Sieben gute Gründe die für Mastercard sprechen

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Vor einigen Wochen habe ich hier auf Grossmutters Sparstrumpf mit einer Serie begonnen, bei der es um die drei besten, aussichtsreichsten und sichersten Aktien der Welt geht. „Welche Aktien würdest du kaufen, wenn du nur drei Aktien kaufen könntest?“, hieß die Frage, mit der ich gestartet bin. Die beiden ersten Aktien waren Novo-Nordisk und Apple.

Heute ist die dritte Aktie dran. Es ist das amerikanische Kreditkarten-Unternehmen Mastercard. Warum? Es gibt viele gute Gründe, die für Mastercard sprechen. Schauen wir uns die sieben wichtigsten einmal genauer an.

 

Erster Grund: Der Chart

 

Die Vergangenheit ist für die Zukunft einer Aktie nicht wichtig. Das predigen Börsenexperten wieder und wieder. An der Börse wird ja bekanntlich die Zukunft gehandelt. Mastercard wird sich als Aktie in deinem Depot gut entwickeln, wenn sich das Unternehmen in Zukunft gut entwickelt. Deshalb geben viele Aktienanalysten nicht viel auf Charts und damit auf die Vergangenheit.

Ich erlaube mir eine abweichende Meinung. Im Chart der vergangenen fünf, zehn oder zwanzig Jahre, lässt sich eine Menge ablesen. Du kannst zum Beispiel erkennen, ob ein Unternehmen in den vergangenen zehn oder zwanzig Jahren in der Lage war, gute Ideen zu produzieren. Oder faszinierende Produkte.

Mach doch einfach mal einen kurzen Test: Schau dir bei finanzen.net die Charts von BMW und von Daimler an. Stelle den Zeitraum erst auf fünf Jahre. Und dann auf Maximum. Schon auf den ersten Blick erkennst du dann, welches der beiden Unternehmen in der Vergangenheit in der Lage war, schlaue Entscheidungen zu treffen, gute Ideen zu produzieren und faszinierende Produkte. Es ist BMW. Und das sagt einiges über die Unternehmenskultur aus. Und über die Aussichten des Unternehmens in der Zukunft.

 

Zweiter Grund: Die Unternehmenskultur

 

Nicht ist so beharrlich, wie die Kultur eines Unternehmens. Niemand kann eine über viele Jahre gewachsene Organisation wie Daimler mal eben verändern. Die meisten Unternehmen laufen über viele Jahre sehr gut. Oder sie machen über viele Jahre wieder und wieder die gleichen Fehler. Nimm nur einmal Thyssen-Krupp. Die Geschichte der Firma ist davon gekennzeichnet, das sie unaufhörlich Milliarden von Euro (Mark) für allerlei Projekte verbrannt hat. Hier findest du fürstliche Gehälter für Spitzenmanager. Eine langfristige Kurssteigerung findest du hier nicht.

Aus diesen Gründen ist ein Blick auf den Chart eines Unternehmens eine gute Sache. Er gibt dir einen Anhaltspunkt für die Fähigkeiten das Managements und für die Unternehmenskultur.

Mastercard

So entwickelte sich die Aktie von Mastercard in den vergangenen 5 Jahren

 

Ein Blick auf den Chart von Mastercard zeigt, dass du es hier mit einem ganz besonderen Unternehmen zu tun hast. Nur wenige Aktien entwickeln sich über einen Zeitraum von 5 Jahren so unglaublich gut, wie die von Mastercard. Und nur wenige Unternehmen haben dabei so geringe Schwankungen.

 

 

Ajay Banga, CEO von Mastercard

Ajay Banga, CEO von Mastercard

 

Der Chart spricht dafür, dass das Unternehmen und seine Mannschaft in der Vergangenheit einiges richtig gemacht haben. Der Vorstandsvorsitzende Ajay Banga, ein indischstämmiger Sikh, leitet Mastercard jetzt seit 5 Jahren. Er besitzt selber Aktien von Mastercard in Höhe von 68 Millionen Dollar.

Dass ein Nicht-Amerikaner die Geschäfte leitet, ist in amerikanischen Großunternehmen immer noch ungewöhnlich. Für das auf internationale Expansion angewiesenen Unternehmen Mastercard ist Ajay Banga ein großer Pluspunkt. In seine Zeit fällt zum Beispiel der Markteintritt in China, in Kooperation mit dem dortigen Platzhirschen UnionPay.

 

Dritter Grund: Die Steigerungsrate

 

Mastercard wächst in den letzten acht Jahren (die Firma ist erst seit 2006 börsennotiert) in einem atemberaubenden Tempo. Die Aktie bringt es in dieser Zeit auf immerhin 370 Prozent. Damit weist die Aktie eine jährliche Wachstumsrate (compound annual groth rate – CAGR) von 21,3 Prozent auf. Mastercard schlägt damit den Index (S&P 500) ebenso, wie jede einzelne Aktie, die im deutschen Aktienindex DAX notiert.

Von den Milliarden-Fehlentscheidungen der Versager von Thyssen-Krupp wollen wir an dieser Stelle nicht mehr reden. Nehmen wir zum Vergleich also lieber ein echtes Vorzeigeunternehmen – BASF.

BASF ist eine der besten Aktien im deutschen Leitindex DAX, wenn du einen längeren Zeitraum betrachtest. Die Aktie kommt im gleichen Zeitraum auf einen CAGR von 8 Prozent. Macht über acht Jahre insgesamt 72,3 Prozent. Für deutsche Verhältnisse ist das mehr als gut – es ist sehr gut. Trotzdem: Mastercard schlägt BASF um Längen. Natürlich.

 

Der Aktienkurs von Mastercard (blau) und von BASF (grün)

Der Aktienkurs von Mastercard (blau) und von BASF (grün)

Vierter Grund: Steigende Gewinne – steigender Aktienkurs

 

Nicht nur der Aktienkurs von Mastercard wächst. Dies gilt auch für die Gewinne. Und für den Anteil der Aktionäre an den Gewinnen. Die Gewinne von Mastercard steigen in der Regel zwischen 15-20 Prozent pro Jahr, wenn der Gewinn pro Aktie berechnet wird.

Der Gewinn pro Aktie steigt bei Mastercard stärker als der Gewinn selber, da Mastercard jedes Jahr 3 Prozent seiner Aktien zurückkauft. Auf diese Weise lässt Mastercard seine Aktionäre an den stark steigenden Gewinnen teilhaben. Die Dividende von 0,44 Dollar kommt noch hinzu.

Fünfter Grund: Der Wachstumsmarkt

 

Eine Aktie lohnt einen Kauf, wenn sie in einem Wachstumsmarkt operiert. Die sagenhaften Gewinne, die Warren Buffett mit der Aktie von Coca Cola gemacht hat, sind auch ein Ergebnis dieser Tatsache. Das Wachstum der Firma war in den vergangenen Jahrzehnten eben sehr groß.

Das hat drei Gründe: Immer mehr Menschen werden geboren. Immer mehr Menschen können sich Coca Cola leisten. Immer mehr Länder werden von der Firma als Märkte erschlossen.

Das waren jetzt drei Argumente für das Wachstum eines Unternehmens:

 

 

  1. Immer mehr Menschen
  2. Immer mehr Reichtum
  3. Immer mehr erschlossene Märkte für ein Unternehmen und sein Produkt

 

Das Wachstum der Menschheit, der zunehmende Reichtum in der Welt und das erschließen von Märkten zählen auch für Mastercard zu den entscheidenden Argumenten. Diese drei Punkte führen dazu, dass Mastercard auch in den nächsten acht Jahren den DAX wie den amerikanischen Index S&P500 übertrumpfen wird.

 

Vom weltweiten Wachstum der Mittelschicht profitiert Mastercard enorm. Die Unterschicht zahlt bar. Was soll sie auch anderes tun? Die Mittelschicht dagegen tendiert zur Kreditkarte – weltweit. Die globale Mittelschicht wächst laut Prognosen in den kommenden 15 Jahren um 2,9 Milliarden Menschen.

 

Mastercard muss in den nächsten Jahren vor allem die großen Märkte China und Indien erschließen. Hierzu ist das Unternehmen ohne Frage bestens positioniert. Der Vorstandsvorsitzende von Mastercar, Ajay Banga, hat als gebürtiger Inder einen guten Draht zu seinem Heimatland. Aber auch in anderen starken Wachstumsmärkten der Emerging Markets macht er eine gute Figur.

 

In China kann Mastercard von der Öffnung des Marktes für ausländische Kreditkartenunternehmen profitieren, die von der chinesischen Regierung im vergangenen Monat angekündigt wurde.

 

Im Gegensatz zu seinem Rivalen Visa ist Mastercard chinesischen Kunden keine Unbekannte. Mastercard ist dort schon seit Jahren über eine Kooperation mit der chinesischen Firma UnionPay als eine Marke präsent.

 

Chinesische Konsumenten kennen Mastercard also. Visa kennen sie hingegen nicht. Das gibt Mastercard einen klaren Vorsprung vor seinem Konkurrenten.

 

 

Sechster Grund: Das Geschäftsmodell

 

Kreditkartenunternehmen wie Mastercard gehen keine Risiken ein, wie Banken sie gemeinhin eingehen. Sie verleihen selber kein Geld und müssen sich deshalb anschließend auch nicht um die Rückzahlung des Kredites sorgen. Im Kern verdient Mastercard mit der Abwicklung der Zahlung. Und daran verdient das Unternehmen sehr gut. Banken machen in Rezessionszeiten Verluste. Mastercard hingegen nicht.

 

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Siebter Grund: Bargeldloses Bezahlen

 

Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet der Diskounter ALDI führt das kontaktlose Bezahlen mit NFC-Terminals (NFC – near-field-communication) ein. Dort kann dann mit dem NFC-fähigen Handy bezahlt werden. Zum Beispiel mit dem iPhone und dem von Apple entwickelten Bezahlsystem Apple Pay.

 

Bei Apple Pay übernimmt Apple nur die Rolle des Datenübermittlers. Der eigentliche Zahlvorgang wird von einem Finanzdienstleister abgewickelt – zum Beispiel von Mastercard.

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Die Entscheidung von ALDI kommt für Insider nicht überraschend. Die NFC-Technologie ist ausgereift. Sie steht bald in vielen Handys zur Verfügung. In den USA müssen Scannerkassen noch in diesem Jahr komplett auf NFC umgerüstet werden. Das kontaktlose Bezahlen über NFC wird damit zu einem neuen Standard. Und Apple hat NFC gerade in sein neuestes Smartphone eingebaut, das iPhone 6/6 Plus.

 

Zusätzlich zu den bisherigen Argumenten für ein Wachstum von Mastercard bei Umsatz und beim Gewinn, kommt also noch ein viertes Argument hinzu. Es ist der weltweite Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Manche Länder, zum Beispiel Dänemark und Schweden, sind an dem Punkt schon viel weiter als Deutschland oder die USA.

 

 

Dänemark hat gar die völlige Abschaffung von Bargeld ins Gespräch gebracht. Das ist Zukunftsmusik – oder aber ein zukünftiger Horror, ganz wie man es sieht. Staaten wie Dänemark wollen mit der Abschaffung des Bargeldes ihre Kontrolle über die Bürger erhöhen. Das muss nicht jedem gefallen.

 

Das Fazit von grossmutters-sparstrumpf lautet: Mastercard ist für die kommenden Jahre bestens gerüstet. Die Aussichten des Unternehmens sind überdurchschnittlich gut. Mastercard wird von einigen Wachstumstrends profitieren, darunter dem zum bargeldlosen Bezahlen und dem weltweiten Wachstum der Mittelschicht. Die Aktie ist ein Basisinvestment für jedes Langfristdepot.

 

Der Autor besitzt Aktien von Mastercard.

 

 

 

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1 Kommentar

  1. Thomas

    Mastercard kann von einer wirklich positiven Entwicklung sprechen, ich bin dennoch sehr gespannt, wie sich das ganze in den nächsten Jahren entwickeln wird, denn die Konkurrenz wächst auch in diesem Bereich immer weiter an.

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