War Apple ein guter Kauf?

Jahresrückblick – Teil zwei

 

Heute im zweiten Teil des Jahresrückblicks will ich die wichtigste Entscheidung für das Jahr 2016 überprüfen – den Kauf von (noch mehr) APPLE-Aktien. Das habe ich vor einem Jahr hier angekündigt. Und  natürlich geht es, wie versprochen, um den Vergleich der besten Aktien, die ich auf grossmutters-sparstrumpf empfohlen habe, mit einer Anlage in ETFs.

Fangen wir mit APPLE an. Ich habe vor einem Jahr mein Engagement in APPLE von 10 auf 20 Prozent erhöht. Die Aktie stand damals bei einem KGV von knapp unter zehn. Bei Gewinnen von 45 Milliarden Dollar im Jahr, war das Unternehmen gerade einmal 450 Milliarden Dollar wert.

 

Apple war sehr günstig

 

Das ist ein extrem niedriges KGV und ich bin davon ausgegangen, dass das nicht so bleiben wird. APPLE würde wieder in Richtung 17 davonziehen, das war meine Annahme. So ist es gekommen.

Der zweite Grund für meine Entscheidung: Ich habe sehr viele starke Wachstumsaktien unter meinen besten Aktien. Das ist gewollt – hat aber auch Nachteile. Aktien mit einem starken Wachstum notieren oft zu einem sehr hohen KGV. Die Aktien von NIKE stand vor einem Jahr bei 30, LINDT sogar bei 40.

Kommt es zu einer Wachstumsschwäche, dann kann so eine Aktie sehr stark abstürzen. So ist es NOVO NORDISK ergangen in 2016, wir haben das letzte Woche im ersten Teil des Jahresrückblicks gesehen. Die Wahl von APPLE als der Aktie für das Jahr 2016 war also auch ein Spiel auf Sicherheit. Ich wollte die Unsicherheit reduzieren, die mit einem Einsatz auf High-Flyer einhergeht und auf diese Weise das Gesamt-KGV meiner besten Aktien senken.

Das hat sich ausgezahlt. APPLE ist eine der drei besten Aktien im Depot von grossmutters-sparstrumpf. Und wird auch in 2017 noch viel Freude machen.

 

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Verkauf Apple – kauf Fitbit

 

Ein Börsen-Experte hat mir vor einem Jahr geraten, mein Geld statt in APPLE doch in FITBIT anzulegen. APPLE, so seine Meinung, sei ohnehin dem Untergang geweiht, FITBIT dagegen die Zukunft. Das war ein ziemlich gefährlicher Rat, wie sich zwischenzeitlich herausgestellt hat.

APPLE steht unterdessen in Sichtweite seines Allzeithochs und hat ein Plus von 11,7 Prozent gebracht. Die Aktie hat sich zudem auch noch mehr als doppelt so gut entwickelt, wie die von GOOGLE/ALPHABET. Keine schlechte Wahl also.

Was ist nun in diesen 12 Monaten aus FITBIT geworden, dem Marktführer im Bereich der Fitness-Tracker? Die Aktie hat sich wider meine Erwartungen in 2016 nicht etwa halbiert – sie hat sich vielmehr gleich zwei Mal halbiert. Ein Minus von 73,4 Prozent. Das ist heftig.

Aus 10.000 Euro angelegt in APPLE sind also im letzten Jahr 11.170 Euro geworden. Bei FITBIT hätte ich jetzt noch 2.660 Euro. Ein Desaster – hätte ich auf den „Börsenexperten“ gehört.

 

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Fitbits Zukunft – sehr ungewiss

 

FITBIT notierte Ende 2015 übrigens gar nicht zu einem sehr hohen KGV. Das Unternehmen hat allerdings im Jahr 2016, wie von mir erwartet, den größten Teil seiner Gewinne einfach verloren. Statt 1,20 Dollar, wie von der Unternehmensleitung versprochen, waren es am Ende tatsächlich nur rund 0,35 Dollar je Aktie.

In 2017 kann sich dieser Trend umkehren. Das ist möglich. Er kann sich allerdings auch fortsetzen! Das macht Aktien wie die von FITBIT so riskant. Im Moment gehen die Pessimisten unter den Analysten davon aus, dass der Gewinn von FITBIT in diesem Jahr von 0,35 Dollar sogar auf 0,01 Dollar sinken wird. Das ist ein Minus von 97 Prozent.

Ob das so kommen wird?

Ich kann es dir nicht sagen. Ich persönlich tendiere allerdings im Fall des Fitness-Tracker-Spezialisten ganz klar zu den Pessimisten. Bekommen die recht, dann kann sich FITBIT auch in diesem Jahr wieder im Kurs halbieren. Wie wahrscheinlich das ist, das wage ich nicht zu beurteilen.

APPLE aber wird in diesem Jahr ein neues Allzeithoch erreichen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt nach meiner Einschätzung bei über 80 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie sich halbiert liegt bei unter einem Prozent.

Deshalb bleibt APPLE weiterhin im Depot. Und FITBIT bleibt draußen.

 

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Ein Ausblick auf 2017

 

Erreicht APPLE in 2017 ein neues Allzeithoch und steht die Aktie bei einem tagesaktuellen KGV von 17 (tagesaktuelle KGVs gibt es bei bloomberg.com oder ycharts.com) werde ich den Anteil von APPLE am Depot deutlich reduzieren.

APPLE pendelt gerne zwischen einem KGV von 10 und 17. Hat sie die 17 erreicht, dann ist vermutlich wieder einmal die 10 dran – und alle Medien werden uns wieder über Monate mit der Geschichte langweilen, dass APPLE nichts mehr einfällt und die Firma sich im Niedergang befindet.

Ach ja, der Börsen-Experte der mir geraten hat, APPLE in FITBIT einzutauschen, wird dann auch wieder alle Anleger vor der Firma aus Cupertino warnen. Mein Rat: Höre nicht auf „Börsenexperten“ – benutze lieber deinen eigenen Verstand.

 

Was macht die Benchmark?

 

Stopp, da war doch noch was!

Richtig, die Benchmark. Ich hatte mir vorgenommen, meine besten Aktien jedes Jahr auch mit einer einfachen ETF-Strategie zu vergleichen. Die besteht zu 50 Prozent aus einer Anlage in einen MDAX-ETF und zu 50 Prozent aus einem ETF auf den S&P 500.

Diese Anlage in nur zwei ETFs ist sehr simpel – aber sie erbringt enorme Erträge. Der amerikanische Index S&P 500 ist einer der wichtigsten der Welt. Wer in ihn investiert, der ist in einem der politisch stabilsten Länder der Welt in die 500 wichtigsten Unternehmen investiert, in Unternehmen  die in hohem Maße auch mit der Weltwirtschaft verflochten sind.

Der MDAX dagegen beherbergt 50 der wichtigsten mittelgroßen Unternehmen in Deutschland. Da er sich regelmäßig besser entwickelt als der DAX, empfehle ich immer eine Anlage in ihn.

 
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Warum empfiehlst du nicht den MSCI Word?

 

Diese Frage kommt oft, zumeist von ausgewiesenen Aktienfans. Und oft wird auch gefragt, warum ich mein Abschneiden nicht mit dem des MSCI World vergleiche. Zunächst einmal will ich dazu sagen, dass die allermeisten Normalmenschen nicht einmal den S&P 500 kennen. Wer mein Buch gelesen hat („Schatz, ich habe den Index geschlagen“; Erscheinungsdatum: 16. Februar), der weiß genau, was der S&P 500 ist. Aber außer einigen Anlageexperten und Aktien-Enthusiasten weiß nahezu niemand, was der MSCI Word ist und schon gar nicht, welche Aktien da eigentlich drin sind.

Zudem: Meine Zusammenstellung der besten Aktien ist ganz ausdrücklich kein Weltportfolio. Ich versuche nicht, die gesamte Welt in einem Aktiendepot nachzubilden und hatte das auch nie vor. Ich versuche, die besten Aktien zu kaufen, einerlei ob sie alle aus Indien  kommen oder an der Börse von Stockholm gelistet sind. Auch aus diesem Grund ist der MCSI für mich auch nicht der Vergleichsmaßstab.

Gibt es Alternativen? Ja, die gibt es. Ich könnte mein Abschneiden mit anderen vergleichen, die auch versuchen, in die besten Aktien der Welt zu investieren. Solche Ansätze gibt es öfter. Warren Buffetts Holding BERKSHIRE HETHAWAY ist ein solcher Ansatz. Buffett kauft nur die Unternehmen, die er für die besten hält. Die meisten von ihnen sind aus dem S&P 500.

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Die Defensiv-Champions von boerse.de sind ein anderer Ansatz. Die Kollegen dort wählen aus einer 100er Liste der besten Aktien die zehn aus, die ihnen am meisten Erfolg zu versprechen scheinen. Meine besten Aktien schneiden besser ab als die Defensiv-Champions und besser als BERKSHIRE HETHAWAY. Aber das ist für mich nicht entscheidend.

Für mich ist entscheidend, ob die besten Aktien besser oder schlechter abschneiden, als eine einfach ETF-Anlage. Das ist für mich die Benchmark, eine ganz einfache noch dazu. Und deshalb werden wir uns das jetzt mal genauer anschauen.

 

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Das Konzept der Benchmark

 

Den meisten Privatanlegern gelingt es nicht, den Index zu schlagen. Deshalb müssen sie das Jahr mit deutlich weniger Geld abschließen, als eine einfache ETF-Strategie ihnen eingebracht hätte. Oft ist es nur halb so viel, wie Studien belegen. Halb so viel!

Klingt absurd? Ja – das ist in der Tat absurd. Wer bitte würde bei einer Anlage in deutsche Staatsanleihen freiwillig auf die Hälfte seiner Zinsen verzichten? Nein, das macht niemand. Bei Aktien aber macht das die Mehrheit der Anleger. Warum?

Weil sie sich lieber der Illusion hingeben, in diesem Jahr aber ganz bestimmt besser zu sein als der Index. Oder sie schauen erst gar nicht hin, ob sie den Index schlagen – oder der Index sie.

 

Wie hoch liegt die Benchmark?

 

Die Benchmark liegt deutlich höher als der DAX. Der MDAX entwickelt sich auf lange Sicht deutlich besser als der DAX. Der zweite ETF, der auf den S&P 500, enthält zudem viele der dynamischsten Unternehmen der Welt wie NETFLIX, AMAZON, FACEBOOK, AMAZON und APPLE. Außerdem ist kein Index der Welt vom Börsengewicht her größer als dieser. Der S&P 500 hat einen Börsenwert von annähernd 20 Billionen Dollar. Die gesamte deutsche Börse bringt es auf knapp 2 Billionen, der DAX.

Vergleichen wir doch mal den DAX in den letzten beiden Jahren mit dieser einfachen ETF-Anlage (Benchmark):

 

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Erstaunlich – oder? In 2015 hast du mit dieser Anlageform den Index um Längen geschlagen. In 2016 war es nicht viel anders. Auch hier bringt die Anlage in den MDAX und den S&P 500 deutlich mehr Gewinn.

Wie stehen nun die besten Aktien verglichen mit der Benchmark da?

Rechnen wir nach: Bei den besten Aktien sind aus 10.000 Euro, angelegt am 2. Januar 2015 unterdessen 14.770 Euro geworden. Das hatten wir in der letzten Woche, im ersten Teil des Jahresrückblicks schon ausgerechnet.

Eine ETF-Anlage kommt zu folgendem Ergebnis: Ende 2015: 11.800 Euro. Ende 2016 sind es dann schon 13.147 Euro.

 

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Das ist ohne Zweifel ein sehr starkes Ergebnis – die besten Aktien stehen nach dem schwachen Jahr 2016 zwar immer noch deutlich besser da, trotzdem ist die Benchmark mir ziemlich nahe auf die Pelle gerückt.

Ich lege mein Geld weiterhin in den besten Aktien an. Sollte die Benchmark mich allerdings auch in 2017 übertreffen und mir so noch näher rücken, dann steht Ende 2017 die Frage im Raum, ob ich zumindest einen Teil des Depots in ETFs umschichte.

Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte, die des nächsten Jahresrückblicks – für 2017.

 

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14 Kommentare

  1. Andreas Maier

    Hallo Christian,
    ich hab mir mal die Trades von Deinem Wikifolo ‚Global Champions‘ angesehen.
    Da wurden in den Zwei Monaten Dezember/16 und Januar/17 die Appel Aktien folgendermaßen gehandelt.
    100 St. Verkauf – 90 St. Kauf – 70 St. Verkauf
    Du hattest bestimmt gute Gründe für diese Trades.

    Nur, wie passt das mit Deiner Strategie ‚die besten Aktien halten‘ zusammen?
    (Hab ich aus Deinem wirklich gelungen Hörbuch…)

    Viele Grüße aus München
    Andreas

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Hallo Andreas,
      der Verkauf des Gesamtbestandes von APPLE war keine Absicht. Ich wollte lediglich einige wenige Verkaufen (um mir eine andere leisten zu können) – und dann hat mich ein seltsamer Programmierfehler von wikifolio erwischt. Wenn man als erstes die Zahl der zu verkaufenden Aktien eingibt und danach auf Verkaufen klickt – dann verkauft wikifolio einfach den gesamten Bestand. Nur wenn man es umgekehrt macht, dann gibt es keine Probleme. Wir haben das neulich bei einem wikofolio-Stammtisch diskutiert. Das war einigen schon passiert. Mir leider auch.
      Bei einigen Aktien (wie etwa LINDT) habe ich mich etwas über den Zeitpunkt meines Kaufes geärgert und habe sie verkauft – und erst wieder gekauft, als sie einen Boden gefunden hatte. Darauf achte ich mittlerweile schon ganz gerne. Trotz Buy-and-hold.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

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  2. Bernd

    Hallo Christian, ich bin absoluter Neuling auf dem Börsenparkett. Als Berufstätiger im Gesundheitswesen habe ich aber auch auf Novo Nordisk gesetzt, muss aber seit Sommer 2016 einen unangenehmen Wertverlust feststellen.
    Hast du ein aufbauendes Statement für mich?
    Grüße
    Bernd

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Hallo Bernd,
      ich bin – wie du – in NOVO NORDISK investiert. Auch bei mir hat die Kursdelle des Konzerns mein Depot deutlich nach unten gedrückt. So etwas ärgert auch mich – aber ich kenne das jetzt schon. Ich habe das schon oft erlebt. AMAZON ist im ersten Jahr als ich sie hatte überhaupt nicht gestiegen – sondern gefallen. Heute ist die Aktie einer meiner besten Werte. Ähnlich war es mit NIKE, mit DISNEY und mit LINDT.
      Was lernen wir daraus?
      Es ist unrealistisch, nur Aktien zu besitzen, die gerade steigen. Besitzt du richtig gute Aktien, dann kannst du dir allerdings ziemlich sicher sein, dass sie am Ende wieder hoch kommen. Bislang habe ich noch keine meine „besten Aktien“ zurückstufen müssen. Auch NOVO bleibt bei mir im Depot. Und ich warte auf bessere Zeiten. Die werden kommen.
      Bis dahin freue ich mich über die Aktien, die gerade steigen. APPLE zum Beispiel. Gestern gab es bei APPLE schon wieder ein Allzeithoch – bei 142 Dollar. Oder ich freue mich über EVENTIM, die zum ersten Mal seit einem Jahr endlich im Plus steht.
      Wie sieht es bei dir aus? Welches sind die Erfolgsaktien in deinem Depot?
      Magst du das sagen?
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
  3. Chris | Der Weg meiner Freiheit

    Danke für den Bericht! Ich habe meine Apple Bestände nicht verkauft, dafür letzten Sommer aber leider Fitbit (minus 40% zum Einstiegskurs). Irgendwo stand dahinter die Idee mit Wearables „the next big thing“ nach dem Abklingen des Smartphone-Hypes ausmachen zu wollen. Jedenfalls kommt selbst Apple mit der hochpreisigen Apple Watch nicht voran und der Markt wird vom unteren Preissegment von Xiaomi und anderen Anbietern aufgerollt. Fitbit hatte 2016 auch nur leicht verbesserte Versionen bestehender Geräte herausgebracht und wenig Innovation geliefert.

    Es scheint generell sich die Erkenntnis bzw. Deutung durchgesetzt zu haben, dass Wearables für Gesundheitsbelange Sinn machen, für alle anderen Anwendungszwecke eher weniger. Meine Einschätzung ist, dass die Hardware Devices weniger wichtig sind als die Apps und das Ökosystem dahinter. Dazu passt auch, dass Fitbit jetzt einen eigenen App-Store launchen will: http://www.forbes.com/sites/parmyolson/2017/01/09/fitbit-planning-app-store-smartwatch/#4cbe07457167

    Ich habe meine Einschätzung zu meinem bisher gurkigen Investment in Fitbit hier länger ausgeführt: https://derwegmeinerfreiheit.wordpress.com/2016/11/07/das-fitbit-fiasko-zumindest-vorlaeufig/

    Fazit: das pessimistisches Szenario 1 lautet, dass sich der Wearables Markt selbst kannibalisiert durch Niedrigpreise und Billiganbieter. Pessimistisches Szenario 2: Wearables erweisen sich als Eintagsfliege wie Google Glasses und Leute wollen dann doch lieber entweder gar nichts oder eine Swatch / Rolex am Handgelenk tragen.
    Das Optimistische Szenario: Fitbit schafft es langfristig seinen First-Mover-Advantage auszubauen und hochpreisige Gesundheitsdienstleistungen anzubieten. Für 2017 sehe ich selbst aber schwarz in Sachen Fitbit, da wird voraussichtlich nichts passieren.

    Deswegen auch der Warnhinweis: Fitbit ist eine hochriskante Wette auf künftige Entwicklungen und nur weil der Kurs der Aktie niedrig erscheint heisst es nicht, dass er noch niedriger sinken könnte.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke Chris,
      ich habe zu Wearables schon einiges geschrieben (http://grossmutters-sparstrumpf.de/wer-macht-die-gewinne-mit-smartphones-und-smartwatches/) – und noch viel mehr gelesen. Es ist eben wie immer: APPLE spielt nicht bei den Stückzahlen die erste Geige, sondern bei den Gewinnen. Sie haben 80 Prozent der Gewinne bei Wearables gemacht zuletzt. Sie ersticken FITBIT regelrecht. XIAOMI macht keinen Gewinne – das ist deren Geschäftmodell. GARMIN hält sich wacker – di eAktie hat in 2016 gut zugelegt.
      In einigen Tagen werden wir neue Zahlen von APPLE sehen. Sie sind aus dem Stand die Nummer eins bei drahtlosen Kopfhörern geworden – unglaublich. Die waren erst ab dem 15. Dezember überhaupt lieferbar.
      Auch FITBITS Zahlen werden bald vorliegen. Dann geht es mit der Aktie vermutlich steil bergab – oder steil bergauf. Beides ist möglich. Deshalb hat FITBIT nichts in grossmutters-sparstrumpf verloren. Die Aktie ist derzeit absolut unkalkulierbar. Leider.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

      Antworten
  4. Sascha

    Mal zu Apple… Seitdem ich die Biografie von Steve Jobs gelesen habe, muss ich leider an der langfristigen Ausnahmesituation von Apple zweifeln! Das Unternehmen und der Innovationsgeist hing so stark an ihm… Das hatte mich tatsächlich erschrocken. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man ohne ihn nicht dieses eine Prozent an Genialität in die Produkte einhauchen kann. Aber vlt. irre ich mich und alles wird gut… Ich drücke dir die Daumen! 🙂

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke. Ich glaube APPLE hat es gar nicht nötig, dass wir uns Sorgen machen. Das Wachstumspotential für Produkte aus deren Hause ist noch riesig groß. Und niemand erfüllt den Wunsch der Menschen nach Produkten, mit denen sie sich wohl fühlen so gut wie sie.
      Ich habe die Biografie „Becoming Steve Jobs“ gelesen. Das war für mich eine sehr spannende Erkenntnis. Aber nicht, weil ich Steve so genial fand. Ich fand ihn eher schwierig im Umgang. Spannend war allerdings, wie all diese Produkte die wir heute kennen, entstanden sind. Das iPhone war eine Idee der iPod-Besitzer. Sie wollten EIN Gerät und nicht einen iPod und ein handy. Und Steve wollte kein Handy bauen – lange Zeit wollte er das nicht. Das iPad war eine Idee, die ja schon in dem Science-Fition-Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum vorkommt.
      Das geniale war zum einen das Timing für diese Produkte. Das stimmte ab 1998, in Steves zweiter Phase bei APPLE perfekt. Produkte müssen reifen. Aus heutiger Sicht ist das erste iPhone extrem rückständig. Es kam aber zu genau dem richtigen Zeitpunkt. Jetzt war die Technik so weit, dass man sagen konnte: Das Produkt ist zwar nicht perfekt – aber es ist gut genug für den Markt.
      Der zweite Bereich, in dem dem die „Erfindungen“ aus Cupertino glänzten, war die Nutzerfreundlichkeit- oder im weitesten Sinne „das Design“. Bei APPLe hat das Design-Team die größte Macht. Es steuert alles: Die Ausstattung der Läden, das Aussehen der Produkte, das Aussehen der Programme. Und die Ingenieure stehen in der zweiten Reihe.
      Der Mann, der APPLEs Design zu dem gemacht hat, was wir heute kennen, war nicht Steve Jobs – es war und ist vielmehr Jonny Ive. Jonny Ive ist der mächtigste Mann in Cupertino. So lange er dort an Bord bleibt, brauchen wir uns um APPLE keine Sorgen zu machen, denke ich.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
  5. Bradd

    Guter Beitrag.
    Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist die Benchmark-Argumentation.
    Weshalb ist ein sehr speziell konstruierter Benchmark (halb lokale, deutsche mittlere Werte und halb S&P 500) sinnvoller als der MSCI World TRN? Speziell wenn zwar nicht Stockholm, aber Kopenhagen (Novo Nordisk) im Portfolio vertreten ist.

    Beste Grüße
    Karsten

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ich kenne sehr viele, die die Strategie MDAX + S&P 500 anwenden. Auch mir ist sie gleich aufgefallen, als ich mich mit der Entwicklung von Indizes beschäftigt habe. Sie ist die am nächsten liegende. Und sie ist die, die ich selber auch wählen würde. Deshalb ist sie mein Vergleichsmaßstab. Funktioniert eine ETF-Strategie besser, dann ist es besser, so anzulegen.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

      Antworten
  6. Felix

    Wie immer ein super Beitrag. Ich habe die meisten der besten Aktien auch im Depot.
    Novo Nordisk, Amazon und (Visa).

    Dem entsprechend habe ich auch die letzten Jahre relativ gut abgeschnitten.

    Facebook und Apple fehlen mir allerdings noch, jedoch habe ich eine entsprechend große Position auf den nasdaq 100 als ETF, ein Index den du Mmn. in deine Benchmark aufnehmen könntest, wie ich finde.

    Er ist viel relevanter als der MDax und passt auch eher zu den besten Akten.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Du hast natürlich völlig recht, die NASDAQ ist sehr wichtig. Es gibt eine zweite Variante für ein ETF-Depot, die ich auch gerne empfehle, die besteht aus einem Drittel MDAX, einem Drittel S&P 500 und einem Drittel NASDAQ (bzw. TEX-DAX).
      Ist aber auch eine Einstellungsfrage. Nicht jeder möchte so stark in US-Aktien investiert sein. Ich persönlich lebe gut mit dem großen Gewicht der amerikanischen Aktien. Sollte der Dollar einem wieder schwächer werden, muss ich das allerdings überdenken – dann ist es besser, stärker in Aktien aus dem Euro-Raum investiert zu sein. Dann kaufe ich sicher mehr LINDT und mehr NOVO NORDISK. Und vielleicht doch noch UNITED INTERNET, die ich immer auf der Watchlist habe.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
      1. Hoffi

        Die Unternehmen aus dem Nasdaq 100 sind doch im S&P 500 enthalten, ist also nur eine Übergewichtung. Ob das sinnvoll ist? Ein ETF auf den S&P 500 und ein wenig Tagesgeld, wäre die bessere Mischung! 🙂

        Antworten
        1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

          Die wirklich großen Unternehmen sind in der Tat im NASDAQ und im S&P 500. Deshalb führt ein NASDAQ-ETF wie du sagst zu einer Übergewichtung der Tech-Werte. Das hätte in den letzten Jahren allerdings zu einer deutlich besseren Performance beigetragen, als eine Kombination aus MDAX-ETF und S&P 500-ETF.
          Ist also wieder eine Einstellungsfrage. Ich würde mich mit so einer Übergewichtung wohl fühlen – andere vielleicht nicht. Tech-Werte machen ja einen erheblichen Anteil aus an meinem Depot mit den besten Aktien.
          Schöne Grüße aus Berlin
          Christian

          Antworten

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