Ich habe den Index geschlagen!

Warum du eine Bilanz aufstellen solltest

 

Es hat geklappt – der Index liegt in diesem Jahr weit hinter mir. Meine performance ist einmal mehr deutlich besser als der Index. Ich habe den Index geschlagen! Das weiß ich, weil ich (ein wenig vorfristig) eine Bilanz gemacht habe. Schauen wir mal, was für so eine Bilanz spricht. Und was dabei herausgekommen ist.

 

Was ist eine Bilanz?

 

Eine Bilanz enthält die wichtigsten Anlagebereiche (Assets) in die du anlegst hast. Also: Immobilien, Festgeld, Staatsanleihen, Gold, Einzelaktien, Fonds, ETFs. Ich rate dazu, alle Bereiche strikt getrennt zu behandeln und für sie jeweils eine Rendite zu berechnen.

Die performance von Aktiendepots wird von manchen Anbietern wie der Deutschen Bank direkt für dich ausgerechnet. Macht er das nicht, dann musst du dir den Stand des Depots zu Beginn des Jahres anschauen und den zum Ende. Und dann rechnest du deine Performance aus – in Prozent.

Hast du im Laufe des Jahres auf dein Depot eingezahlt, dann wird es etwas komplizierter. Waren die Einzahlungen nicht so groß im Vergleich mit dem Depot, dann hilft ein einfaches Verfahren. Alles was bis Juni eingegangen ist wird voll auf den Jahresanfang addiert – alles danach wird einfach vom Jahresende abgezogen. Das verfälscht die Rendite. Aber du hast immerhin eine.

 

Schummeln gilt nicht

 

Zur Bilanz gehören die performance der Aktien (oder ETFs) und die ausgeschüttete Dividende. Beides. In keinem Fall reicht es, einfach die Gewinne aus Dividenden auszurechnen und die performance der Aktien zu ignorieren. Das machen einige Dividendenseiten im Internet so. Es ist schrecklich  einfach, Gewinn mit Aktien zu machen, selbst wenn man gar keine macht. Man kauft Aktien mit einer hohen Dividendenrendite, freut sich auf seine Dividenden und schaut einfach gar nicht erst darauf, wie die Kursentwicklung ist.

 

 

Mich überzeugen solche Rechenkünste nicht. Ich schalte Kommentare, die solch unseriöse Bilanzmethoden befürworten oder auf Webseiten verweisen, auf denen so bilanziert wird, hier auf grossmutters-sparstrumpf nicht frei. Das gleiche gilt auch in der neuen Börsengruppe „Kleine Finanzzeitung“ (zu der du herzlich eingeladen bist). Wer bilanziert, der sollte alle Teile einer Bilanz zeigen – die Dividenden und die Kursperformance.

 

Und die Kosten?

 

Berücksichtige bei deiner Berechnung bitte auch die Kosten. Gold als Anlage zieht zum Beispiel in der Regel sehr hohe Kosten nach sich. Das sind vor allem Lagerkosten, aber auch die Gebühren beim Kauf und Verkauf. ETFs dagegen sind sehr günstig zu kaufen und haben extrem niedrige Verwaltungskosten. Es gibt sie schon ab 0,07 Prozent.

Vergleiche bitte in jedem Fall deine Performance bei den Aktien mit einer einfachen Indexanlage. Schau also, ob du den Index geschlagen hast – oder ob der Index dich geschlagen hat. Ich weiß, es ist nicht einfach für unser Ego, eine Niederlage wegzustecken. Es ist aber wichtig für unser Geld.

 

 

Wegschauen gilt nicht

 

Die meisten Anleger machen mit Einzelaktien etwa halb so viel Gewinn, wie der Index selber. Das haben Forschungen wiederholt gezeigt. Steigt der DAX also um 10 Prozent, dann haben sie nur 5 Prozent. Im Durchschnitt. In Einzelfällen kann es noch viel schlimmer aussehen. Das ist nicht sinnvoll. Privatanleger kaufen und verkaufen zu oft. Zudem stehen sie oft an der Seitenlinie, wenn der Index gerade steigt. So wie derzeit.

Dazu kommt noch, dass Privatanleger oft genau die Aktien kaufen, die alle kaufen, DAIMLER oder SIEMENS etwa. Beide aber hecheln dem Index schon seit Jahrzehnten hinterher. Jeder ETF auf den DAX ist besser. Vom MDAX gar nicht geredet.

 

 

Wie hoch ist der Index gesprungen?

 

Der DAX hat in diesem Jahr um rund 13 Prozent zugelegt. Der MDAX hat es wieder einmal geschafft, deutlich besser abzuschneiden: 20,6 Prozent. Der MSCI World ist um rund 17 Prozent gestiegen. In Euro sind das allerdings nur rund 5 Prozent. Das liegt an den Wechselkursveränderungen zwischen Euro und Dollar. Der S&P 500 ist – in Euro – ebenfalls nur um etwa 6 Prozent (inklusive Dividenden) gestiegen. Dies war also ein besonders gutes Jahr für deutsche Aktien.

 

Die Benchmark

 

Ich vergleiche mein eigenes Depot (und das wiki) Jahr für Jahr mit einer simplen ETF-Anlage in den MDAX (50%) und den S&P 500 (50%). Das hätte in diesem Jahr rund 13 Prozent gebracht – zufällig genau der Wert, den auch der DAX erzielt hat. In der Regel schneidet diese Anlagestrategie allerdings deutlich besser ab als der DAX. Schaffe ich dieses Ergebnis mit Einzelaktien nicht, dann denke ich über eine Umschichtung in ETFs nach. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.  Hier kommt meine Bilanz:

 

 

Schatz – es hat geklappt!

 

Ein Blick ins Depot zeigt, dass ich mit meinen Aktien 24 Prozent erzielt habe. Das ist deutlich besser als der DAX, besser als der MDAX und besser auch als die ETF-Strategie, mit der ich mich vergleiche. Super. Ich habe wieder einmal den Index geschlagen!

Und wie sieht es bei den von mir empfohlenen Aktien aus? Deren performance kann ich mir anhand des wikis anschauen. Das steht für dieses Jahr 16,2 Prozent im Plus. Da das wiki rund 1 Prozent im Jahr an Kosten verursacht, die der Anbieter regelmäßig von der Wertentwicklung abzieht, liegt die performance der Anlagestrategie selber bei 17,2 Prozent. Das ist also der Wert den du erzielt hättest, wenn du dieses wiki einfach nachgebildet hättest.

In diesem Jahr war mein persönliches Depot mit 24 Prozent um annähernd 7 Prozent besser als das wiki. Das hatte ich auch noch nicht.

 

Warum war das Depot besser?

 

In 2015 haben die von mir empfohlenen Aktien (die jetzt im wiki liegen) deutlich besser abgeschnitten, als die Aktien die ich zwar im Depot hatte, die mich aber nicht so überzeugten, dass ich sie empfehlen wollte. In 2016 hatten die besten Aktien die gleiche performance wie mein Depot.

In diesem Jahr hat mein eigenes Depot aber deutlich besser abgeschnitten, als das wiki. Warum? Es liegt an der tollen Entwicklung von einem einzigen Wert, der zwar im Depot war, nicht aber im wiki: VERBIO. VERBIO ist keine „beste Aktie“, sondern ein eher riskanter Trade, den ich seit einer Weile mache. Es ist ein Biogasunternehmen und ein echter small cap. Also ziemlich volatil. Ich kaufe immer mal wieder zu, wenn die Aktie steigt. Und ich verkaufe, wenn sie stark gestiegen ist.

 

 

Mein Fazit

 

Beide Werte der Bilanz (17,2 Prozent / 24 Prozent) sind sehr gut und liegen weit oberhalb einer ETF-Anlage. Auch über fünf Jahre steht das Depot sehr gut da. Es hat jetzt um knapp 150 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der DAX hat es in dem Zeitraum nur auf 70 Prozent gebracht. Der Krepel!

 

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12 Kommentare

  1. Jan

    Hallo Christian,

    zunächst mal vielen Dank für Deinen tollen Blog mit vielen interessanten Beiträgen und auch für Dein Buch, dessen Lektüre mich nicht nur unterhalten und informiert hat, sondern mir auch richtig Lust gemacht hat, das Thema Börse 2017 nochmal intensiver anzugehen als zuvor!

    Auch die Hinweise in diesem Beitrag sind wie immer gut verständlich und sehr hilfreich. Mit einer Einschränkung: Wenn man viele Zukäufe hat (d.h., wenn diese einen großen Teil des Depotwertes ausmachen oder diesen gar übersteigen – dies kommt naturgemäß gerade bei Einsteigern, die ihr Depot erst aufbauen, häufig vor), kann man die Zukäufe nicht vernachlässigen und die beschriebene Näherung, sie auf Anfang und Mitte des Jahres anzunehmen, funktioniert auch nicht. Meiner Meinung nach ist es übrigens auch generell fraglich, ob dies besonders sinnvoll ist: Die Näherung ist perfekt, wenn der Kurs einer Aktie sich nur am ersten Handelstag und am 01.07. eines Jahres ändert und sonst konstant ist. Das kommt der tatsächlichen Kursentwicklung realer Aktien aber erfahrungsgemäß nicht besonders nahe. Abhängig von der tatsächlichen Kursentwicklung der Zukäufe über das Jahr kann man durch die Näherung die Bilanz sogar zusätzlich verfälschen anstatt sie zu korrigieren (etwa, wenn es zu einem Kurseinbruch kam wie bei VW 2015 und man gerade deshalb in der Hoffnung auf Erholung eingestiegen ist oder wenn man bei einem Zwischenhoch verkauft). @Christian: Dass das Nicht-Berücksichtigen immer zu einer Korrektur nach oben führt, halte ich für ein Gerücht; das kommt meiner Meinung nach auf die Entwicklung der nicht berücksichtigten Position im Vergleich zum restlichen Depot an. Hat sich die im Beispiel erwähnte Position etwa schlecht entwickelt und am Ende sind nur noch 1800,-€ von ursprünglich 2000,-€ übrig, dann zieht man ja 200,-€ zu viel vom restlichen Depot ab und bekommt für diesen Rest eine schlechtere Performance.
    Für alle, die sich jetzt fragen, wie man also Zukäufe richtig berücksichtigt (die Frage wurde ja weiter oben schon gestellt, blieb aber bislang unbeantwortet), schildere ich hier mal meine Strategie für 2017 und freue mich über Rückmeldung! Das geht insbesondere an die beiden Christians im Thread, allerdings verstehe ich, dass die Motivation, sich mit der langwierigen Berechnung herumzuschlagen, nicht besonders hoch ist, wenn man die Performance von der Hausbank berechnet bekommt;-) In diesem Sinne ein Hoch auf die comdirect, da habe ich diese Funktion noch nicht gefunden und direkt was daraus gelernt.
    Nun aber zur Methode: Die Methode habe ich natürlich nicht selbst erfunden, obwohl es jetzt auch kein Hexenwerk ist, sondern die Methode kursiert unter dem Schlagwort „time-weighted rate of return“, kurz TWROR – ist allerdings im Internet meiner Meinung nach meist völlig unzureichend beschrieben. Ich habe mir daher selbst zusammengereimt, was für mich Sinn ergibt. Vorab noch folgende Warnung: Das Vorgehen ist wirklich NICHT kompliziert, kann aber relativ viel Arbeit machen und wenn man viel tradet, kommt man vermutlich schnell in einen Bereich, wo man die Bilanz von Hand nicht mehr mit einem angemessenen Aufwand berechnen kann. Schon bei Ausführung eines monatlichen Sparplans und nur 10 Positionen im Depot hat man einiges zu tun… Aber wenn man Großmutters Strategie befolgt, Aktien gezielt und nach langsamem Denken auswählt und nicht mehr als 5 Zukäufe im Jahr hat, macht es auf jeden Fall Sinn, die Zeit für eine genauere Bilanz zu investieren.
    Also, die Methode: Man muss zunächst alle Tage, an denen man Depotumsätze hatte (Zu- oder Verkauf), heraussuchen. Danach benötigt man für alle diese Tage den Wert des Depots (beziehungweise aller Aktien im Depot, falls man die Bilanz nur für den Aktienanteil ziehen möchte) und zwar zwei Mal: Erstens unmittelbar VOR dem Umsatz und zweitens unmittelbar NACH dem Umsatz. Für meine Berechnung bin ich immer vom Tagesendkurs ausgegangen, was die Berechnung zwar etwas ungenauer macht, aber dafür einigen Aufwand spart. Außerdem benötigt man die entsprechenden Depotwerte am ersten und am letzten Handelstag des Jahres. Diese Tage definieren nun Teilzeiträume, in denen man die Performance bei konstanter Depotzusammensetzung berechnen kann: Dafür dividiert man den Depotwert VOR dem Umsatz am letzten Tag des Zeitraums durch den Depotwert NACH dem Umsatz am ersten Tag des Zeitraums. Falls man am ersten oder letzten Handelstag des Jahres gehandelt hat, nimmt man in Näherung für den ersten Handelstag den Wert NACH dem Umsatz und für den letzten Handelstag den Wert VOR dem Umsatz. Man erhält nun für jeden Zeitraum die Wertsteigerung (Quotient > 1) oder Wertminderung (0 < Quotient < 1) des Depots. Zum Schluss multipliziert man einfach alle diese Quotienten und erhält so schließlich die Jahresperformance seines Depots. Das funktioniert immer außer beim völligen Wertverlust und anschließendem Nachkauf – ein Fall, dessen Eintreten ich niemandem wünsche. In diesem Fall sollte man gesondert Bilanz ziehen;-)
    Methematisch betrachtet berechnet man also das geometrische und nicht das arithmetische Mittel der Teil-Performances. Das ist auch angebracht, u.a. da Aktien sich ja exponentiell entwickeln (sollen). Gleichzeitig werden bei dieser Methode, und das ist wichtig, die investierten oder abgezogenen Summen nicht für die Depotentwicklung berücksichtigt – sonst könnte man ja am Ende des Jahres seine Bilanz schönen, indem man nochmal ordentlich investiert und so den Depotwert vergrößert oder umgekehrt die Bilanz "versauen", weil man sich ohne Reinvestment von Werten verabschiedet hat. Und das darf natürlich nicht sein! Der Trick der Methode besteht bildlich gesprochen darin, die Stufen in der Wertentwicklung, die durch Zu- und Abgänge entstehen, aus dem Verlauf zu entfernen, indem ein neuer Referenzwert für den Folgezeitraum benutzt wird. Noch eine letzte Bemerkung zu Dividenden und Depotkosten/Orderkosten: Hier habe ich es mir leicht gemacht, und diese einfach vernachlässigt, da ich keine gute Idee hatte, wie ich diese Offsets exakt berücksichtigen soll. Ein Vorschlag wäre, die Posten auf den Depotwert am Jahresende zu addieren (mit Vorzeichen natürlich 😉 ). Aber idealerweise sind die Kosten ohnehin vernachlässigbar, und wenn das Depot bereits ohne Berücksichtigung der Dividenden gut läuft, kann es mit ihnen ja nicht schlechter werden.

    Achso, falls Ihr Euch jetzt fragt: Ich verrate mal nicht, was bei mir rauskam, um Euch nicht neidisch zu machen, nur so viel: ohne Amazon und Isra Vision (sorry Großmutter…) hätte ich nicht so deutlich über der Benchmark gelegen:-) Zum Schluss noch folgende Erkenntnis: mein Investment in ein Gold-Derivat für schlechte Zeiten war 2017 (allerdings auch aufgrund der Dollar-Entwicklung) nicht so der Bringer – einmal mehr hatte Großmutter da Recht!

    Herzliche Grüße und jetzt viel Spaß beim Bilanzieren
    Jan

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  2. Luto

    Hallo Christian,
    ich bin zwar schon seit 2003 „investiert“, habe damals aber diverse Fehler gemacht und habe dann erst in 2014 wieder angefangen in Einzelaktien zu investieren. Allerdings beschränke ich mich nahezu ausschließlich auf den deutschen Markt. Immerhin habe ich es geschafft auch dieses Jahr den Index zu schlagen, aber ich gestehe: es war mit 14,62% (Stand heute) knapp. Ein ETF-Investment in MDAX/S&P500 wäre lukrativer gewesen. Aber genau wie Du brauche ich den „Thrill“ der Einzelaktie und freue mich, wenn das funktioniert.

    Für 2018 werde ich ein paar ETFs beimischen und bin gespannt wie das funktioniert.

    Übrigens: ein super Tool zur Performance-Messung ist das Programm „Portfolio Performance“, das mir als Consorsbank-Kunde gute Dienste leistet.

    Herzliche Grüße,

    Luto

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  3. Christian Cookie

    Hallo Christian,

    tolle Performance, das freut mich für Dich! Dein regelmäßiges Index-Schlagen wird sich auf die Dauer durch den Zinseszins-Effekt enorm auszahlen.

    Wir haben erst im Mai angefangen, jeden Monat für einen bestimmten Betrag Aktien zu kaufen. Die Gesamtperformance liegt bisher bei ca. 3%, womit ich ganz zufrieden bin, da die Aktien im Durchschnitt ja erst seit drei Monaten bei uns im Depot iiegen und unsere US-Werte trotz des stark gestiegenen Euro einen Gewinn beisteuern (inkusive Apple, die wir im Mai genau am damaligen Hoch gekauft haben und die dann mehrere Monate im Minus standen…).

    Hast Du einen Tipp, wie ich mit halbwegs erträglichem Aufwand einen exakten Index-Vergleich inbekomme? Im Grunde muss ich ja auch für den Index bzw. die Indizes als Vergleichswert ausrechnen, was bei monatlichen Sparraten herausgekommen wäre. Zugegebenermaßen, um zu wissen, dass wir seit Mai besser waren als der DA, brauche ich nicht viel zu rechnen 😉 Und das erste Jahr zählt für mich sowieso als Anfänger-Jahr. Aber auf lange Sicht gesehen möchte ich doch ganz gerne genau Bilanz führen – so wie Du auch.

    Vielen Dank für Deine vielen spannenden Beiträge und herzliche Grüße,

    Christian

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      ich habe eine Idee – du wechselst einfach zur Deutschen Bank. Dann macht die das für dich.
      Du siehst: Ich bin ein bequemer Mensch und finde die Performance-Funktion bei meiner Bank einfach super.
      Aber genug der Werbung. Spezialisten können wohl auch mit Einzahlungen im Jahresverlauf rechnen – ich kann das nicht. Ich würde die Einzahlungen einfach abziehen. Wenn du also 20.000 Euro im Depot hast und zahlst 2.000 im Laufe des Jahres ein, dann ziehst du am Jahresende einfach die 2.000 wieder vom Ergebnis ab. Fertig.
      Ich weiß auch, dass das das Ergebnis verzerrt (nach oben). Aber mir geht es ja vor allem darum, dass du überhaupt eine Zahl hast. Du kannst, wenn du im Juli einzahlst, auch einfach 1.000 Euro am Jahresende stehen lassen und 1.000 abziehen. Das kommt dann gut hin, denn dein neu eingezahltes Geld war ja etwa die Hälfte der Zeit an der Börse investiert.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
      1. Christian Cookie

        Danke für die Tipps! Es gibt wohl auch ein Tool namens PortfolioPerformance, das die ganze Sache vereinfachen soll. Bei Gelegenheit werde ich mir das wohl einmal anschauen. Liebe Grüße, Christian
        PS: Bequemlichkeit ist ein Ansatz, der mir durchaus sympathisch ist 😉

        Antworten
  4. Martin Pues

    Hallo Christian,

    einen herzlichen Glückwunsch zum Schlagen des Index.

    Ich habe dieses Jahr in mein Unternehmen investiert. Eine Jahresrendite ist schlecht auszumachen. Aber ich bin ganz positiv.

    Beste Grüße aus dem Ruhrgebiet

    Martin

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Glückwunsch zurück. In sich selber (Weiterbildung) oder in sein eigenes Unternehmen zu investieren, ist in meinen Augen eine besonders gute Idee. Eigene Unternehmen machen mehr Spaß als fremde.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
  5. Colibri

    Hallo Christian,

    vielleicht wäre es für die Leser auch interessant, zu erfahren, welche Risiken Du
    eingegangen bist, um die 24 % zu erreichen. Also z.B. Anzahl der Aktien und ihre
    Gewichtung zu Beginn und am Ende des Bilanzierungszeitraums. Mit welcher Art von
    Aktien ist es zu dem Ergebnis gekommen? Waren es eher riskantere oder risikoärmere
    Titel? Wie haben sich diese Aktien z.B. im letzten Bärenmarkt verhalten? Wieviel haben Sie da maximal verloren?

    Auch eine über mehrere Jahre im Vergleich zum Referenzindex geringere Rendite muss ja nicht per se schlecht sein, wenn dafür auch die eingegangenen Risiken geringer waren; Stichwort: robustes Portfolio.

    Einfach nur die jährliche Wertentwicklung des eigenen Aktiendepots mit einem
    Referenzindex zu vergleichen, ist zwar ein guter Anhaltspunkt, aber sicher noch nicht
    ausreichend, um den eigenen Anlageerfolg hinreichend zu würdigen. Denn der Vergleich sagt
    nichts darüber aus, wie der Anlageerfolg zustande gekommen ist. Sondern nur, dass
    er zustande gekommen ist (was für sich genommen ja auch erfreulich ist).

    Viele Grüße

    Colibri

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Wer geringere Risiken will, der muss mit einer niedrigeren Rendite leben. So ist das Leben an der Börse. Schau dir COCA COLA an. Schlägt seit 20 Jahren nicht den Index. Rendite kommt von Risiko. Das ist bei FACEBOOK höher – dafür gibt es dort die deutlich höheren Gewinne.
      Trotzdem geht es mir auf meinem Blog immer darum, die Risiken möglichst überschaubar zu halten. Das Risiko das ich in diesem Jahr eingegangen bin bestand in dem Wert, den ich auch genannt habe – VERBIO. VERBIO ist von 4,50 Euro auf über 10 gestiegen. Ich habe den Anteil von VERBIO am Depot von 3 Prozent bis auf 7 Prozent hochgefahren. Und dann zu 9 Euro, zu 10 euer und zu 11 Euro verkauft. Den Gewinn kann mir keiner nehmen – auch kein Bärenmarkt.

      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
      1. Colibri

        Hallo Christian,

        danke für die Hintergrundinfos. Und Gratulation zu Deinem erfolgreichen VERBIO-Trade!

        Du schreibst:

        „Wer geringere Risiken will, der muss mit einer niedrigeren Rendite leben.“ —

        Die Autoren des Buches „High Returns from Low Risks“ sehen das anscheinend
        anders. Kennst Du das Buch? Bin leider noch nicht dazu gekommen, es zu lesen.
        Hatte mir nur mal die Buchbesprechung dazu auf covacoro.de angesehen (Nr. 34).

        Ich bin auch skeptisch, ob geringeres Risiko automatisch langfristig zu einer niedrigeren Rendite führt. Nur, weil es oft so gesagt wird, muss es ja nicht unbedingt stimmen. Vielleicht ein Punkt, an dem es sich lohnt, tiefer zu graben.

        Viele Grüße

        Colibri

        P.S.: Sorry, die Antwort ist versehentlich in den Hauptkommentar gerutscht. Bitte gerne dort löschen. Danke!

        Antworten
        1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

          Dass Rendite von Risiko kommt ist eine de fundamentalen Grundsätze der Wirtschaftswissenschaft. Wenn du in large caps anlegst, dann hast du eine geringere Rendite, als wenn du mid caps nimmst. Mid caps wiederum bringen (in der Regel) weniger als small caps. Aber natürlich sind Small caps volatiler – und haben ein deutlich höheres Ausfallrisiko. Allerdings rate ich sowohl bei mid als auch bei small caps eher zu ETFs. Einzelaktien sind da noch unberechenbarer.
          Ich selber habe allerdings ein paar mid caps, CANCOM zum Beispiel und auch EVENTIM. In beiden Fällen bin ich allerdings auch sehr überzeugt von den Unternehmen.
          Schöne Grüße aus Berlin
          Christian

          Antworten
          1. Colibri

            Die Small&MidCap-Prämie ist ein interessanter Aspekt.

            20 % meines Aktiendepots stecken in europäischen und 60 % in amerikanischen LargeCaps.
            Nur 20 % sind deutsche Mid&SmallCaps. Vielleicht sollte ich den Depotanteil dieser Anlageklasse erhöhen?

            Im Moment habe ich da nur Grenke, Sixt, Zooplus, Fielmann, Rational, Symrise, KION, CTS Eventim und Fuchs Petrolub.
            Die Ausfallrisiken halte ich bei diesen Unternehmen für vergleichsweise gering.

            MDAX und SDAX werde ich damit vermutlich dennoch nicht schlagen. Da ich mich an Firmen wie z.B. Airbus oder Rheinmetall nicht beteiligen möchte, verzichte ich jedoch auf ETFs.

            Schöne Grüße

            Colibri

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