritiker nur milde lächeln. Von wegen „Millionengrab“ – die Fonds des Stuttgarter Aktienclubs, die sie in eine eigenen Vermögensverwaltung ausgelagert haben, sind eine wahre Goldgrube! Für ihn. Und für seine Kollegen. Sie verdienen damit – Millionen.

Worin liegt nun die Kritik an dem Fonds und seiner sagenhaften Entwicklung von immerhin 50 Prozent in fünf Jahren? Um zu verstehen wie gut oder wie schlecht diese Performance ist, müssen wir uns kurz die Entwicklung von wichtigen Indizes anschauen.

 

Nur mal angenommen, du warst in den letzten fünf Jahren nicht in die „Stuttgarter Aktien“ investiert. Du hast dir das Geld für den Börsenbrief der Stuttgarter gespart und hast dein Geld stattdessen in zwei Bücher über den Aktienmarkt angelegt – und dann hast du beschlossen selber zu denken. Du hast also beschlossen, dich bei der Geldanlage deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Erst hast du Gerd Kommer gelesen (Souverän investieren) und dann noch ein Buch von Ken Fisher. Beide haben dir zwar gefallen – aber du wolltest einen eigenen Weg gehen. Den einfachsten aller Wege. Du hast dir einen ETF auf den MDAX gekauft – und einen auf den S&P 500. Und Ruhe war.

Was für ein wunderbares Leben! Kein Nachdenken über Dutzende von ETFs die die Welt nachbilden, kein Nachdenken über Aktien, die den Index schlagen. Und kein Nachdenken über angelblich gute oder schlechte Zeitpunkte für einen Ein- oder Ausstieg. Zwei ETFs plus Buy-and-hold – und fertig ist deine Anlagestrategie!

Schauen wir mal, was passiert wäre, wenn du schon vor fünf Jahren zu diesem Schluss gekommen wärest. Du hättest erstens den MDAX in deinem Depot. Ein ETF auf den MDAX ist in der Zeit so gelaufen:

 

 

Ups. Der hat ja über 80 Prozent gebracht. Wahnsinn! Das ist viel mehr als die „Stuttgarter Aktien“. Na gut. Schauen wir uns in deinem Depot weiter um – und sehen uns die Performance des zweiten ETFs an, den auf den S&P 500:

 

 

Mit dem ETF auf den S&P 500 hast du (in Euro) sagenhafte 113 Prozent verdient. Nun addieren wir die beiden Zahlen:

 

  83,8

113,2

197,0

 

Und jetzt teilen wir das Ergebnis (197,0) durch zwei – dann haben wir die Performance deines Depots für die vergangenen fünf Jahre. Es sind 98,5 Prozent. In fünf sehr, sehr guten Börsenjahren, das muss immer wieder betont werden, wenn wir derzeit so hohe Zahlen bei der Performance von Indizes und von Depots sehen. Das macht 14,7 Prozent pro Jahr, wie mir der CAGR-Rechner (Compound Annual Growth Rate) ausgerechnet hat.

Schauen wir uns das Ergebnis deines Depots und das der Stuttgarter noch einmal nebeneinander an – ich bin gespannt, ob dir da etwas auffällt, etwas was die Anlegerinnen und Anleger die sich auf wallstreet-Online in der Gruppe „Brandmeier`s MILLIONENGRAB !!!!!!!!“(Brandmeyer mit „e“) auch aufgefallen ist und das sie so schrecklich empört hat. Und es ist ein Ergebnis dass ich schon Dutzende wenn nicht hunderte Mal gesehen habe, wenn ich mir die Performance von Aktien-Sekten aller Art angeschaut habe.

Hier kommen die beiden Zahlen:

 

 

Der Unterschied ist krass. Klar. Aber wie in der vergangenen Woche, als wir uns die Performance der „Defensiv Champions“ von boerse.de angeschaut haben, ist unschwer zu erkennen, dass die beiden Zahlen in einer ganz bestimmten Relation stehen.

Die ETF-Strategie hat ungefähr das Doppelte der Stuttgarter gebracht. Wenn du dich also deines Verstandes bedient hast und nicht andere für dich hast denken lassen, dann hast du knapp 100 Prozent mehr Gewinn. Der Grund: Wie auch die Kollegen aus Rosenheim (boerse.de) empfehlen auch die Stuttgarter den Anlegerinnen und Anlegern Aktien, die zu einer gravierenden Underperformace führen.

Natürlich sagen sie denen das nicht. Das wäre ja noch schöner!

Aber anders als der Thomas Müller von boerse.de behaupten die Stuttgarter auch gar nicht erst, dass sie den Index geschlagen haben. So ungeschickt sind sie nicht.

Natürlich hättest du in den letzten 5 Jahren auch eine höhere Performance als die 98,5 Prozent hinbekommen können, die eine einfach ETF-Strategie dir bringt. Grossmutters-sparstrumpf ist in dieser Zeit um 172 Prozent gewachsen (CAGR: 22,3 Prozent). Das erfordert eine Menge Nachdenken über die richtigen Aktien und kostet eine Menge Zeit. Die ETF-Strategie aber erfordert nur ein einmaliges Nachdenken – und kostet dich nur 15 Minuten im Jahr. Für die Bilanz.

 

Andere für sich selber denken zu lassen kann teuer sein. Du hast es gerade gesehen. Schon auf Sicht von fünf Jahren ist das was mit deinem Geld bei den Stuttgartern passiert unangenehm. 10.000 Euro angelegt in die „Stuttgarter Aktien“ haben dir in den letzten fünf Jahren einen Gewinn von 5.300 Euro eingebracht. Angelegt in den S&P 500 und den MDAX aber waren es 9.850 Euro. Angelegt in grossmutters-sparstrumpf sind es sogar 17.300 Euro. Das ist ohne Zweifel eine Menge Geld mehr. Ärgerlich.

Richtig schmerzhaft wird es, wenn du das ganze 20 Jahre lang mitmachst. Richtig schmerzhaft wird es, wenn du für die Rente sparst, damit du im Alter nicht von der Grundsicherung leben musst. Denn der Unterschied in den Prozenten und in den Beträgen wird mit der Zeit größer. Der Zinseszins führt dazu, dass dein Gewinn nach 20 Jahren sehr viel niedriger ausfällt, wenn du einer ‚Aktienstrategie’ in die Fänge geraten bist, die dir eine Underperformance von 50 Prozent empfiehlt.

Ich kenne einen Anleger, dem das passiert ist. Er hat 50.000 Euro so angelegt. Und er macht in der Tat schon seit zwei Jahrzehnten nur die Hälfte des Gewinns einer einfachen Indexanlage. Ja, das ist schmerzhaft.

Die Freiheit, die du dir mit dem eigenen Denken genommen hast und die zur Indexstrategie geführt hat, hat in zwanzig Jahren eine sagenhafte Performance gebracht. Trotz zweier Crashs! Es sind, wenn du den MDAX und den S&P 500 gekauft hast ziemlich genau 10 Prozent im Jahr gewesen. Mit der Indexstrategie hast du in dieser Zeit aus deinen 50.000 Euro ein schönes Polster für deine Altersvorsorge machen können. Es sind:

 

 

Das ist ein Gewinn von 286.000 Euro auf dein Investment. Warst du aber in einer Aktiensekte und hast einem Aktienguru vertraut, der dir mit seiner „überlegenen Aktienstrategie“ nur die Hälfte der Performance bringt, dann sieht dein Ergebnis nach 20 Jahren so aus:

 

 

 

Jetzt hast du nur noch 83.000 Euro Gewinn erzielt. Das sind 200.000 Euro weniger. Das ist der Preis, den du für deine Gefolgschaft entrichten musstest. Das ist vermutlich auch der Preis, den du für deine Gefolgschaft in den nächsten 20 Jahren wirst entrichten müssen – wenn die Aktien, die dein Börsenguru dir empfiehlt auch in den kommenden Jahrzehnten den Markt so stark underperformen wie sie es in den vergangenen Jahren getan haben.

Bei meiner Rechnung habe ich noch nicht einmal berücksichtigt, dass du möglicherweise jedes Jahr 500-1.000 Euro für den Aktienbrief deines Gurus bezahlt hast. Es gibt ‚Aktienbriefe‘, die kosten bis zu 4.000 Euro im Jahr, die Stuttgarter dagegen wollen nur rund 150 Euro von dir. Auch das macht sich ja über einen so langen Zeitraum wie 20 Jahre recht deutlich bemerkbar. Das drückt einen Gewinn von gerade einmal 83.000 Euro ja noch einmal deutlich.

 

Zum Schluss

 

Du siehst: Das Leben als Anhänger eines Aktiengurus hat seine Vorteile. Du hast weniger Angst. Und du musst keine eigenen Entscheidungen treffen. Und es hat gleichzeitig auch einen Preis. Der ist enorm hoch. 200.000 Euro sind kein Pappenstil.

Was wirst du nun tun? Kannst du den Mut aufbringen, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen? Oder möchtest du lieber auch in den nächsten Jahren regelmäßig den hochgestreckten Daumen von Joachim Brandmaier (Brandmaier mit „a“) sehen und die schicke Fliege die er gerne trägt und die tollen Vorträge die er Jahr für Jahr hält, bei denen er den Menschen erklärt, warum es eine gute Idee ist, sein Geld so anzulegen, wie es der Stuttgarter Aktienclub tut?

Du kennst jetzt den Preis für diese Gefolgschaft. Er ist hoch. Für meinen Geschmack zu hoch.

 

 

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20 Kommentare

  1. Anonymer Banker von Blackwater.live

    Hallo zusammen, ich bin durch den Finanzwesir auf diese Seite gestossen und dann noch gleich auf diesen hervorragenden Artikel. Als Ex-Banker kann ich dem geschriebenen nur vollumfänglich zustimmen. Die meisten Menschen haben einfach Angst vor Geldentscheidungen und werden dadurch womöglich zum Stuttgarter Aktienclub getrieben. Aber bevor man zu den Schwaben kommt, landet man bei der Bank. Und da ist es noch schlimmer, weil noch teurer. Selbst wenn man das Menschen vorrechnet, was ich regelmässig mache, wollen sie es oft nicht wahrhaben. „Aber ich vertraue doch meiner Sparkasse, die sind so nett und ich glaube schon die kennen sich aus“. Lachen oder weinen? Letztenendes können gute Seiten wie diese hier zum Wandel beitragen, wenn die Menschen es wollen. Und das wird in Deutschland noch eine Weile dauern, im Schwabenland vielleicht noch länger.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Das hast du ganz wunderbar auf den Punkt gebracht! Ich kenne die Performance von Bankprodukten. Sie sind in der Tat in der Regel mies. Es geht da nur um Vertrauen, deshalb unterschrieben die Kunden. Bei freien Finanzberatern die von den Provisionen auf die Produkt leben ist es ganz ähnlich. Man stößt überall ungefähr auf das gleiche Phänomen: Die Kunden haben höchstens 4-5 Prozent Gewinn, wenn die Indizes 8-10 Prozent steigen.
      Ich glaube wirklich, dass wir das ändern werden, demnächst kommt meine Initiative „The Promise“, bei der jeder mitmachen kann (auch andere Blogs natürlich) und mit dafür sorgen kann, dass sich das alles ändert. Du bist natürlich herzlich eingeladen!
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
      1. Anonymer Banker von Blackwater.live

        Hallo Christian, sehr cool und danke für die Einladung, bin gerne dabei!

        Antworten
        1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

          Super. Das freut mich. Das erste persönliche Treffen für die Initiative ist nach dem Geld-Seminar am 10. November hier in Berlin. Aber es gibt uns ja auch schon virtuell – als losen Verbund von Interessierten, die es leid sind, dass die Banken und Sparkassen sie über den Tisch ziehen. Die Fonds-Experten auch Art von Max Otte und Dirk Müller. Die Aktienclubs.
          Nach dem 10. November werden wir uns auch eine vorläufige Form geben – wie, das entscheidet sich während des Treffens.
          Wir können das Wissen eines „anonymen Bankers“ gut brauchen. Schreib mir einfach ein kurze Mail an post@grossmutters-sparstrumpf.de. Und dann schauen wir mal, ob wir die Welt ein wenig aus dem Angeln heben können. Ich bin da guter Dinge. Aber es steht und fällt mit den Menschen die da mitmachen. Bisher sind schon einige schlaue Köpfe mit dabei – und es werden Tag für Tag mehr.

          Antworten
  2. wolfsmix

    Guten Tag Herr Thiel,

    ein klasse Artikel, eine zutreffende Analyse,mit demselben Ergebnis was ich für mich auch so darstellt: ich würde mir auch nie die Fonds der Stuttgarter und auch nie das BCD von Börse.de in mein Depot reinpacken.
    Aber Ihre Kritik an „Börse aktuell“ geht mir insofern zu weit daß es eine Sekte und/oder eine Art Club sein soll.

    Ich fühle mich nicht als Sekten oder Clubmitglied nur weil ich den Börsenbrief gerne lese und aus ihm die Informationen etc. heraussuche die ich für meinen Investmenterfolg / Vermögenszuwachs benötige.

    Dass die Fonds viel zu teuer sind und eine ziemliche Diskrepanz zwischen der Rendite des Fonds und den Einzeltiteln die darin enthalten sind, das sollte eigentlich jedem erfahrenen Investor ziemlich schnell auffallen.

    So wie es Leser Felix weiter oben auch beschreibt.

    Nicht nur das Depot sollte diversifiziert sein, auch die für den Erfolg passenden und nötigen Research Quellen sollten diverse sein.

    Schöne Grüße aus Backnang b.Stgt 😉
    wolfsmix

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Die Kosten der Fonds sind das eine – die Mischung der Aktien sind das andere. Und die dahinter stehende Moral ist ein dritter Punkt. „Is wir doch egal, wenn meine Anlegerinnen und Anleger über Jahre viel weniger Gewinn machen als möglich wäre wenn sie in den MSCI anlegen oder eine andere ETF-Strategie“ – nein das ist für mich eklen akzeptable Haltung.
      Man muss aber ehrlicherweise dazusagen, dass auch viele Blogs bei dem Spiel mitmischen. Sie versprechen eine tolle Strategie (für die man dann 500 Euro für ein Seminar bezahlen soll) und am Ende kommt bei der „tollen Strategie“ leider nur die Hälfte von einer Indexanlage raus. An der Stelle muss ich sagen: Unverantwortlich.
      Wer merkt, dass er seinen Anlegern nur weniger einbringt als eine ETF-Anlage, der sollte so ehrlich sein und ihnen das sagen. Egal ob er ein Aktienclub ist, ein Blog oder eine gekannte Vermögensverwaltung.
      Schöne Grüße aus Pankow b.Berlin
      Christian

      Antworten
  3. Dribbelkönig

    Ich bin jetzt erst auf diese Seite gestoßen. Mein Mix ist seit Jahren ganz stur S&P500, MDAX und Nasdaq. Ich kaufe zwischen 3000-5000 pro Monat je nachdem wieviel zum anlegen übrig geblieben ist. Jeweils 1/3 oder in den Wert, der die geringste Gewichtung hat.

    Antworten
  4. Martin

    Also wenn jemand, inspiriert durch „Börse Aktuell“ bzw. Brandmaier überhaupt mal dazu motiviert wird, in den Aktienmarkt einzusteigen, wäre es nicht das Schlechteste.
    Aber natürlich geht es – wie Du ja schreibst – viel einfacher. Ich weiss es eigentlich auch schon lange und halte ich trotzdem nicht daran, leider! Rückblickend ein M-Dax-ETF und für Amerika ein Nasdaq-ETF hätte mir viel Freude bereitet.

    Antworten
  5. Felix

    Hallo,
    ich bin auch langjähriger Leser des Stuttgarter Aktienbriefes, der ja aus einem Börsenclub hervorgegangen ist. Von einer Sekte kann da keine Rede sein. Sie sind grundsolide und ehrlich, immerhin. Sie empfehlen auch nicht nur Konsum Konglomerate, sondern der Regel große, internationale Konzerne aus den Bereichen Konsum, Gesundheit, Energie, Technologie (keine Autowerte). Auch Amazon, Disney, Nike, Mastercard, Starbucks und Novo sind dabei, nicht jedoch Apple und Facepunkt. Insofern gibt es eine Schnittmenge.
    Entsprechend ist die Performance solide, nicht überragend wie beim hiesigen Wikifolio, die natürlich mit der Outperformance der FAANG-Aktien steht und fällt und von daher risikoreicher ist.
    Die Stuttgarter haben ein Aktienuniversum von etwa 80 Titeln, sie empfehlen Depots mit 10 Titeln. Ich kann daran nichts schlimmes erkennen und ich lese den Stuttgarter Aktienbrief so wie ich den Blog hier lese zu meiner Information und daraus kristallisieren sich dann meine Anlageentscheidungen. So what?

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke erst einmal für deine Kritik. Da gab es einige Anmerkungen, vor allem auf Facebook in der Community von Markus Koch. Ich habe deshalb heute gleich einen zweiten Text geschrieben udn auch schon online gestellt, in dem ich meine Kritik noch einmal präzisiere und auch einen Chart zum miserablen Abschneiden der „Stuttgarter Aktien“ . Und ich erläutere, wie ich mich von der Vorgehensweise der Stuttgarter und vieler anderer Akteure abgrenzen will.
      Nun bin ich natürlich auch ganz versucht dich nach deine Performance im letzten Jahr zu fragen – die Erfahrungen meines Lesers waren da ja extrem schlecht. Die Performance des Fonds „Stuttgarter Aktien“ ist es auch. „So what?“ ist mir da ein wenig zu leichtfertig.
      Die Outperformance in meinem wiki steht und fällt in meinen Augen nicht mit den FAANG-Aktien. Ich bin da mit einem Umfang von 30 Prozent investiert, wenn ich richtig gerechnet habe. Ich halte das für gut diversifiziert.
      Das besondere an diesem Jahr ist, dass die FAANG-Aktien gut laufen UND viele der eher konventionellen Aktien wie DISNEY, JOHN DEERE, NIKE und LINDT ebenfalls. Das ist der Grund für die außerordentliche Performance von zur Zeit 23 Prozent. Technologielastige Depots/wikis haben derzeit eine Performance die weit vor meiner liegt. Das wäre auch bei mir so, wenn ich auf die Diversifikation verzichten, und ganz auf FAANG-Aktien und vielleicht noch MASTERCARD und WIRECARD setzen würde. Ich halte das, bei aller Freude über die gute Entwicklung der FAANG-Aktien allerdings für sehr riskant. Deshalb steht bei mir als nächstes ein Teilverkauf bei NETFLIX an – und der Kauf eines weiteren konventionellen Titels, vermutlich CVS HEALTH.

      Antworten
      1. Felix

        Nun ja, die Leserfrage mit den 5 % Performance seines Depots mit den DAX zu vergleichen ist ja auch nicht ganz korrekt. Wahrscheinlich haben hat er noch 3 % Dividende bekommen, die im DAX bereits enthalten sind. Dann spielen noch Wechselkursänderungen zum Dollar eine Rolle.
        Und natürlich haben die Stuttgarter einen konservativen Ansatz. Sie orientieren sich sehr stark an Langfristcharts, etablierten Geschäftsmodellen, positiver Umsatz- und Gewinnentwicklung. Zudem halten sie relativ lange an Unternehmen fest, auch wenn sie eine Kursschwäche haben oder vorübergehende Probleme. Sie empfehlen eine ausreichende Differenzierung nach Länder und Branchen. Das ist alles nicht falsch und hilft Einsteigern in der Flut der Informationen über Börse und was damit zusammenhängt. Ein anderer Beobachtungszeitraum ergibt wieder ein anderes Bild gegenüber dem DAX aber keine Outperformance gegenüber den jeweils aktuellen Börsenlieblingen.

        Meine Performance hat mit der des Stuttgarter Aktienbrief wenig zu tun, da ich auch FAANG-lastiger bin. Wie gesagt ich nutze den Stuttgarter Aktienbrief als eine unter vielen Info-quellen. Der Brief erscheint 14tägig, hat 16 Seiten und kostet 6€. Dazu kommen eine geschützte Webseite mit News, eine Hotline usw. Mit Sekte hat das m.E. nichts zu tun.

        Antworten
        1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

          Nein, hat er nicht. Keine Dividenden. Die „Stuttgarter Aktien“ sind thesaurierend. Sie hatten in 2017 in der Tat ein ganz schlechtes Jahr. Und der DAX ausnahmsweise mal ein halbwegs passables.
          Ich vermute, der ganze Aktienbrief ist nur noch dazu da, Kundschaft für die Fonds zu generieren mit ihrem Umfang von 370 Mio. Euro. So haben es mir mehrere Anleger geschrieben, die mit Bettelbriefen regelrecht behelligt wurden. Einer hat mich sogar angerufen nachdem der Text erschienen ist. So ist es aber auch bei den Rosenheimern (boerse.de). Eine Mail nach der anderen, ich soll ihre Finanzprodukte kaufen – und immer mit den verdrehten Zahlen, bei denen es so aussieht, als wenn eine Anlage bei ihnen den S&P 500 schlägt. Ich bekomme jeden zweiten Tag eine und schüttele immer mit dem Kopf.

          Antworten
          1. Felix

            Beim Fonds gebe ich Ihnen absout Recht, der ist ziemlich undurchsichtig. Außer, dass man genau weiß, welche Aktien darin enthalten sind. Ich habe Ihn auch nicht. Insbesondere sind die Gebühren saftig. Ich glaube so um die 2 %. Und das ist für einen reinen Bus and Hold Ansatz leicht verdientes Geld. Auch das wird nicht offen kommuniziert, ebensowenig wie die Performance.
            Ich denke aber nicht, dass die meisten Abonennten den Fonds haben, nur die, die Angst vor Einzelaktien haben. Ich glaube die haben so an die 20.000 Abonennten, was natürlich ein ganz schöner Kundenstamm ist.

            Der SAC (Stuttgarter Aktienclub) war so mein erster Kontakt mit der Börse. Da hätte ich es durchaus schlechter erwischen können. Wird es eine aktualisierte Neuauflage Ihres Buches geben?

          2. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

            Herzlichen Dank für die Frage. Was wird aus meinem Buch! Ich denke derzeit darüber nach, muss auch mal mit dem Verlag reden. Und dann schauen wir mal.

  6. Michael Dierolf

    Wie immer ein sehr guter , seriöser Bericht .
    Danke .
    P.S . Ich erinnere mich noch wie mich der Stuttgarter Aktienclub mit Ihren Briefen damals zugemüllt hat.
    Und zu der Zeit , immer und immer wieder darauf hingewiesen .
    Kaufen Sie Generell Electric .
    Ein Wachstumswert .
    General Electric kaufen Sie immer zum Höchstkurs , weil Wachstumswert .
    Kennt nur eine Richtung , nach oben . . . .
    Tja , schade aber auch . . . .

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ich danke für das Lob. Ja, die haben grosse Probleme, grundlegende Veränderungen in der geschäftlichen Entwicklung von Unternehmen wie GE, NESTLÉ oder PROCTER & GAMBLE überhaupt zu registrieren. Erklären können sie sie nach meinem Eindruck schon gar nicht. Das Problem ist in meinen Augen, welchen Beitrag solche Clubs zur Aktienkultur in Deutschland leisten. Das ist ein Trauerspiel.

      Antworten
  7. Tobias

    Hallo, macht es eigentlich Sinn in einen Wertpapiersparplan zu investieren oder ist die einmalanlage besser? Ich bin seit neustem ein großer Fan deines Blogs und möchte nun mit 30 Jahren endlich ein Vermögen für mich und meine Kinder aufbauen. Vorzugsweise investiere ich in die meiner Ansicht besten Aktien.

    Vielen Dank im Voraus

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Achte bitte auf die Kosten. Sparpläne kosten oft mehr als Einmalanlagen. Du kannst ja ohne Probleme etwa Geld zusammensparen – und dann kaufen. Der besten Eindruck von dem von ich gerade macht hast du in dem wiki „Global Champions“. Wenn du dort nachschaust, dann bist du immer auf dem Laufenden, welche Aktien ich gerade für die besten halte.
      Ich empfehle zum Anfang oft zur Hälfte in ETFs anzulegen. Die sind zuverlässiger in der Performance.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

      Antworten
  8. Joerg

    Sehr schoen, sehr lustig , Christian
    Was ist mit den anderen Sekten? Bitte mehr davon!
    Dein Juenger Joerg

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Hallo Joerg,
      ich schau mir gerade mal ein paar andere ‚Aktienstrategen‘ an – das wird auf die Dauer allerdings etwas frustrierend. Ich muss jetzt erst einmal wieder etwas Positives recherchieren und schreiben – so quasi als Ausgleich. Vielleicht mal wieder was von und mit Gerd Kommer. Oder ein Text von Clemens Borsdorf über ethisches Investieren, das ist schon länger mit ihm abgesprochen. Und dann kommt mal wieder was über Aktiensekten. Die gibt es in Deutschland leider in großer Zahl.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

      Antworten

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