Die beiden wichtigsten Zahlen bei Facebook

Zuckerberg.Foto

 

Quartalszahlen können ganz schön verwirrend sein – schon gar, wenn es – wie bei FACEBOOK – so unglaublich viele verschiedene Zahlen gibt. FACEBOOK veröffentlicht monatliche Nutzerzahlen (Monthly Active User – MAU), Zahlen über die täglichen Nutzer (Daily Active User – DAU) und die täglichen mobile Nutzer.

Sie erfassen zudem das user engagement das in Minuten gemessen wird und das seit Jahren schon steigt. Und dazu kommen noch eine Menge an Umsatzzahlen für verschiedene Regionen (Average Revenue per User – ARPU).

Ach ja – der Gewinn, den gibt es auch noch.

 

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Ich will dir heute die beiden wichtigsten Zahlen von FACBOOK erläutern und zeigen, was sie für das Unternehmen und seine Entwicklung und für die Aktie von FACEBOOK bedeuten.

Die erste Zahl, das ist das weltweite Wachstum der Einnahmen aus Online-Werbung (Average Revenue per User – ARPU). Diese Zahl ist im letzten Quartal von 3,73 Dollar je Nutzer (Q4 2015) auf 4,83 Dollar gestiegen.

In Prozenten ausgedrückt ist das ein Plus von 29,5 Prozent.

Ist das gut? Oder ist das für FACEBOOKS Verhältnisse ein schlechter Wert?

Die Antwort mag dich überraschen. Sie lautet: Das ist gut – aber nicht überragend. Zuletzt, im 3. Quartal 2016, hat FACEBOOK auf ein Plus von 35 Prozent erreicht. Das ist deutlich mehr als im letzten Quartal. Hinzu kommt: Vier Quartale lang hatte diese wichtige Zahl über der Schwelle von 30 Prozent gelegen. Nun liegt sie leicht darunter.

Sie ist trotzdem astronomisch hoch, vor allem, wenn es auch in den nächsten Jahren dabei bleibt. Wir werden uns das gleich noch mal im Detail anschauen.

 

USA & Canada

 

Die zweite Zahl die ich immer aufmerksam beobachte, bezieht sich auf die Einnahmen pro Nutzer in Nordamerika, der Region also, in der FACEBOOK am weitesten fortgeschritten ist mit seiner Marktdurchdringung. Diese Einnahmen sind ebenfalls deutlich gestiegen, von 13,70 Dollar auf 19,81 Dollar (year over year).

Ist das gut? Oder ist das für FACEBOOKS Verhältnisse ein schlechter Wert? Du kennst diese Frage jetzt schon. Und auch die Antwort ist ganz ähnlich: Das ist ein Zuwachs von 44,6 Prozent.

 

DiagrammFACEBOOK 6.11.16

Wachstum der Einnahmen von FACEBOOK (year over year) in Prozent. Zahlen: FACEBOOK; Rechnung durch den Autor

 

Und trotzdem, wie in der Grafik gut zu sehen ist, war auch dieser Wert zuletzt deutlich höher. In den letzten vier Quartalen lag diese Zahl in der Regel über oder knapp unter der 50-Prozent-Marke.

Ich bin weit entfernt davon, die Ergebnisse von FACEBOOK schlecht zu reden. Ich kenne kein Unternehmen dieser Größe, das es mit Zuwächsen in dieser Größenordnung zu tun hat. Aber da beide Zahlen leicht gesunken sind, ist es für mich gut verständlich, dass die Anleger auf die Quartalszahlen von FACEBOOK nicht euphorisch reagierten. Sondern eher verhalten. Immerhin ist es ja nicht unwahrscheinlich, dass sie noch weiter sinken.

 

Die Konsequenzen des Wachstums

 

Die Folgen dieses unglaublich starken Wachstums im Bereich der Online-Werbung will ich dir jetzt mal kurz vorrechnen. Wenn ein Unternehmen mit einer Geschwindigkeit von 30 Prozent beim Umsatz wächst, dann verdoppelt er sich in weniger als drei Jahren.

In drei Jahren, im Winterquartal 2019, kann FACEBOOK, bei gleichbleibendem Wachstum, weltweit also bereits 10 Dollar je Nutzer an Umsatz machen. Da FACEBOOK bis dahin 2 Milliarden Nutzer haben wird, reden wir über einen Betrag von 20 Milliarden Dollar. In vier Quartalen ergibt sich somit ein Umsatz von 80 Milliarden Dollar.

Wie hoch wird der Gewinn dann sein?

Schwer zu sagen. Beim derzeitigen Stand der Profitabilität könnte FACEBOOK 20-30 Milliarden Dollar für den laufenden Betrieb und die Investitionen brauchen. Der Rest, stolze 50-60 Milliarden aber bleiben übrig. Als Gewinn. FACEBOOK kann also in den kommenden drei Jahren in die Liga aufschließen, in der bislang einzig APPLE mit seinen gigantischen Gewinnen spielt. Der 50-Milliarden-Dollar-Liga.

Nur zum Vergleich: MICROSOFT kam im Jahr 2016 auf 17 Milliarden Dollar Gewinn, GOOGLE auf 19,5 Milliarden.

 

Fazit

 

FACEBOOK ist dabei, das profitabelste Medien-Unternehmen der Welt zu werden, ein globales Netzwerk mit Milliarden von Mitgliedern und Millionen von Anzeigenkunden. Mit Gewinnen von 50 Milliarden und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 kann FACEBOOK 850 Milliarden Dollar wert sein. Das ist beinahe der gleich Wert, der sich für APPLE zu dieser Zeit ergibt.

Derzeit ist die Firma von Mark Zuckerberg „nur“ 380 Milliarden Dollar wert. In gerade einmal drei Jahren, können es also gut und gerne 122 Prozent mehr sein. Stellt sich die Frage: Kann irgendetwas dazwischen kommen?

Natürlich. Das ist bei Wachstumsunternehmen immer möglich. Da FACEBOOK in völlig unbekanntes Terrain vorstößt, ist der Ausgang des Unternehmens umso ungewisser. Das Umsatzwachstum bei der Online-Werbung könnte ganz plötzlich zu einem Halt kommen. Ich halte das zwar für unwahrscheinlich – es ist aber möglich.

Ich halte es für deutlich wahrscheinlicher, dass das enorme Umsatzwachstum bei FACEBOOK sich auch in drei Jahren weiter fortsetzen wird, deutlich abgeschwächt allerdings. FACEBOOKs Umsatz würde dann in Richtung 100 Milliarden davonziehen. Und sein Wert die 1.000 Milliarden überschreitet. Eine (europäische) Billion. In amerikanischer Rechnung ist das sogar eine Trillion. FACEBOOK wäre das erste Unternehmen im Club der Trillionäre.

Was kann noch passieren?

Regierungen in Europa oder den USA könnten auf die Idee kommen, FACEBOOK zu zerschlagen – weil sie ein Monopol aufgebaut haben. Sie könnten auch Gesetze erlassen, die die Einnahmen und den Umfang von Online-Werbung von FACEBOOK beschränken. Sie könnten auch streng gegen Fake-News vorgehen und das Unternehmen zwingen, mit hohem Personaleinsatz und entsprechenden Kosten gegen solche Falschmeldungen einzuschreiten.

 

Mark-Zuckerberg

Regulierungen

 

Wer an dieser Stelle an Donald Trump denkt, der liegt vermutlich falsch. Donald Trump hat seine Wahl sicherlich auch dem engagierten Einsatz von Vladimir Putin und dem russischen Geheimdienst zu verdanken. Er verdankt sie aber vor allem dem ausgeklügelten FACEBOOK-Wahlkampf, den sein Team seit September 2016 geführt hat. Auf Fakten wurde dabei wenig Rücksicht genommen. Dafür umso mehr auf die emotionale Befindlichkeit des Adressaten. Für eine Wiederwahl in vier Jahren braucht Donald Trump das Unternehmen. Und Regulierungen oder gar ein offensives Vorgehen gegen Fake-News braucht er ganz und gar nicht.

 

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