Warum ich die Aktie von John Deere mag

Wenn du schon länger hier auf meinem Blog liest, dann kennst du meine Abneigung gegen Dividendenstrategien, die auf angeblich „gute“ Dividendenzahler setzen. Der Grund dafür ist ganz einfach – sie bringen weniger ein als andere Dividendenaktien. Viel weniger sogar.

Das liegt an der Dividendensteigerung. Aktien mit einer hohen Dividendenrendite bringen auf lange Sicht in der Regel wenig Zuwachs bei den Dividenden. Ihr Kurs steigt ebenfalls kaum. Auch viele Dividendenaristokraten fallen in diese Kategorie – weshalb ich ja schon oft vor Dividendenaktien wie zum Beispiel AT&T gewarnt habe.

 

Steigende Dividende bei JOHN DEERE

 

Nur mal angenommen du kaufst eine Aktie und die Dividende steigt von Jahr zu Jahr. Wie wird sich das auf den Kurs der Aktie auswirken? Gute Frage. Ich will dir das heute an einem Beispiel zeigen.

In der Grafik unten siehst du die vierteljährliche Dividende der Aktie von JOHN DEERE, dem Trecker- und Farmgerätespezialisten. JOHN DEERE ist eine der „besten Aktien“. Du findest sie deshalb auch im wikifolio von grossmutters-sparstumpf.

 

 

Wie du leicht erkennen kannst, ist die Dividende bei JOHN DEERE von 2004 bis 2017 von 0,11 Dollar auf 0,60 Dollar gestiegen. In diesen 14 Jahren ging es also um rund 450 Prozent nach oben. Daraus ergibt sich ein durchschnittliches jährliche Wachstum (CAGR – compound annual growth rate) von rund 13 Prozent.

 

Der Charme der Dividendensteigerung

 

Das hat für dich natürlich viele Vorteile. Im ersten Jahr hast du bei einem Investment von 10.000 Euro eine Dividendenrendite von nur 1,45 Prozent gehabt. Du hast also im ersten Jahr nur 145 Euro bekommen. Das ist bei guten Wachstumsaktien oft so. Sie haben keine hohe Dividendenrendite.

Wie aber sieht es im vierzehnte Jahr aus? Nun hast du eine Dividende in Höhe von 646 Dollar. Das ist viel mehr. Dank des starken Anstiegs. Deine Verzinsung auf die eingesetzten 10.000 Euro beläuft sich jetzt schon auf 6,46 Prozent. Aber nicht nur das. Die Aktie ist in der Zwischenzeit ja auch stark gestiegen.

Um wie viel?

Würde es dich wundern, wenn die Aktie, ähnlich wie die Dividende auch, um etwa 450 Prozent gestiegen wäre? Das ist oft so. Schauen wir mal, ob es auch bei JOHN DEERE der Fall ist. Die Aktie notierte 2004 zur Hauptversammlung bei 32 Euro. Bei einem Anstieg des Kurses um 450 Prozent müsste die Aktie jetzt also 142 Euro kosten.

Und wo steht sie derzeit? Bei 139 Euro. Das ist beinahe eine Punktlandung.

 

 

Und wie sieht es bei einem angeblich guten Dividendenzahler aus?

 

Schauen wir nun zum Vergleich mal auf eine der Lieblingsaktien von Dividendenanlegern. DAIMLER. Die Dividendenrendite von DAIMLER lag im Jahr 2004 bei 4,5 Prozent. Es waren 1,50 Euro pro Aktie. Klingt gut? Schauen wir mal. Die Dividende ist bis heute auf 3,25 Euro gestiegen. Das macht einen Zuwachs von 117 Prozent in dieser Zeit. Das ist viel weniger als bei JOHN DEERE.

 

Würde es dich wundern, wenn die Aktie von DAIMLER in dieser Zeit ebenfalls um 117 Prozent gestiegen wäre? Mich nicht. Aber wir können ja nachschauen und ein wenig rechnen – dann wissen wir mehr.

Die Aktie von DAIMLER stand im Jahr 2004 (zur Hauptversammlung) bei einem Kurs von 35,38. Plus 117 Prozent – dann könnte sie aktuell bei 76,77 Euro stehen.

Ein Blick auf den DAX zeigt: DAIMLER steht heute (Stand 26. Januar 2018) bei einem Kurs von 74,77 Euro. Noch eine Punktlandung.

 

In Mark und Pfennig

 

Was wäre nun bei deinem Investment in den „guten“ Dividendenzahler DAIMLER oder den „schlechten“ Dividendenzahlen JOHN DEERE in dieser Zeit aus deinem Geld geworden?

Bei einem Investment von 10.000 Euro in DAIMER hättest du jetzt den Betrag von 21.800 Euro. Die Dividenden nicht mitgerechnet.

Bei einem Investment in JOHN DEERE hättest du dagegen in der Zwischenzeit 55.000 Euro. Die Dividenden habe ich auch hier nicht eingerechnet.

Mein Fazit: Die Aktie mit der deutlich steigenden Dividende schneidet viel besser ab. Natürlich. Steigende Dividenden sind besser.

 

 

 

Ein steigende Dividende ist besser

 

Aktien mit einer stark steigenden Dividende sind besser für dein Depot, als Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Wenn du den Index schlagen willst, dann solltest du bei Dividendenaktien auf diesen Punkt achten. Natürlich kannst du gerne selber mal nach solchen Aktien suchen. Ich kann dir aber auch ein paar Vorschläge machen, welche Aktien dieses Kriterium derzeit und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft erfüllen.

APPLE. Die Dividende von APPLE steigt derzeit um rund 11 Prozent im Jahr. Auch wenn der Konzern in Zukunft kein neues Produkt auf den Markt bringen sollte, sondern nur seine bestehend Produktlinien beibehält und verbessert, kann er seine Dividende noch viel Jahre lang in diesem Tempo erhöhen.

MASTERCARD. Die Aktie von MASTERCARD bringt es auf unglaubliche 50 Prozent Dividendensteigerung pro Jahr, bezogen auf die letzten sechs Jahre. Nein, in dem Fall ist die Aktie nicht genauso schnell gestiegen. Sie hat ‚nur’ um 28,6 Prozent pro Jahr zugelegt. Selbst wenn die Dividende von MASTERCARD in den nächsten Jahren nur noch um 15-20 Prozent steigt, wird die Aktie mir und allen anderen Anlegern noch viel Freude machen.

NOVO NORDISK. Die Aktie von NOVO NORDISK hat in den letzten Jahren im Durchschnitt um 15,4 Prozent zugelegt – die Dividende stieg hingegen im Durchschnitt um 21 Prozent pro Jahr.

Natürlich gibt es Gründe für die stark steigende Dividende bei diesen Unternehmen. Es sind Unternehmen, deren Umsätze und deren Gewinne steigen. Es sind Wachstumswerte. Für grossmutters-sparstrumpf bleibt es also bei der Devise „Dividenden sind gut, steigende Dividenden sind besser. Viel besser.“.

 

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4 Kommentare

  1. André

    Hallo Christian,

    zunächst einmal vielen Dank für den tollen Beitrag mit der sehr interessanten Berechnung! Dank der Informationen auf http://www.finanzen.net zu beiden Aktien konnte ich alle deine Angaben überprüfen und einfach nachrechnen. Auf der Seite werden übrigens auch die Divenden für Deere in Euro angegeben. Das macht die Umrechnung überflüssig – falls die Angaben auf der Seite korrekt sind.

    Eine Frage habe ich bezüglich der Kurssteigerung von Deere. Du hast diese mit rund 450% angegeben. Wie kommst du auf diesen Wert?

    Bei Daimler komme ich über die Rechnung (76,77 – 35,38) / 35,38 auf die von dir angegebenen 117%. Der gleiche Rechenweg mit den Zahlen von Deere angewandt führt zu einer Steigerung von „nur“ 334%. Zwar sind umgekehrt 32€ * 4,5 = 144€, doch in dieser Rechnung stellen die 4,5 ja nicht die Steigerung von 450% dar. Oder sehe ich gerade den Wald vor lauter Zahlen nicht?

    LG,
    André

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Du hast recht – und meine Prozentrechnung war schwach. 32€ * 4,5 sind nicht 450 Prozent, da ich einen Zähler (4,5 – 1 = 3,5) hätte abziehen müssen. Es bleiben rund 350 Prozent Kursgewinn bei DEERE.
      Danke!
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

      Antworten
  2. Klaus Mettenheimer

    Könnte es sein,, daß du die Relation Dollar zu Euro nicht in Betracht gezogen hast?
    Denn 0,60$ sind heute 0,48€ d.h. Bei 312 Aktien, welche du vor 10 Jahren für 10.000€ bekommen hast,
    erhälst du 599€. Bei Daimler wären es 916,50. Oder rechne ich falsch?

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ich habe das Jahr 2004 als Ausgangsjahr genommen (nicht zehn Jahre, wie du schreibst). Das liegt an der Grafik für die Dividende bei JOHN DEERE. Die beginnt in 2004. Damals stand der Dollar bei 1,24 Euro – genau wie derzeit. In der Zwischenzeit stand er zumeist darüber und eine kurze Zeit darunter. Das ist sehr schwierig in Euro auszurechnen, also habe ich es gelassen. Manche Unternehmen haben netterweise ein Sharholder-Tool. Da kann man den Ausgangsbetrag eingeben oder die Zahl der Aktien und sich die Entwicklung der Einlage bei Wiederanlage der Dividende berechnen lassen.
      DAIMLER hat das. Aber JOHN DEERE leider nicht. Sonst hätte ich auch mal geschaut, wie sich der Betrag bei Wiederanlage entwickelt hat. Bei DAIMLER heißt das der Performance Calculator:
      https://www.daimler.com/investoren/aktie/boersenkurs/renditerechner.html

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