Die Korrrektur wird kommen – aber niemand weiß, wann das sein wird

Von einer drohenden Korrektur war in den letzten Tagen wieder und wieder die Rede. Und dann zog mein Depot heute ganz schnell auf ein neues Allzeithoch. Vielleicht ist das mal eine gute Gelegenheit, ein Wort zu Korrekturen zu sagen. Und anschließend noch ins Depot selber zu schauen.

Korrekturen gehören zum Geschäft an der Börse mit dazu. Natürlich kann es in diesem Jahr eine Korrektur geben. Es gibt allerdings gute Gründe, warum die Korrektur auch ausfallen kann. Niemand sollte sich auf eines der beiden Szenarien verlassen. Und das Gründe.

Erstens. Es will noch sehr viel Geld in den Markt. Das wartet nur auf fallende Kurse. Wenn aber sehr viel Geld in den Markt will (und muss), dann sind die Kurse nach unten sehr gut abgesichert. Aktien werden nicht gekauft, weil ein KGV hier oder dort steht oder weil es nach dem Nobelpreisträger Shiller hier oder dort steht.

Zweitens. Aktien werden gekauft, weil Anlegerinnen und Anleger nach Anlagen suchen. Es herrscht nichts als das Gebot von Angebot und Nachfrage. Bei um 8 Prozent fallenden Kursen (und ich gehe fest davon aus, dass wir das in diesem Jahr mindestens ein Mal erleben werden) wird sehr viel Geld in den Markt kommen.

Drittens. Natürlich freuen sich die großen Häuser, wenn sie Aktien bei -12%, bei -16% oder gar bei -19% einsammeln können. Wenn sie eine Chance sehen, dann werden sie das tun. Ich gehe fest davon aus, dass wir das spätestens in 2021 wieder erleben werden.

Viertens. Wo die Kurse dann stehen? Der S&P 500 wird dann möglicherweise bei 4.500 Punkten stehen. Korrigiert er tatsächlich um 19% (keine Garantie, dann sehen wir uns bei 3.645 Punkten wieder. Diesen Kurs bekommst du aber nur, wenn du den genauen Tiefpunkt erwischt. Das gelingt so gut wie niemandem, schon gar nicht, wenn er ängstlich ist oder Anfänger oder beides zusammen.

Fünftens. Liegst du ganz knapp daneben mit deinem Nachkauf und erwischst den S&P 500 bei 3.850 Punkten, dann kaufst du ihn in einem Jahr ziemlich genau da, wo er auch heute steht. „Ist doch auch gut“, könntest du jetzt denken. „Nein, ist es nicht.“ Wer die ganze Zeit investiert war, der hat auch noch die Dividenden eingestrichen. Er hat deshalb 1,7 Prozent mehr Gewinn gemacht als du.

Mein Fazit

 

Statistisch gesehen, gibt es alle 18 Monate eine Korrektur. Dummerweise kommen sie aber nicht regelmäßig und vorhersehbar – sondern überraschend. Niemand kann sie vorhersagen.

Die Angsthasen und die Pessimisten werden auch in den nächsten Monaten regelmäßig vor ihr warnen. Und ich werde ihre Warnungen weiterhin ignorieren. Angesichts historisch niedriger Zinsen in den USA können wir noch sehr lange einen Bullenmarkt sehen. Mit steigenden Kursen. Und mit Korrekturen, die ihn etwas ungemütlicher machen.

Heute zog das Depot jedenfalls erst einmal um 2,5 Prozent nach oben. Stärkste Werte mit einem Plus von 4 Prozent und mehr waren BOOKING, JOHN DEERE, MASSTERCARD, DISNEY, UNDER ARMOUR, THE TRADE DESK, STARBUCKS, DOCUSIGN, ZENDESK.

Merkt ihr was? Es ist kein Tech-Tag. Es ist kein Old-Economy-Tag. Alle Aktien ziehen nach oben, quer Beet. Einige mehr, einige weniger. Dabei habe ich die Aktien die um die 3 Prozent im Plus liegen gar nicht erst mit aufgezählt. Frage: Was machen jetzt die, die an der Seitenlinie stehen?

Wenn du keinen Beitrag mehr verpassen willst, dann bestell doch einfach den Newsletter! So wirst du jedes Mal informiert, wenn ein neuer Beitrag erscheint!

 

 

5 Kommentare

  1. Cadde

    Mich tät bei einer Buy&Hold Strategie mal interessieren, was die Kriterien sind um eine Aktie abzustossen. Wie sieht ein Indikator aus, ab dem ein Unternehmen anfängt seine Innovationskraft zu verlieren und wie misst man diesen?

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Sehr gute und sehr schwierige Frage. Ich habe noch nicht viele Aktien verkauft. Getan habe ich es in der Regel, weil meine These für das Investment in meinen Augen falsch war. In der Regel halte ich lieber an einer Aktie fest. Zuletzt habe ich einen Teil von FACEBOOK verkauft, um das Geld in PINTERST umzuschichten. Auch das ist ein guter Grund für einen Verkauf: eine andere Investition ist einfach besser (in meinen Augen besser).

      Antworten
  2. Guido Fricke

    Jeder Autor hat irgendwann einmal Recht. Das liegt in der Natur der Sache 🙂
    Ich hoffe doch sehr, dass wir noch schöne GEWINNE in diesm Jahr machen können!

    Antworten
  3. Georg Harder

    Hallo lieber Christian,
    Guter Kommentar heute.
    Vielleicht kannst Du mal Dolby Laboratories beleuchten. Irres Eigenkapital. Ist
    einer meiner Wachstumsstars im Depot.
    Gruss Georg

    Antworten
  4. Michael

    So lange die Hausse weiter andauert, hast Du recht. Falls diese zukünftig endet und eine Baisse auftritt nicht.

    John Rothschild meint dazu:

    Kaufen und Halten ist bei Weitem nicht die sichere Sache, zu der es immer gemacht wird. Es funktioniert in Haussen. Es funktioniert, wenn man bröckchenweise investiert und dabei das Auf und Ab mitnimmt. Es funktioniert in leichten Baissen, wenn die Rückgänge schnell wieder wenden. Es kann funktionieren, wenn man 20 Jahre auf die Erholung einer Aktie warten kann, nachdem sie um die Hälfte gefallen ist. Andernfalls ist es riskant. Es ist riskant, wenn man Aktien hält, die man zu überzogenen Preisen gekauft hat. Es ist extrem riskant, wenn die Altersversorgung von einem positiven Ergebnis abhängt und wenn man vorhat, in spätestens zehn Jahren mit dem Golfspielen anzufangen.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.