Was macht das wiki?

Es geht ihm gut. Zum einen wächst es vom Umfang her. Gestern waren zum ersten Mal mehr als 2. Mio. Euro an Geldern im wiki angelegt. Das war ein schöner Augenblick, das Interesse der Anlegerinnen und Anleger bestätigt mich und meine Strategie.

Vor einem Jahr noch waren da nur 70.000 Euro an Kundengeldern angelegt. Und nun so ein hoher Betrag! Das freut mich natürlich.

Ich sage also zunächst einmal – Danke! Für dieses große Vertrauen.

Und wie gut läuft die Strategie?

 

Aber der Hauptgrund für das wiki war natürlich nicht, dass ich unbedingt Geld von Anlegerinnen und Anlegern verwalten wollte. Ich wollte einen Beleg haben, wie gut meine Strategie funktioniert. Und da das wiki „Global Champions“ nun seit mehr als drei Jahren läuft, möchte ich heute mal eine vorsichtige Zwischenbilanz ziehen.

Zunächst einmal: Drei Jahre sind wirklich nur drei Jahre. Andere schauen auf zehn Jahre zurück, auf zwanzig Jahre oder auf fünfzig Jahre. Drei Jahre lang den Index zu schlagen (im persönlichen Depot seit sechs Jahren), das ist dagegen ein sehr kurzer Zeitraum. Das solltest du im Hinterkopf behalten.

 

 

Die Performance im wiki

 

Ein Jahr. Über ein Jahr steht das wiki mit 26% im Plus.

Drei Jahre. Über drei Jahre sind es plus 67%.

Daraus ergibt sich eine jährliche Rendite für die letzten drei Jahre von 18,66%.

 

Und der Index?

 

Werfen wir zum Vergleich mal einen Blick auf den Index (MSCI World). Dann sind wir schlauer, wie gut das ist. Der MSCI World (gemessen an einem thesaurierenden ETF in Euro) hat in dieser Zeit um 40,66% zugelegt. Der Abstand zu meine wiki ist deutlich zu erkennen. Hier kommt noch die Zahl für die jährliche Rendite des MSCI World in den vergangenen drei Jahren. Es sind 12,04 Prozent.

Nun sind 12 Prozent ein ganz hervorragendes Ergebnis und ich verstehe jeden, der den Index nicht schlagen will, sondern einfach nur den Durchschnittsgewinn des Marktes einfahren möchte. Und Ruhe ist.

Aber wer das nicht will, für den wird es jetzt natürlich spannend: Der Unterschied zwischen 12 Prozent und 18 Prozent liegt ja auf der Hand. Es sind 6 Prozentpunkte.

 

 

Ob du mit einer Anlage von 10.000 Euro einen Gewinn von 1.200 Euro machst oder einen von 1.800, das ist allerdings ein deutlich größerer Unterschied. Die zweite Variante bringt dir die Hälfte mehr ein. Es sind also 50 Prozent mehr. Das geht ja schnell unter, wenn man sich auf die 6 Prozentpunkte konzentriert, die die von mir empfohlenen Aktien besser waren als der Index selber.

Wie gut sind die anderen?

 

Ich kenne keinen deutschen Fonds, der in internationale Aktien anlegt und der besser abschneidet als ich. Das ist mir schon im Herbst aufgefallen. Aber vielleicht gibt es so einen Fonds ja – und ich habe nur nicht ausdauernd genug gesucht?

Um diese Frage zu klären, können wir kurz einen Blick auf das Ranking von Fonds mit internationalen Aktien bei Morningstar werfen. Dann sehen wir, wie gut die „Global Champions“ im Vergleich mit anderen sind. Hier kommt ein Blick auf die allerbesten Fonds der Branche. Sie sind danach geordnet, wer in den vergangen drei Jahren die beste Performance hatte. Du erinnerst dich sicherlich – bei mir waren es 18,66%. Hier kommt das Ranking:

 

 

Auf Platz eins steht der Morgan Stanley Global Discovery Fund A. Er hat eine Performance von 19,69% pro Jahr geschafft. Auf Platz zwei erzielt der Fundsmith-Fonds ‚nur’ noch 17,56 Prozent. Genau hier stände also mein wiki „Global Champions“. Wenn Morningstar auch wikis berücksichtigen würde. Platz zwei aller auf Morningstar gelisteten Fonds für die „Global Champions“. Das ist für mich doch ein wenig – unglaublich.

Und mehr als das, mir ist das ganze immer ein wenig unheimlich. Ich wollte doch nur den Index schlagen! Und ich schlage ihn wirklich gerne. Aber dass es möglich ist, nahezu alle Profis weit hinter sich zu lassen, das habe ich so nicht für möglich gehalten.

Musst du jetzt all dein Geld in mein wiki anlegen?

 

Nein. Natürlich nicht. Du kannst auch weiterhin hier auf dem Blog lesen und dir eine eigene Meinung bilden. Dafür ist dieser Blog ja da. Du darfst natürlich gerne auch ins wiki schauen, um zu sehen welche Aktien ich gerade halte. Welche ich teilverkaufe. Welche ich neu kaufe. Du darfst dich also einfach dort informieren. Und dann darfst du eine eigene Entscheidung treffen. Über dein Geld.

Und wenn du gerne etwas schneller und vor allem auch häufiger informiert sein willst,

# über neueste Nachrichten zu APPLE zum Beispiel (die Aktie legt heute um rund 7 Prozent zu);

# zu MASTERCARD (die Aktie hatte nach den Quartalszahlen gestern schon wieder ein neues Allzeithoch);

# oder darüber, was der Markt selber (S&P 500) gerade macht (ebenfalls ein neues Allzeithoch – so wie gestern und vorgestern auch;

dann schau doch einfach in der Facebook-Aktiengruppe „Kleine Finanzzeitung“ vorbei.

 

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12 Kommentare

  1. Jürgen

    Hy,
    Hab dein Buch gelesen…..
    Absolutes tolles Buch!!!!
    Danke.
    Lg

    Antworten
  2. Marco Dargel

    Stimmt, er hat sich nur über Zertifikate geäußert und Danke für Deine Aufklärung.

    Antworten
  3. Tom

    Hallo Marco,

    es ist genau so wie Christian es geschrieben hat.
    Kann man alles nachlesen : https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/treuhand-berichte
    Sogar namhafte Vermögensverwalter nutzen Wikis, oder glaubst Du das ist alles nur ein Witz ?
    Deine Gedanken in allen Ehren, aber es ist wirklich alles in Ordnung.
    Und nein, L&S ist nicht Lehman und Söhne

    Viele Grüße,
    Tom

    Antworten
  4. Tom Jung

    Hallo Christian,
    gratuliere zur tollen Performance !
    Du fährst allerdings auch ein hohes Risiko, nicht bei der Auswahl der Aktien,
    aber bei der Gewichtung. Das ist dir aber sicherlich bewusst.
    Ich betreue auch Wikifolios, zwei davon sind ähnlich wie deins, aber mit geringerem Risiko
    und vergleichbarer Performance, eine sogar besser.
    https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf000grdiv
    https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf0dgrowth
    Privat halte ich die gleichen Aktien aus beiden Wikis.
    Was mich Mal interessiert ist, ob du mit Stopp Loss arbeitest, bzw. wie du das Risiko kontrollierst.

    Viele Grüße aus Dortmund,
    Tom

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Glückwunsch auch an dich! Ich arbeite nie mir stopp loss. Entweder ich will verkaufen. Oder eben nicht. Aber weil eine Aktie mal für kurze Zeit fällt (oder längere Zeit wie zuletzt APPLE), das ist kein Grund für mich zu verkaufen.
      Weiter viel Erfolg Tom

      Antworten
  5. Klaus-Dieter Stork

    Guten Tag,

    ich lese seit ein paar Wochen deinen interessanten Blog.
    Bei der Renditeberechnung der drei Jahre stehe ich irgendwie auf dem Schlauch. 67% geteilt durch drei Jahre ergibt bei mir im Kopf ca 22,3% pro Jahr .
    Berechne ich da etwas falsch, oder habe ich etwas falsch verstanden?

    Das „just etf“ Balkendiagramm verwirrt mich zusätzlich. Da sind in drei Jahren nur 40% erkennbar. Oder bezieht sich das auf den MSCI World?

    Ich bin kein Mathematiker. Deshalb kann es gut sein, dass mir die richtige Formel schlicht fehlt.
    Deshalb im Voraus herzlichen Dank für eine Antwort.

    Freundliche Grüße
    K.Stork

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Wenn du die 67 Prozent Performance in drei Jahre umrechnen willst, dann musst du dafür einen speziellen Rechner nehmen. Drei Jahre zu je 22,3 Prozent sind nämlich 83 Prozent – aufgrund des Zinseszinseffektes. Du bekommst im zweiten Jahr ja auch Gewinne auf die Gewinne des ersten Jahres.
      Geh doch mal zu einem CARG-Rechner im Internet. Dort gibst du die Zahlen ein (drei Jahre; Start 100; Ende 167) – dann siehst du das Ergebnis. Nicht anders mache ich es.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
      1. K.Stork

        Vielen Dank, mache ich.
        Beste Grüße
        K.Stork

        Antworten
  6. Marco Dargel

    Ich halte Wiki für gefährlich, das hat nichts mit Dir zu tun. Aber wenn man sich fragt, wie sie finanziell überleben, wird es riskant. Ihre Angaben von wegen gesichert, passen nicht. Wiki kann eigentlich nur dann erfolgreich sein, wenn sich die Masse irrt. Ich wundere mich, warum sich niemand mal Wiki genauer anschaut. Ich persönlich halte jedes Investment in Wiki für riskanter, als eine Fliegerbombe im eigenen Garten zu verstecken.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Interessante Ansicht – ich habe eine andere. Behauptungen wie die, dass das mit der Besicherung bei wikis nicht stimmt musst du belegen. Sonst gebe ich das kein zweites Mal frei. Wir sind hier nicht bei Abteilung Fake News.

      Antworten
      1. Marco Dargel

        Also. ich möchte keine Fake New verbreiten. Ich habe mir nur ein paar Fragen gestellt und geschlußfolgert, dass da was nicht passt.
        Ich frage mich , wie sich Wiki mit agbesicherten Zertifikaten finanziert und dabei auch sicher ist.
        Wiki schreibt, dass Zertifikat-Ausfälle weitgehend abgesichert werden.

        Spielen wir mal theoretisch folgendes durch.
        Ein Anleger eröffnet ein investierbares Wiki. Es gibt nur dieses eine Depot. Damit machen wir nun unser Gedankenspiel.
        Daraufhin emittiert L&S ein Zertifikat, das besichert sein soll (wie und zu welchen Kosten ?).
        Es werden 10 Mio Euro in dieses Wiki investiert.
        Das Depot steigt um 100 Prozent und alle verkaufen.
        Sicher fallen Provisionen und Gebühren an. Allerdings muss L&S nun mal entspannt über 19 Mio rausrücken.

        Schon jetzt fällt auf, dass Wiki Zertifikate mehr Risiken haben als Aktien oder Fonds. U.a. mus L&S flüssig sein, wenn 100 Prozent aller Wikis erfolgreich sind. Und damit mit kommen wir zu meiner Kernfrage: Kann es sein, dass Wikifolio davon lebt, dass die Mehrheit der Zertifikate wertlos werden? Dann käme die nächste Frage ins Rollen. Was passiert, wenn die
        meisten Zertifikate erfolgreich sind? Und wie sichert man ein solches Zertifikat ab? Und was passsiert, wenn die meisten Zertfikate erfolgreich sind und alle ihr Geld haben wollen?

        Daher meine Meining, dass Wikifolio gefährlich sei. Es ist aber auf Basis meiner Überlegnung so, nicht weil ich mehr weiss, als andere.

        Zertifikate sind Schuldverschreibung. Und Buffett nennt sie Finanzbomben.

        Antworten
        1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

          Für das Geld der Anlegerinnen und Anleger kauft wikifolio die jeweiligen Aktien. Die werden dann bei der HSBC-Bank hinterlegt (zu 100 Prozent hinterlegt). Wenn die Anlegerinnen und Anleger Zertifikate verkaufen, wird wikifolio die jeweiligen Aktien wieder verkaufen. Wenn die Zertifikate im Wert gestiegen sind, kann wikifoio den Gewinn aus dem gestiegenen Wert der Aktien überweisen.
          wikifolio lebt nicht davon, dass Zertifikate wertlos werden, sondern davon, dass sie wertvoller werden. Denn nur dann erhalten sie ja ihre Gebühren die sie erheben.
          Buffett hat sich noch nie negativ zu wikis geäußert – und schon gar nicht zu meinem.

          Antworten

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