Die Dirk-Müller-Verschwörung

Neulich hat der Blogger-Kollege Nico (von Finanzglück) einen wahren Freudentanz aufgeführt. Er war so (finanz)-glücklich. Aber warum nur? Weil es seit Neuestem viele ETFs von Vanguard an der Frankfurter Börse zu kaufen gibt.

Ich habe mich zunächst ein wenig gewundert. Warum ist es so wichtig, ob ein ETF 0,3 oder 0,07 Prozent Gebühren kostet? Wie du vielleicht weißt, denke ich, dass ETFs für die meisten Anleger die beste Wahl sind. Sie machen so deutlich mehr Gewinn, als mit dem Kauf von Aktien. Aber ich selber investiere ja nur in Einzelaktien – und deshalb fehlt es mir bei ETFs natürlich ein wenig an praktischer Erfahrung.

Kurz darauf stellte ein Mitglied der Facebook-Gruppe „Kleine Börsenzeitung“ eine Frage zu ETFs. Sie überlegte, ob sie mehr in den S&P 500 oder in den MSCI World anlegen soll. Zwischen beiden ETFs gibt es große Überschneidungen, da amerikanische Aktien nun mal einen erheblichen Anteil an der weltweiten Marktkapitalisierung haben.

Du kannst das in dieser Grafik gut sehen:

Auch in dieser Diskussion ging es schnell um die Frage, welche Kosten die ETFs nach sich ziehen.

 

MSCI World oder S&P 500?

 

MSCI World oder S&P 500? Ich bin für den S&P 500. Hat vielleicht auch mit einer Abneigung gegen MSCI zu tun. Das ist mir persönlich zu abstrakt. Wer oder was bitte ist MSCI? Immer wieder mahnen mich Anleger hier auf grossmutters-sparstrumpf, ich solle mich nicht mit dem DAX als dem Index vergleichen. Der MSCI World sei besser geeignet.

Mir leuchtet das nicht ein. Ganze 99,99 Prozent der Deutschen haben noch nie von MSCI gehört und wissen nicht, was der MSCI World ist. Den DAX aber kennen nun mal sehr viele. Und er ist für sie – der Index. Daran hat ja auch der Dirk Müller seinen Anteil.

Ich persönlich würde immer den S&P 500 kaufen. Bei Vanguard natürlich – da wo es billig ist. So ein ETF hat Kosten von sage und schreibe 0,07 Prozent pro Jahr. Rekord! Zugegeben – auch bei BlackRock ist es ebenso günstig. Auch da gibt es den ETF auf den S&P 500 für 0,07 Prozent Verwaltungsgebühr.

Ganz anders dagegen ist die Lage bei einem ETF auf den MSCI-World. Der enthält zwar zum großen Teil auch amerikanische Aktien – aber die Kosten sind gleich viel höher. 0,5 Prozent.

0,07 Prozent zu bezahlen oder 0,5 Prozent – das ist ein Unterschied. Er klingt gleichwohl klein. Die paar Zehntel! Stellt sich die Frage: Wie wirken sich „die paar Zehntel“ über längere Zeiträume auf dein Geld aus?

Vielleicht wunderst du dich jetzt, warum dieser Text „Die Dirk-Müller-Verschwörung“ heißt und nun stets und nur von den Kosten von ETFs die Rede ist. Dirk Müller kommt noch. Versprochen.

 

Rechnen war mein Lieblingsfach

 

Vielleicht weißt du ja schon, wie gerne ich reche. Rechnen beziehungsweise Mathe war lange Zeit mein Lieblingsfach in der Schule. Also habe ich dem Gruppenmitglied versprochen, den Unterschied mal auszurechnen.

Eines vorweg: Das Ergebnis hat mich umgehauen!

Ich habe für meine Rechnung einfach mal angenommen, dass du 10.000 Euro für deine Rente gespart hast, die du jetzt anlegen willst. Da du noch jung bist, hast du dreißig Jahre Zeit. Und dann habe ich angenommen, dass der Aktienmarkt in den nächsten 30 Jahren wieder das einbringt, was er in den letzten 30 Jahren (und in den letzten 100 Jahren) hatte: Rund 10 Prozent pro Jahr.

Das gilt natürlich nur für die USA. Deutschland hat zwei Staatsbankrotte hinter sich gebracht und zwei Weltkriege angezettelt (oder mit angezettelt). Und natürlich auch noch verloren. Hier ist es nicht möglich, einen Index über 100 Jahre zu verfolgen.

Mit dem Taschenrechner ist es jetzt ganz einfach, die Summe herauszubekommen, die du in 30 Jahren haben wirst. Natürlich kann das auch deutlich mehr werden. Weil die Märkte besser laufen. Oder deutlich weniger. Weil sie schlechter laufen.

Wenn du in einen ETF anlegst, der eine Kostenquote von 0,5 Prozent hat, dann stehst du am Ende mit 153.200 Euro da. Und weil das Ergebnis wichtig ist, kommt es hier gleich noch einmal – in groß:

 

 

Der ETF mit der niedrigeren Kostenquote (0,07 Prozent) dagegen steht bei 171.200 Euro. Puh – ist das aber viel mehr. 18.000 Euro.

Ich bin davon ausgegangen, dass beide ETFs ansonsten die gleiche Rendite gebracht haben. Das ist natürlich nicht garantiert. Ein MSCI World kann besser oder schlechter laufen als der S&P 500. Das wissen wir heute aber noch nicht. Was wir aber wissen ist, dass der ETF auf den MSCI World deutlich teurer ist.

Warum ist das so? Weil sich MSCI für die Lizenz bezahlten lässt, die der Anbieter von ihnen erwirbt, um den Namen verwenden zu dürfen! Ist das aber ein teures Vergnügen!

Um die Kosten seiner ETFs weiter senken zu können hat Vanguard sogar angefangen, statt von MSCI Lizenzen von der Financial Times Stock Exchange (FTSE) zu erwerben. Die sind billiger.

 

 

Und Dirk Müller?

 

Was hat das alles nun mit Dirk Müller zu tun?, wirst du dich vielleicht immer noch etwas ungeduldig fragen. Das ist ganz einfach. Weil ich gerade dabei war, die Kosten verschiedener Produkte zu vergleichen, wollte ich auch einen Blick auf die Fonds von Dirk Müller und Max Otte werfen.

Die beiden begnügen sich bei ihrer Arbeit natürlich nicht mit 0,07 Prozent Gebühren im Jahr (wie Vanguard und BlackRock) und auch nicht mit 0,5 Prozent (wie MSCI). Sie wollen mehr – von deinem Geld.

Hättest du dein Geld Dirk Müller und seinen Premium Aktien anvertraut, dann müsstest du mit einer TER (total expense ratio) von 1,71 Prozent leben. Nun ist es zwar fast ausgeschlossen, dass dieser Fonds jemals so gut abschneidet wie ein super billiger ETF von Vanguard auf den S&P 500.

Aber nur mal angenommen, dem Dirk Müller gelänge das doch? Wie viel hättest du bei einer Anlage von 10.000 Euro und Kosten von 1,71 Prozent nach 30 Jahren? Die Kosten fressen dir einen sehr großen Teil deiner Anlage auf – es sind jetzt nur noch 109.000 Euro.

Und Max Otte?

 

Aber es gibt ja nicht nur Dirk Müller und sein Unvermögen, dein Geld zu vermehren. Auch Max Otte ist ja beim Einsammeln von Geldern in Fonds und anschließenden Erheben von Verwaltungsgebühren mit von der Partie. Bei Max Otte und seinem Vermögensbildungsfonds sieht es noch schlimmer aus. Noch höhere Kosten – noch weniger Return. Jetzt hast du nach dreißig Jahren sogar nur noch 104.300 Euro.

Du siehst, Max Otte ist ein echter Vermögensbilder. Fragt sich nur, ob sich das Vermögen auf deinem Konto bildet oder auf seinem.

 

Die Max-Otte-Verschwörung

 

Leider war das jetzt eine sehr unrealistische Rechnung. Weder Dirk Müller noch Max Otte haben in der Vergangenheit mit ihren Fonds jemals so viel erzielt, wie ein low cost index fund von Vanguard auf den S&P 500. Aber auch die reale Zahlen der beiden habe ich mal für dich ausgerechnet. Und so bin ich zunächst einmal der Max-Otte-Verschwörung auf die Schliche gekommen.

Max Otte hat mit seinem Vermögensbildungsfonds in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt 5,58 Prozent Rendite erzielt. Legst du bei ihm an – und bleibt er so gut bzw. schlecht, dann hast du nach 30 Jahren – 51.000 Euro.

 

Das ist gruselig. Du erinnerst dich sicher noch an die 171.200 Euro, die du mit dem Vanguard-ETF haben konntest. Das sind locker 120.000 Euro mehr für deine Rente!

Aber es geht noch viel schlechter. Und damit sind wir endlich bei der lange versprochenen Dirk-Müller-Verschwörung angekommen.

 

Dirk Müllers Premium Aktien

 

Die Dirk-Müller-Verschwörung

 

Bei Dirk Müller sieht es nämlich noch schlechter aus. Über die letzten drei Jahre kommt er auf ein Minus von rund 2 Prozent im Jahr. Puh. Sein Fond ist über 66,8 Mio. Euro schwer. Die Verwaltungsgebühren (1,6 Prozent) machen im Jahr den Betrag von etwas über 1 Mio. Euro aus. Diese Gebühren wird in jedem Fall fällig, auch wenn der Fonds gar keinen Gewinn macht.

Den Anlegern bleibt nach 30 Jahren von 10.000 Euro – wenn Dirk Müller weiterhin so gut beziehungsweise so schlecht bleibt wie derzeit – 5.450 Euro.

 

Eine Million Euro im Jahr Verwaltungsgebühr. Für Geldvernichtung. Das ist die Dirk-Müller-Verschwörung.

 

Die Verschwörung der Finanzjongleure

 

Aber letztendlich sind das alles kleine Fische, verglichen mit dem, was eine ganze Branche an Vermögensverwaltern und das Private Banking der Banken ihren Kunden bietet. Neulich rief mich so ein – ehemaliger – Kunde eines Vermögensverwalters an.

 

Er ist jetzt ein Leser von grossmutters-sparstrumpf. Er hatte über Jahre zugeschaut, wie die Märkte um mehr als 10 Prozent zulegten – und sein Familien-Vermögen nur um die Hälfte. Gut 5 Prozent. Etwa so viel wie bei Max Otte.

 

Ein Familienvermögen kann schnell mal siebenstellig ausfallen. Bei einer Anlage von 1.000.000 Euro sehen die Zahlen dann schon ganz anders aus. Der Vanguard-ETF bringt, dank seiner niedrigen Kosten in dreißig Jahren 17,12 Mio. Euro.

Das klappt natürlich nur, wenn du deine Rücklagen 30 Jahre lang nicht anrührst (und bei welchem Familienvermögen ist das schon der Fall; da findet sich immer ein Enkel, der gerade Geld braucht). Natürlich müssen auch in diesem Fall die Märkte in den nächsten 30 Jahren den gleichen return bringen wie in den letzten 30 Jahren, damit dieses Ergebnis herauskommt. Klar.

 

Was machen die Finanzjongleure aus deinem Geld?

 

Bei einer Anlage über das Private Banking eines Finanzinstituts oder bei einem Vermögensverwalter, der das Geld seiner Kunden in teure Fonds schaufelt oder in den Vermögensbildungsfonds von Max Otte, werden aus deinem Geld aber nur 5,1 Mio. Euro.

Und die restlichen 12 Millionen Euro? Wo sind die hin? Sie sind in den Taschen der Finanzjongleure geblieben!

Wie gut, dass es Vanguard gibt, habe ich an der Stelle ausgerufen. Und nun verstehe ich erst richtig, warum Blogger-Kollege Nico seinen Freudentanz aufgeführt hat.

 

 

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http://finanzglueck.de/vanguard-etfs/

 

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Schlagen ETFs wirklich Hedgefonds? Was hat Warren Buffett damit zu tun?

 

 

 

 

15 Kommentare

  1. Jan Pischel

    Hallo Christian,

    vorweg: Ich persönlich teile zugegebenermaßen die Sorge einiger anderer Kommentare, dass in diesem Artikel vielleicht nicht alle relevanten Szenarien berücksichtigt wurden 😉 Aber ich würde gemanagte Fonds aus moralischen Gründen dennoch NIE kaufen (da verliere ich noch lieber selbst mein Geld auf ehrliche Weise an der Börse) und Du präsentierst hier ohne Zweifel wieder mal ein sehr anschauliches Rechenbeispiel. Nur zu Dirk Müller hätte ich da noch eine Frage:

    Wie kommst Du denn auf die 5.450,-€? Ist bei den -2% Performance im Dreijahresmittel das TER von 1.71% schon mit einberechnet? Dann ist die Performance der im Fonds enthaltenen Positionen ja wenigstens nicht ganz so schlecht wie es auf den ersten Blick wirkt („nur“ -0.29%). Oder kommt das TER da sogar noch oben drauf? Dann wären es sogar nur 3.329,-€, die am Ende blieben. Aaaaah!

    Außerdem ist die Inflation noch nicht berücksichtigt: Das von Dirk Müller verschonte Geld dürfte in 30 Jahren nocheinmal deutlich weniger wert sein als die entsprechende Summe im Jahre 2018. Nimmt man eine mittlere Inflation von 2% an, so entspricht die Kaufkraft von 5.450,-€ im Jahre 2048 einer heutigen Summe von 3.009,-€, die Kaufkraft der oben erwähnten hypothetischen 3.329,-€ sogar nur 1.838,-€. Der Wert des Geldes wäre somit auf weniger als ein Drittel bzw. sogar weniger als ein Fünftel eingeschrumpft. Die Inflation betrifft natürlich auch alle anderen Formen der Geldanlage, aber die Dirk-Müller-Verschwörung ist so noch verstörender!

    Viele Grüße
    Jan

    PS: Mir hat Mathe auch immer Spaß gemacht 😉

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Hallo Jan,
      wer mit inflationsbereinigten Werten arbeitet der hat noch viel krassere Unterscheide, als in meinem Beispiel. Und bei dem von mir gewählten Zeitraum (30 Jahre) ist das auch wirklich sinnvoll. Es macht die Rechnung aber noch mal schwieriger.
      Der zweiten Frage werde ich mal nachgehen. So weit ich es verstehe, sind die Kosten eines Fonds im Kursverlauf bereits enthalten.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

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  2. Derbou

    Nur die Rendite von einem kurzen Zeitraum anzusehen und das dann hoch zu rechnen finde ich sehr unprofessionell. Auch müssen andere Faktoren eines aktiv gemanagten Fond berücksichtigt werden, wie sharp ratio, max drawdown,… . Wenn man nur die maximale Rendite vor Augen hat, dann sollte man in etwas risikoreicheres gehen als in den S&P500.
    In Bullenmärkten, in denen jeder euphorisch seine Gewinne feiert braucht man keine Fondsmanager. Aber wenn der S&P500 mal wieder zwischen 40 und 60 % korrigiert, dann wird es interessant, denn dann sind aktive Fonds oft deutlich besser abgesichert.
    Und Wenn man jetzt, als nicht Profi, bei einer historisch extrem hohen Bewertung des S&P500 einen ETF kauft und der Markt korrigiert dann um 50 %, muss man auch erst mal den Mut und die Geduld aufbringen den ETF über viele Jahre zu halten, bis man seine Anfangsinvestition wieder drin hat. Gerade für Menschen die keine große Risikobereitschaft besitzen, ist ein aktiv gemanagter Fond einem reinen S&P500 ETF vorzuziehen. Stellt man sich aber selbst ein ETF weltportfolio zusammen, das man dann regelmäßig rebalanced, das eben bei einem Crash auch nicht so stark einbricht, aber wahrscheinlich mehr als Fonds von Otte und Müller, dann kann man ETFs nur empfehlen. Nur leider kann der durchschnitts Deutsche sowas nicht. Alles in allem finde ich den Artikel undurchdacht und nur auf die aktuelle Marktsituation bezogen gefährlich.

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  3. Marc
  4. Achim Maier

    Ich würde auch gerne in Vanguard ETFs investieren, aber bei meinem Broketr Comdirect werden nur 23 ETFs von Vanguard angeboten, die alle erst sehr kurz am Markt sind und extrem hohe volatilität aufweisen. Keines der Produkte zeigt die von dir hier angegebenen konstanten Performance-Werte über einen längeren Zeitraum.
    Ich selbst habe zum Beispiel dieses Jahr den „Vanguard S&P 500 Idx ETF (CD-H)“ gekauft und nach ca. 4 Monaten nun eine Performance von 4,04 % eingefahren. Und warum muss es ein ETF in CAD sein? Leider wurde nur dieser bei der Comdirect angeboten… inzwischen gibt es einen in USD.
    Wo kaufst du denn deine ETFs?

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ich selber investiere nur in Einzelaktien – ich habe mich aber festgelegt, dass ich das nur so lange mache, wie ich den Index schlage.
      Gelingt mir das drei Jahre in Folge nicht, dann wird das Geld in ETFs umgeschichtet.
      Ein ETF auf den S&P 500 konnte in diesem Jahr keine großen Gewinne machen – der Dollar ist ja laufend schwächer geworden gegenüber dem Euro (13,9 Prozent insgesamt). Das hat die Performance gedrückt. Um 13,9 Prozent. Klar. kann auch wieder ganz anders kommen und der Dollar wird stärker.

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  5. Günter

    Hallo Christian,
    sehr interessanter Beitrag, aber ich glaube, Du hast da aber vermutlich nicht allzu tief recherchiert, was die TERs der einzelnen ETFs angeht. Ich kann da nur http://www.justetf.com empfehlen. VanGuard und iShares sind demnach noch nicht einmal die günstigsten Anbieter eines S&P500 ETFs; es gibt tatsächlich auch zwei ETFs mit nur 0.05% TER. VanGuard ist wahrscheinlich trotzdem die bessere Wahl. Was MSCI World ETFs anbetrifft, so definieren 0.5% TER dort wirklich den obersten Anschlag; ich selbst habe in einen ETF mit nur 0.15% TER investiert. Und der schüttet aus, was mögliche Scherereien mit dem Finanzamt vermeidet. Das ist nach TER und Tracking Error leider ein Aspekt, der oft vernachlässigt wird. Ich überblicke jetzt aber nicht, wie weit die sog. Steuerhäßlichkeit jetzt in 2018 noch relevant ist.

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  6. aktien-boersen

    Das ist ein toller Artikel!
    Danke

    Antworten
  7. Nico

    Moin Christian,

    dieses Jahr hatte mir Vanguard mein schönstes Weihnachtsgeschenk gemacht. Die Jungs werden einen großen Unterschied bei den Kosten machen. Von daher ist es wirklich wünschenswert, dass jetzt möglichst viele Anleger dort ihr Geld investieren damit die anderen Anbieter nachziehen.

    Normalerweise bin ich übrigens ziemlich relaxed was die ETF-Kosten angeht, sprich ich optimiere nicht die letzten 10 oder 20 Basispunkte der Gebühr. Auch wenn bei einer Rechnung über Dekaden hier nennenswerte Beträge zusammenkommen so ist es doch im Großen und Ganzen ein zu vernachlässigender Punkt. Andere Faktoren wie Diversifikation, die generelle Entwicklung der Märkte – und vor allem erst mal anfange – sind entscheidender. Der große Unterschied findet zwischen aktiv vs passiv statt, nicht bei der Produktauswahl.

    VG, Nico

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  8. Thomas

    Hallo Christian, schöner Artikel und schöne Zahlen. Aber warum hast Du bei dem MSCI World ETF den teuersten und beim S&P ETF einen der günstigeren? Es gibt den MSCI auch für 0,15% und den S&P für 0,20%. (und ja, ich weiß es kommt nur auf die Trackingdifferenz an).
    Gibt es hier eigentlich Blogleser, die auf aktive Fonds setzen?

    Antworten
    1. Stefan Herges

      Ja, die gibt es anscheinend.
      Ich habe mir im Oktober 2017 – inspiriert von einem Artikel in der F.A.S – den FPM (Frankfurt Performance Management) zugelegt. Diese kleine Frankfurter Fondsgesellschaft hat lt. F.A.S
      als einzige Gesellschaft in Deutschland seit 2011 ein Mandat, den norwegischen Staatsfonds
      mit einem Vermögen von mehr als einer Billion Dollar , zu beraten.
      Der von mir ausgewählte FPM Funds- Stockpicker Germany Small/Mid Cap (LU0207947044)
      des Fondsmanagers Raik Hoffmann (vorher Analyst und Fondsmanager bei der DWS)
      entwickelt sich derzeit ansprechend.

      Antworten
      1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

        Ich gebe Posts für Fonds nur ungerne frei – aber in dem Fall habe ich mal eine Ausnahmen gemacht. Dieser Fonds hat tatsächlich seinen Vergleichsindex über viele Jahre geschlagen (ich habe es für die letzten 5 Jahre überprüft). Bleibt nur das Risiko, dass er Fondsmanager wechselt, der so gut ist. Und das Risiko, dass der Manager der so gut ist von einem auf das andere Jahr sehr schlecht wird. Hat es schon oft gegeben. Manche sind über 10 oder 15 Jahre erstklassig – aber dann ist vorbei. Das schwierige bei Fonds ist, dauerhaft besser zu sein als der Index. Das schafft fast niemand.

        Antworten
  9. Garnix

    „Und die restlichen 12 Millionen Euro? Wo sind die hin? Sie sind in den Taschen der Finanzjongleure geblieben!“

    Die Aussage erweckt den Eindruck, als würde und könnte sich Dirk Müller an seiner Underperformance bereichern. Das ist natürlich mitnichten der Fall. Außer du willst darauf hinaus, dass er in Zeiten, in denen er underperformed überhaupt keine Gebühren nehmen sollte. Das wäre natürlich eine feine Sache: der aktive Fondsmanager bekommt anteilig nur etwas von einer Überperformance im Vergleich zum passenden Index. Dann müsste er aber in schlechten Zeiten die Fixgebühren der Depotverwaltung, Personalkosten usw. alleine tragen. Unwahrscheinlich dass es dann noch Fondsmanager gäbe.

    Übrigens: dass aktives Fondsmanagement in einer Hausse den jeweiligen Index schlägt ist unter anderem wegen der Gebühren ja eher unwahrscheinlich. Es gibt aber Stimmen, die in einer Baisse einen Mehrwert des aktiven Managements sehen. Dirk Müller hat seine Underperformance unter anderem dem Umstand zu verdanken, dass er seine Positionen anfangs mit Puts gehedged hat. Das kostet Geld und Performance. Wäre der Markt runtergegangen, hätte er deutlich besser dagestanden.

    Um Misstverständnisse zu vermeiden: ich selber werde in diesem Leben vermutlich keinen aktiven Fonds mehr kaufen. Sollte man als passiver Anleger den Wunsch verspüren, sich nach unten abzusichern, finde ich übrigens inverse ETFs ziemlich spannend.

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ich in in der Tat der Meinung, dass sich Dirk Müller an seiner schlechten Performance bereichert. Mit „Finanzjongleuren“ sind allerdings auch alle anderen gemeint. Die Bank die die Fonds ausgibt (Warburg im Fall von Müller), die Vermittler die die Provisionen bekommen und die Verkäufer von Finanzprodukten bei den Banken, die sich gerne Berater nennen.
      Sie alle kassieren in der ein oder anderen Form. Die letzteren durch ihr horrendes Gehalt (für das sie nichts leisten, jedenfalls nichts, was ihren Kunden zugute käme).
      Ich sehe schon die Gewerkschaften um diese Jobs bangen, wenn sich immer mehr Anleger auf Direktbanken verlegen und sich ihre Anlageempfehlungen bei Finanzseiten im Netz oder in Büchern wie denen von Gerd Kommer abholen.
      Die Finanzbranche hat prächtig an ihren Kunden verdient. Die Kunden aber nicht an ihren Anlagen.

      Antworten
  10. Daniel

    Hey Christian, super Beitrag, bei dem ich echt schmunzeln musste. Sehr Informativ.
    Besonders die Summen, die ich nach meiner Investition bekomme, ist echt plakativ.

    Antworten

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