Warum Ihr mich nicht mehr erreichen könnt – und ich euch auch nicht

Vor einigen Jahren sind meine Frau und ich umgezogen. Das war seinerzeit ein sehr unbedachter Schritt von uns. Wir hatten egoistischerweise nur die räumlich Enge unserer Wohnung im Kopf. Wir dachten, zwei Kinder brauchen auch zwei Kinderzimmer. Was wir bei alledem nicht bedachten, das war die große Last, die das alles für unseren Telefonanbieter bedeuten würde.

Wir sind damals nur eine Querstraße weiter gezogen. Die Möbelspedition hatte alle Kartons innerhalb von vier Stunden fachgerecht verstaut und in der neuen Wohnung aufeinandergestapelt.

Ein Leben in der Hotline

 

Die Probleme begannen danach. Beim Umzug unserer beiden Telefonanschlüsse. Meine Frau bekam ich in den folgenden Wochen nur noch selten zu Gesicht. Sie verbrachte ihre Zeit jetzt mit Hotlines. Volle sechs Wochen lang sprach sie mit Engelsgeduld mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Telefonfirma, um zu erreichen, dass unsere Telefone wieder liefen und das Internet auch. Sechs Wochen. Endlich geriet sie an einen Mitarbeiter der alle Probleme innerhalb von 15 Minuten behob. Fünfzehn Minuten!

Das alles war für uns ein traumatisches Erlebnis. Nie wieder, so versprachen wir uns gegenseitig, würden wir einen so unbedachten Schritt tun, und umziehen. Nie wieder wollten wir in die Fänge einer Hotline geraten. Das war unser Vorsatz. Doch dann kam Strato – und machte alles zunichte.

 

Wer ist Strato?

 

Strato ist einer der größten Anbieter für das Hosting von Webseiten. Ich bin seit 20 Jahren dort Kunde und habe insgesamt sieben Internetseiten, die Strato für mich hostet. Darunter ist auch grossmutters-sparstrumpf. Strato hält die Seiten bereit, damit ihr sie euch anschauen könnt. Und mit diesen Seiten sind auch Mailadressen verbunden – zum Beispiel post@grossmutters-sparstrumpf.de. Auch diese Mails laufen dann über die Server von Strato.

 

Wie alles begann

 

Vor einigen Wochen stellte ich fest, dass mein Newsletter euch, die Leserinnen und Leser meines Blogs nicht mehr erreicht. Er geht bei mir raus – wird aber von Strato nicht zugestellt. Er wird stattdessen als SPAM deklariert und weggeworfen:

 

 

Zum Glück hat ein Leser mich angemailt – über meine Mailadresse als Singleberater (post@singleberater.de). Denn auch die Mailadresse des Blogs war nicht mehr erreichbar. Und diejenigen, die gerne den Newsletter von grossmutters-sparstrumpf bekommen wollten, bekamen auch keine Bestätigungsmail mehr.

 

Mein Leben in der Hotline

 

Damit begann eine dreiwöchige Odyssee durch die Welt der Strato-Hotline. Leider hatte ich bislang weniger Glück als meine Frau seinerzeit bei unserem Umzug – und ich bin zu meinem Leidwesen auch weniger geduldig als sie. Niemand bei Strato wollte das Problem auch nur begreifen. „Sie müssen den Blog rebooten.“ Aha. „Setzen Sie doch das Passwort zurück.“ Aha. „Wir leiten das an die Technik weiter.“ Aha – tun Sie das wirklich?

Wisst ihr was das gemeine an „der Technik“ ist? Sie meldet sich einfach nicht. Ich hinterlasse mein Problem zum zehnten mal bei der Hotline. Die nette Frau die den Anruf entgegennimmt verspricht, dass das Problem sofort an die Technik-Abteilung weitergeleitet wird. Wenige Minuten später schon kommt eine Bestätigungsmail von Strato. Sie arbeiten daran. Und dann kommt – nichts.

Na ja, fast nichts. Etwas kommt doch. Eine weitere Mail. Sie kommt am darauf folgenden Tag. Voller Schwung fragt mich dann der Leiter des STRATO-Kundenservice per Mail, wie ich den Service bei Strato fand. Seit drei Wochen fragt mich das Herr Kopte jeden zweiten bis dritten Tag. Und jedes Mal behauptet er ganz dreist, er freue sich über mein Feedback. Ich glaube dem Mann kein Wort!

 

Was tun?

 

Am Ende habe ich beschlossen, in die Offensive zu gehen. Ich habe Herrn Kopte einen Brief geschrieben. Per Post. Sodann habe ich die Pressestelle von Strato angemailt und sie um eine Stellungnahme gebeten – keine Reaktion.

Schließlich habe ich – auf Anraten eines Mitglieds der „Kleinen Finanzzeitung“ – das Social Media Team von Strato auf Facebook angeschrieben. Die waren sehr rührig und besorgt um mich. Na immerhin.

Und kaum hatte ich das alles gemacht – kam gestern der erste Anruf von einem Techniker von Strato. Er hat das Problem protokolliert und will es weiterleiten. An Mitarbeiter, die es beheben können.

 

Eine tiefe Verbeugung

 

Nun habe ich beschlossen, meine Leserinnen und Leser zu informieren. Was soll ich auch tun? Der ein oder andere von euch wird sich sicher schon wundern, warum er nichts von mir hört. Leider könnt ihr meinen Newsletter derzeit nicht lesen. Auch die Bestätigungsmails für diejenigen, die den Newsletter bestellen werden von Strato nicht zugestellt. Und wer mich anschreibt, der bekommt leider nur eine Fehlermeldung. Ich kann dazu nur folgendes sagen:

Um das ganz deutlich zu machen will ich das auch noch als Bild darstellen:

 

 

Was kannst du tun?

 

Du kannst gerne regelmäßig hier vorbeischauen. Du kommt also einfach ganz zwanglos zu Besuch hier auf grossmutters-sparstrumpf, so wie man früher einfach mal so eben bei Freuden vorbeiging die kein Telefon hatten, damals, in der Zeit als es noch kein Smartphone gab.

Du kannst auch einfach die Facebook-Seite von grossmutters-sparstrumpf liken. Dann erfährst du nach wie vor zuverlässig von jedem Text den ich veröffentliche.

Du kannst mich zudem über meine berufliche Mailadresse post@singleberater.de erreichen. Zumindest kannst du mich da oft erreichen. Leider aber nicht immer, denn seit gestern bekomme ich auch unter dieser Mailadresse gelegentlich genau die Fehlermeldung, die Strato mir nun schon seit Wochen zuschickt: Refused by local policy. No SPAM please!

 

 

 

Nicht mal dem Markus Koch in New York konnte ich gestern schreiben. Und heute kamen wichtige Unterlagen meines Technikers für Strato nicht bei mir an. Ihr ahnt sicher, was für eine Fehlermeldung mein Techniker  bekam. Richtig. Refused by local policy. No SPAM please!

Ich werde weiterhin versuchen, Strato dazu zu bringen, meine Newsletter und auch die Bestätigungsmails für alle die den Newsletter abonnieren nicht mehr als SPAM zu behandeln. Nein, ich gebe nicht auf!

Wer mich unbedingt erreichen will und das per Mail nicht schafft, der kann seine Nachricht entweder unter diesem Text als Kommentar hinterlassen. Oder aber er nutzt ganz altmodisch – die Post. Die wird nach wir vor zugestellt. Hier kommt die Adresse:

Christian Thiel

Pestalozzistraße 14

13187 Berlin

 

Der Abdruck der beiden Logos von STRATO erfolgt mit freundlicher Genehmigung der STRATO AG.

 

 

11 Kommentare

  1. Dusan

    Passiert uns auch gelegentlich.
    Eventuell ist es aber gar nicht strato – sondern deine mailabsenderadresse landete whyever in Spam Datenbanken und wird daher automatisiert geblockt..
    ?

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Es war strato. Und sie haben es abgestellt. Endlich!

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  2. Felix

    Einfach einen Gmail-Account benutzten, funktioniert bei mir gefühlt seit 20 Jahren ohne Probleme.

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ich danke allen, die sich hier um mich gesorgt und die mir Tips gegeben haben. Seit heute früh läuft zum Glück endlich wieder alles normal. Und morgen kommt dann der erste Versuch mit einem Newsletter. Wenn der raus ist – und ankommt – dann geht es mir besser.

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  3. Stefan Craezer

    Das ist ärgerlich. Und ich dachte schon, der Dienst wäre eingestellt worden.
    Ich weiß zwar nicht, wie Du Deinen Newletter bei Strato versendest, aber bei einem Newsletter Deines Formats würde ich einen professionellen Dienstleister verwenden, der sich ausschließlich auf den Newslette-Versand spezialisiert hat. In meinem beruflichen Umfeld verwenden wir https://www.cleverreach.com/.
    Das ist eine kostengünstige Alternative und funktioniert seit Jahren einwandfrei.

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    1. Sebastian

      Da hat der Stefan Recht. Provider wie Strato sehen es ungern wenn Newsletter über ihre Systeme verschickt werden. Da Du dir den Server mit anderen Kunden teilst ist es eine Gefahr für Strato auf Spamlisten zu landen da dann die anderen Kunden auch nicht mehr versenden können.

      Dann hat Strato ein großes Problem und deswegen wird da recht restrektiv mit Newslettern umgegangen. Spezialisierte Provider wie cleverreach oder Mailchimp sind auf den Newsletterversand spezialisiert und sorgen dafür das alles reibungslos klappt.

      Bei Newslettern immer über so einen Provider gehen und dann gibts auch keine Probleme beim eigenen Postfach 🙂

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      1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

        Strato hat mir den Newsletterversand als Service bei WordPress ausdrücklich zugesichert. Und sie haben ihn über drei Jahre durchgeführt. Zudem hat das Problem ja auch auf ganz andere Bereich wie meine beruflichen Mails übergegriffen, die mit Newslettern rein gar nichts zu tun haben.
        Was auch immer es war, es ist vorbei. War aber sehr anstrengend, die dazu zu bewegen, das Problem zu lösen. Das wird Folgen haben, vermutlich einen Wechsel des Anbieters.

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  4. Tobias

    Hallo Christian, es tut mir diese Situation echt leid, ich hatte bereits ähnliche Erfahrung, manchmal dauert es ewig bis das Problen gelöst wurde. Hauptsache nicht aufgeben!:)

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  5. Thorsten

    Ohja, mein Mitleid hast Du…bei denen war ich vor etlichen Jahren auch mal länger Kunde, bis ich ähnliche Erfahrung gemacht habe. Damals aber mit einem Server, der sich alle 5min neustartete und damit schwer erreichbar.

    Danach jahrelange zufriedener hosteurope-Kunde, bis die aber aufgekauft wurden und leider der Kundensupport auch nur noch aus einem Call-Center bestand, dem man alles erklären musste.

    Wenn Du eine Empfehlung willst: Ich bin mittlerweile bei einem sehr kleinen Provider, der Server in einem Rechenzentrum von hetzner anbietet. Sehr kompetent und wenn man etwas hat meldet sich in kurzer Zeit jemand mit viel Ahnung und hilft. Hab den Wechsel nie bereut und wenn okay poste ich hier gerne den Link!?

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  6. luttz

    Und da sagen die Leute „Nimm keinen kostenlosen Mailprovider, da bist du nicht Kunde, sondern das Produkt!“. Aber ich habe oft genug den Eindruck, dass einem auch Unternehmen für deren Produkte man zahlt, nicht helfen wollen…

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