Challenge: Wann sollte die alte Dame ihre Apple-Aktien verkaufen?

Alte Damen sollten eine Aktie wie APPLE vielleicht gar nicht im Depot haben. Aber mal angenommen, du kennst eine alte Dame, die sich vor Jahren zu einem Preis von 80 Dollar Aktien von APPLE gekauft hat – aus purem Eigensinn.

APPLE macht zudem auch noch 33 Prozent ihres Depots aus. Du siehst, die alte Dame ist ganz schön eigensinnig! Aber sie hat ja Glück gehabt. Sie steht mit ihrem Investment in APPLE mit 100 Prozent im Plus. Die Aktien ihres Mannes haben hingegen satte 80 Prozent an Wert verloren!

Nun will die alte Dame die Hälfte der Aktien verkaufen – und das kurz vor Weihnachten, einer Zeit, in der die APPLE-Aktie üblicherweise gut steigt. Das neue iPhone X verkauft sich sensationell gut. Möglicherweise kann APPLE mehr als 90 Milliarden Dollar Umsatz in diesem Quartal erzielen. Ein neuer Rekord beim Gewinn würde sich dabei sicherlich auch ergeben. 

All diese Zahlen werden zwar erst Ende Januar oder Anfang Februar bekannt. Erst dann legt APPLE seine Quartalszahlen vor. Aber da APPLE so gut beobachtet wird, wie kaum ein anderes Unternehmen der Welt, sind die Anhaltspunkte zum Absatz von APPLE im Weihnachtsquartal schon auf dem Markt. Und diese Zahlen sind sehr gut.

Wann sollten wir der alten Dame also raten, die Hälfte Ihrer Anteile zu verkaufen?

 

 

Ich tendiere zu folgender Lösung: Noch steigt die APPLE-Aktie. Sie notiert oberhalb der 50er-Linie (rot) und auch oberhalb der 20er (grün). So lange der Kurs oberhalb dieser beiden kurzfristigen Durchschnitte steht, behält die alte Dame ihre Aktien – es kann ja durchaus noch bis 200 so weiter gehen.

Sobald der Kurs aber die 50er unterschreitet, wird eine Hälfte der Aktien verkauft. 

Andere Meinungen?

 

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7 Kommentare

  1. MM

    Oma hin oder her: Die von Dir beschrieben Strategie mit dem Unterschreiten der 50er-Linie hätte schon mehrmals nicht viel gebracht, weil das Unterschreiten nur angetäuscht war (ich weiß, daß ich das nur im Rückblick so erkennen kann).

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  2. Colibri

    Wenn sie wegen eines kurzfristigen Bedarfs wirklich das gesamte Depot liquidieren muss,
    dann sollte sie sofort alles verkaufen und nicht aus charttechnischen Gründen auf steigende Kurse spekulieren. In dieser Situation genügt es meines Erachtens auch nicht, das große Klumpenrisiko (33 % Apple) durch ein kleineres Klumpenrisiko (16,5 % Apple) zu ersetzten.

    Vielleicht ist die Dame aber doch nicht auf den Gegenwert des gesamten Depots angewiesen , um ihren kurzfristigen Bedarf zu decken. Dann würde ich ihr raten, möglichst viele Apple-Aktien zu behalten und stattdessen Teilverkäufe bei weniger aussichtsreichen oder teureren Aktien vorzunehmen. Sofern dabei steuerpflichtige Kursgewinne realisiert werden, wäre auch daran zu denken, in gleicher Höhe die Verluste im Depot ihres Mannes zu realisieren, um die Steuerlast zu senken.

    Ich bin ein Freund des Coffee-Can-Portfolio-Ansatzes von Robert Kirby,
    der Gewinner-Aktien laufen lässt, auch wenn dadurch Klumpenrisiken entstehen.

    Viele Grüße

    Colibri

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke für den Tip. Zum Glück hat die alte Dame mit den Gewinnen keine steuerlichen Probleme. Sie wird den ganzen Gewinn durch den Verlustvortrag der schlecht gelaufenen Aktien ohne Steuern zu bezahlen realisieren können.
      Um mal zu meinem Depot zu kommen (bzw. dem von Grossmutters-sparstrumpf): Hätte ich auf Kirby gehört, stände es noch deutlich besser. Immerhin habe ich APPLE bereits von 20 Prozent bis auf 12 reduziert. Das hat nun wirklich nicht gelohnt. APPLE ist viel besser gelaufen als die Aktien, die ich stattdessen gekauft habe.
      Es lohnt sich also, über Robert Kirby und seinen Ansatz nachzudenken.
      Christian

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  3. Ruben

    Hallo Christian, mit welchem Tool oder welcher Website lassen sich die 50er und 20er Linien anzeigen?
    Vielen Dank und weiter so! Toller Blog!

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke für dein Lob. Ich mache das immer auf den Seiten von finanzen.net.
      Dir viel Erfolg beim Anlegen!

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  4. Karsten

    mit dieser Verkaufsempfehlung hättest du jetzt aber schon zweimal falsch gelegen….

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ist nicht meine Entscheidung. Ich kann auch keinem raten, es der alten Dame nachzumachen. Sie braucht das Geld wirklich, denn sie ist 83 Jahre alt und will in den nächsten Monaten alles Geld aus Aktien abziehen.
      Zudem hat sie eindeutig zu viele APPLE-Aktien in ihrem Depot. Ursprünglich waren es über 50 Prozent.
      Wann würdest du ihr raten, rauszugehen Karsten?

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