Gerd Kommer über Finanzpornografie

Das neue Buch von Gerd Kommer ist da. Es ist die fünfte überarbeitete Ausgabe seines Standardwerks „Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs. Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzindustrie gewinnen“. Grossmutters-sparstrumpf bringt aus diesem Anlass heute einen Abdruck des Kapitels zu den unseriösen Praktiken von ‚Finanzexperten’ und Finanzpresse.

GASTBEITRAG

– von Dr. GERD KOMMER –

Der in den USA gängige, aber hierzulande weniger verbreitete Begriff der »Investmentpornografie« beschreibt treffend einen Typus von Informationen, der heute von den Medien, im Internet und von der Finanzbranche als »Information« verkleidet über Wertpapier- und andere Vermögensanlagen verbreitet wird.

Was genau ist Investmentpornografie?

Wie echte Pornografie ist auch dieses Phänomen schwer zu definieren, aber leicht zu erkennen. Für Investmentpornografie ist charakteristisch:

# dass die Risiken des Investierens heruntergespielt oder ganz übergangen werden;

# dass auf lange Sicht nicht haltbare, aber diffus formulierte Jeder-kann-reich-werden-Versprechungen gemacht werden;

# dass Aussagen, die nur zufällig stimmen können wie zum Beispiel Kursprognosen, mit der Aura gesicherten Expertenwissens versehen werden;

# dass unter den Abermillionen vergangener Finanzprognosen vorwiegend jene wenigen erwähnt werden, die eingetroffen sind;

# dass die wissenschaftlich klar identifizierte Rolle des Zufalls beim Erfolg von Vermögensanlagen fast komplett ignoriert wird;

# dass wissenschaftliche Forschungsergebnisse nur selektiv berichtet werden, zumeist dann, wenn sie einzelne aktive Anlagestrategien zu bestätigen scheinen;

# dass historische Renditen einzelner Produkte, einzelner Investoren oder einzelner vergangener Perioden so präsentiert werden, als ob sie prinzipiell für jeden Anleger wiederholbar wären;

# dass Kosten und Steuern aktiver Anlagestrategien unter den Tisch gekehrt oder versteckt werden;

#  dass Inflation aus historischen Renditen nie herausgerechnet wird;

# dass jedes Jahr eine neue »einmalige Investmentchance« oder ein neues »Investmentgeheimnis« propagiert wird; dass hochgejubelt wird, was in den letzten drei bis fünf Jahren zufällig gut gelaufen ist;

# und, nicht zuletzt, dass ein kindischer Starkult mit einer laufend wechselnden Kollektion aus »Reichmachern« und »Börsengurus« betrieben wird.

Der Buchmarkt

Nehmen wir zum Beispiel populäre Bücher zum Thema Geldanlage. Schon manche Buchtitel lassen vermuten, welche Qualität von »Informationen« dem Leser dabei vermittelt werden: Bäckermeister Martin Frick: „Ich mache Sie reich“, David Bach: „Automatisch Millionär“, Michael Mross: „Schnell reich – Die ewigen Gesetze der Börse“ oder Joel Greenblatt: „Auch Sie haben das Zeug zum Börsengenie“.

Der deutsche Finanzbuchautor und Motivationstrainer Bodo Schäfer behauptet in einem Buch zu zeigen, wie seine Leser ihr Vermögen innerhalb von vier Jahren verdoppeln und »in sieben Jahren die erste Million Euro« erreichen.

Eine Verdoppelung in vier Jahren würde nach Steuern und Kosten eine Jahresrendite von 19% erfordern. Wer mit hoch angesetzten 100 000 Euro startet, braucht eine jährliche Nettorendite (nach Kosten und Steuern) von 39%, um in sieben Jahren zu einer Million zu gelangen. Selbst mit einem Startkapital von 500 000 Euro wäre eine Jahresrendite von 10% nach Kosten und Steuern erforderlich, um in sieben Jahren eine Million zu erreichen.

Dagegen steht die Realität der inflationsbereinigten Rendite des deutschen Aktienmarktes (DAX) in den 42 Jahren von 1975 bis 2016 von real 6,4% p.a., die deutscher Staatsanleihen (RexP) von 3,9% p.a. und die von Gold von 1,0% p.a. – wohlgemerkt in allen Fällen exklusive Steuern und Kosten.

Bei Aktien gab es zwischendurch maximale Verluste in der Größenordnung von -60% (sofern global diversifiziert, wenn nur auf Deutschland konzentriert noch mehr) und bei Gold von –76%. Die für Buy-and-Hold-Anleger temporären Buchverluste illustrieren, dass diese Renditen nicht »umsonst« zu haben sind. Sie erfordern starke Nerven, Disziplin und genügend freie Liquidität außerhalb des Portfolios.

Die Finanzpresse

Der Aktionär. Zeitschriften sind im Allgemeinen noch schlimmer als Bücher. So präsentiert stolz Der Aktionär »Zehn Aktien mit 100% Gewinnchance in 6–12 Monaten«. Da fragt man sich unwillkürlich, warum die Verfasser überhaupt noch in einem so mühseligen Gewerbe wie Journalismus tätig sind –
denn wenn auch nur die Hälfte dieser Tipps in Der Aktionär funktionieren
würde, wären die Redakteure in kürzester Zeit Multimillionäre.

Focus Money. Zu noch mehr kurzfristigem Gewinn verhilft Focus Money: »227% Gewinn an einem Tag mit brandheißen Penny Stocks«. Wer nachrechnen möchte: Bei dieser Rendite genügt ein Einsatz von einem Euro, um in 20,5 Tagen so reich zu werden wie Bill Gates (rund 75 Milliarden Dollar, Stand Anfang 2015).

Börse-Online. Ähnlich »optimistisch« Börse-Online: »Mit den richtigen Aktien 5 000 Prozent Gewinn. Titel, die Jahr für Jahr steigen«. Langfristanleger
macht Finanzen mit einer wirklich einmaligen Gelegenheit bekannt: »Biotechnologie: Die Investment-Chance des Jahrhunderts«.

Gut, dass uns die Herren Redakteure bereits jetzt aufklären, was bis Ende des 21. Jahrhunderts am besten rentiert.

Achtung – Pessimismus

Businessweek. Doch auch »Softporno«-Pessimismus ist verbreitet: Businessweek, das Wirtschaftsmagazin mit der höchsten Auflage weltweit, schrieb am 13.8.1979 nach einem relativ schlechten Jahrzehnt für Aktien: »Die US-Wirtschaft muss den Tod von Aktien [als Asset-Klasse] wohl als dauerhaft betrachten.« In den folgenden zehn Jahren rentierte der USA-Aktienmarkt (MSCI USA) mit nie da gewesenen 16,6% p.a.

The Economist. Selbst die vorgeblich seriösesten Blätter der Welt verbreiten diese Art »bauchgesteuerten« Populismus und Sensationalismus, der mit erstaunlicher Zuverlässigkeit immer dann zutage tritt, wenn sich der Trend dreht. So veröffentlichte das britische Wirtschaftsmagazin The Economist am 14.2.2002 unter der Überschrift »Die Traurigkeit Japans« einen akribisch recherchierten, achtseitigen Leitartikel über den angeblichen strukturellen Niedergang der japanischen Wirtschaft. Die Leser erfuhren viel über »kollabierende Unternehmensbilanzen«, ein »wackeliges Bankensystem« sowie »Reformen, die unwahrscheinlicher sind denn je«. In den acht Jahren von 2003 bis 2010 rentierte der MSCI Japan besser als der US-Aktienmarkt (beide in Euro gerechnet).

Wie auch in diesem Fall kommen solche scheinbar plausiblen Vorhersagen, ob optimistisch oder pessimistisch, fast immer zu spät, weil sie naive Trendverlängerungen sind. Bei Befolgung führen sie oft zu entgangenen Gewinnen oder gar zu gravierenden Verlusten. Ich werde in diesem Buch noch eine Anzahl solcher Peinlichkeiten zitieren, die exzellent geeignet sind, die Finanzgesundheit derjenigen, die sie Ernst nehmen, zu schädigen.

Das Internet

Emerging Markets Investor. Dass das Internet dem Ganzen die Krone aufsetzt, dürfte klar sein. Wir wollen uns mit einem Beispiel begnügen: »China-Aktien vor einer Kursexplosion! »titelte der Online-Börsenbrief Emerging Markets Investor auf der Web-Seite onvista.de am 13.7.2001. Man kann nur hoffen, dass potenzielle Anleger sich damals viel Zeit ließen mit der Umsetzung dieser Empfehlung: Der MSCI-China-Index erlebte nämlich ab Juli 2001 eine fast zweijährige Kursimplosion um 43%, bevor wieder eine Erholung einsetzte.

China-Medienhype. Generell wurde wohl kein Schwellenland in den vergangenen 20 Jahren in den Medien und im Internet so sehr »gehyped« wie China. Dabei hat China von 1993 bis 2016 (soweit reichen die Daten zurück) nur klägliche Aktienrenditen produziert, trotz seines außergewöhnlich hohen Wirtschaftswachstums. In diesen 24 Jahren betrug Chinas reale Aktienrendite kaum glaublich niedrige
minus 0,7% p.a. Auch in den letzten zehn Jahren (2007 bis 2016) lag das Land unter der Rendite des Weltaktienmarktes.

Nehmen wir dagegen das von Medien und Internet vollständig ausgeblendete »Nobody-Land« Peru: In den gleichen 24 Jahren verschaffte es seinen Anlegern eine reale Rendite von 13,1% p.a., in den vergangenen 10 Jahren eine von 10,1% p.a. Das ist mehr als doppelt so hoch wie der China-Wert (alle Renditen in Euro).

Werbung als Nachricht getarnt

Boersennews.de. Aus Nutzersicht besonders fatal ist die im Internet allumfassende Vermischung aus Werbung und Pseudoberichterstattung. Auf dem Finanzportal www.boersennews.de klickt man das Stichwort »Themenfonds« an, um sich über diese Fondskategorie neutral zu informieren. Bevor man den gesuchten, kargen Inhalt zu sehen bekommt, poppt ein als redaktioneller Beitrag getarnter »Artikel« auf: »Hans Meiser enthüllt: Mit diesen 5 Top- Aktien verdienen Sie 2017 ein Vermögen«. »Clickbaiting« übelster Sorte.

Auch bei Immobilien ist Investmentpornografie verbreitet. Dort wird selbst Bodo Schäfers Get-Rich-Quick-Masche noch getoppt. So sagt »Immobilieninvestor« Alex Fischer im Untertitel seines Buches Reicher
als die Geissens (2016): »Mit null Euro Startkapital in fünf Jahren zum Immobilienmillionär«.

Ungetarnte Werbung

Da mutet die Werbung für Börsengänge, für die Prominente engagiert werden (Thomas Gottschalk, Veronika Pooth, Johannes B. Kerner, Charles Brauer, Günter Netzer und andere) ja noch harmlos an. Sie ist wenigstens als Werbung und nicht als Information erkennbar. In einem raren und späten Wandel von Selbsterkenntnis entschuldigte sich der Schauspieler Manfred Krug Anfang 2007 sogar bei den Telekom-Aktionären. 1996 hatte er für die »Volksaktie« (Ex-Bundeskanzler Schröder) geworben, die zehn Jahre später noch immer unter 14,60 Euro (dem ursprünglichen Emissionspreis) notierte. Am schlimmsten traf es natürlich diejenigen Anleger, die im Vertrauen auf den »Volksschauspieler« Krug beim Spitzenkurs von knapp 90 Euro einkauften.

Johannes B. Kerner (»Bei Aktien setze ich nur auf Sieger«) hatte diesen Anstand trotz Bruchlandung des Börsengangs der Billigfluggesellschaft Air Berlin (2006 und elf Jahre später endgültig), für den Kerner in Fernsehspots die für ihn lukrative Werbetrommel schlug, nicht.

Ein großer Teil des Marketing-Materials der Finanzbranche und der überwiegende Teil der sogenannten Finanz- »Informationen« im Internet bewegt sich allenfalls optisch oberhalb des Niveaus von Spam-E-Mails à la »Mit dieser Methode verdienen Hausfrauen 4 000 Euro in der Woche«.

Ein Fazit

Fassen wir zusammen: Investmentpornografie sind Medienaussagen, die Anleger glauben machen, jeder könne in kurzer Zeit selbst mit geringem Startkapital Millionär werden. In Wirklichkeit gelingt dies natürlich nur einigen wenigen Glückspilzen und zwar primär deshalb, weil sie ein hohes
Verlustrisiko eingegangen sind, indem sie alles auf eine Karte, sprich auf
wenige Einzeltitel oder Marktsegmente, setzten. Solche Wetten gehen oft, aber eben nicht immer schief. Von der Mehrheit der Verlierer hören wir in den Medien etwa so oft wie von schwäbischen Schlagersängern aus den 70er-Jahren.

Gut 90% der Medieninformationen über Wertpapiermärkte und ganz besonders Renditeprognosen sowie Kauf- oder Verkaufstipps sind – soweit sie nicht banale Fakten wiedergeben, wie etwa der Kurszettel im Wirtschaftsteil – Investmentpornografie. Die ist omnipräsent in Tageszeitungen, Anlegermagazinen, Investment-Newslettern, Ratgeberbüchern, im Fernsehen und ganz besonders im Internet.

Investmentpornografie sind Informationen, die nicht nur nutzlos, sondern bestens geeignet sind, die Nettorendite von Anlegerportfolios zu senken. Investmentpornografie ist oberflächliches, sensationsheischendes, gezielt an Unwissenheit, Neid und Gier appellierendes, aus dem angemessenen Kontext gerissenes Marktgeschrei mit dem primären Ziel, Anleger zum Kaufen und Verkaufen zu animieren, weil daran jemand verdient, oder weil der Pornografieproduzent die Absatzzahlen seines Mediums steigern möchte.

Das Trommelfeuer der Wirtschaftsmedien und der Finanzbranche aus täglich neuen Anlagetipps, Musterportfolios, Unternehmensanalysen, Trends, Megatrends, »Geheimnissen« und irrelevanten Börsennachrichten vernichtet per saldo Anlegervermögen. Wenige nützliche Informationen gehen in einem Meer von pseudologischem, halbwahrem und missverständlichem Datengeschnatter unter. Diese Vermischung zerstört sogar den Wert der nützlichen Informationen, die mitverbreitet werden.

Fast alles, was Newsletter von Banken und Vermögensberatern, Business- TV, Investmentzeitschriften sowie der größte Teil des Internets laufend verkünden, müsste – wie jede Zigarettenschachtel – einen Warnhinweis tragen: »Achtung – die Verwendung dieser ›Informationen‹ oder Empfehlungen gefährdet Ihre finanzielle Gesundheit«. Gegen diese Angriffe auf Ihre Finanzgesundheit will Sie dieses Buch immunisieren und Ihnen eine überlegene, seriöse Alternative vorstellen.

Dr. Gerd Kommer, leitet in München ein Finanzberatungsunternehmen für Privatanleger (Gerd Kommer Invest). Er hat Betriebswirtschaftslehre, Steuerrecht, Politikwissenschaft und Germanistik studiert (Deutschland, USA, Liechtenstein) und 17 Jahre im europäischen und außereuropäischen Ausland gelebt und gearbeitet.  

Wenn du keinen Beitrag mehr verpassen willst, dann bestell doch einfach den Newsletter! So wirst du jedes Mal informiert, wenn ein neuer Beitrag erscheint!

Mehr lesen

 

 

12 Kommentare

  1. Rene

    nun denn, wir werden sehen.

    Nur ein echter Test über einen längeren Zeitraum wird die Wahrheit ans Tageslicht bringen. Nur weil es einige Schlechte gibt, muss man nicht gleich alle anderen verdammen. Für mich gilt immer erstmal Testen und dann eine eigene Meinung bilden. Auch wenn Herr Dr. Kommer einem seine Meinung aufdrücken möchte, warte ich doch erstmal meine langfristigen eigenen Tests ab.

    In diesem Sinne wünsche ich allen ein erfolgreiches Jahr 2019 – mit oder ohne Finanzpornografie.

    P.S. Nur mal so auch ein W.B. hatte schon Renditen von -30% und hat trotzdem am Ende der Wissenschaft ein Schnäppchen geschlagen.

    Antworten
    1. Peter

      Wem will denn Herr Kommer seine Meinung aufdrücken? Herr Kommer äußert seine Meinung in seinem Buch und jedem ist selbst überlassen, wie er das einordnet. Er schreibt weder, dass sein Ansatz der Alleinseligmachende sei – auch wenn ihm das Kommentatoren hier warum auch immer unterstellen – noch, dass er alles andere als das passive Investieren für Finanzpornografie hält. Er vertritt einfach die empirisch bereits sehr gut belegte Überzeugung, dass für praktisch alle Kleinanleger der passive Investmentansatz langfristig erfolgreicher ist als der aktive. Dass es natürlich —möglich— ist, diesen Ansatz unter Inkaufnahme von mehr Risiko outzuperformen, wird er nicht bestreiten (wie vielen das langfristig gelingt, ist eine andere Frage…). Auf den „echten Test“ von Kommers passivem Investmentansatz gegen Hans Meisers 5 Top-Aktien, die 2019 unbedingt ins Depot gehören, wäre ich aber dennoch sehr gespannt. Vielleicht führst du ihn mal durch und würdest die Ergebnisse beizeiten hier in den Kommentarspalten teilen?

      Antworten
  2. Steffen

    Noch ein Beispiel für Investmentpornografie(?):
    „Der DAX hat angesichts der zu erwartenden Wiederwahl von Angela Merkel und der damit weiter abnehmenden Unsicherheit in Europa in diesem Jahr ein Kursziel von 15.000 bis 15.500 Punkten. Die niedrigen KGVs der deutschen Unternehmen würden sogar einen Kursstand von 17.000 Punkten rechtfertigen. Die kann der DAX möglicherweise schon in 2019 anlaufen.
    Der S&P 500 hat ein Kursziel von 3.200 Punkten. Einen großen Teil dieser Gewinne (6,73 Prozent; Stand: 30. Januar) hat der Index allerdings in den ersten Börsenwochen erzielt. Das ist ein extrem guter Start in das Jahr 2018 – und schade für alle, die mit ihrem Geld an der Seitenlinie stehen. Die ist derzeit der gefährlichste Ort.“

    Dieser Satz wurde von Dir in Deinem Blog am 30.1.2018 unter dem Titel „Die Börsenampel ist grün“ geschrieben. Ich fand diese Aussage damals sehr gewagt und habe mit einigen Argumenten darauf hingewiesen, dass es berechtigte Gründe gibt, warum das NICHT so ist.
    Was soll´s. Der Dax steht heute mehr als 20 % tiefer bei 10.400 Punkten. Die Seitenlinie war also der gefährlichste Ort? Gefährlich????
    Sind ja alles nur Buchverluste, oder…? Ausserdem kann man dann ja von Dir lernen, wie man den Markt schlägt und das dann locker wieder ausgleichen kann, nicht?

    Es gibt wirklich viele interessante und lesenswerte Artikel auf Deiner Seite, ich sehe das als eine Bereicherung an. Trotzdem gibt es auch bei Dir einzelne Artikel, die nicht sooo weit entfernt von dem sind, was hier von Herrn Kommer kritisiert wird.

    Übrigens ist das oben genannte Buch „Automatisch Millionär“ von David Bach gar nicht so schlecht und ist überhaupt nicht mit den anderen genannte Büchern vergleichbar. Okay, es ist sehr „amerikanisch“ geschrieben und der Titel und der Untertitel sind völlig idiotisch. Inhaltlich ist das Buch für Investmentanfänger aber eine sehr gutes Einsteigerbuch, das mit seriösen Zahlen rechnet (10 % durchschnittliche nominale Jahresperformance bei Aktien ist doch vertretbar, oder?).
    Stattdessen gehören alle Bücher von Dirk Müller mit auf die (Müll)-Liste, der hat mir bei der Aufzählung gefehlt.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Nicht alle Prognosen treten ein – das ist auch bei mir so. Die Unsicherheit, die durch die Handelsauseinandersetzungen zwischen den USA und China entsteht, habe ich eindeutig unterschätzt. Die politische Unsicherheit die trotz der Wiederwahl von Angela Merkel durch den heftigen Kampf zwischen CDU und CSU entstanden ist ebenso. Die weitgehende Macht- und Gestaltungverlust von Angela Merkel ebenfalls.
      Ich mache Prognosen – keine unrealistische Versprechungen von 25 Prozent in jedem Jahr oder gar in jedem Monat.
      Allerdings gehöre ich eher zu den Optimisten. Woran sich nichts ändern wird. Die wichtigsten Indizes (MSCI World/S&P500/NASDAQ) stehen für dieses Jahr zwischen 0,6 Prozent und 6 Prozent im Minus (gemessen jeweils an thesaurierenden ETFs in Euro). Das ist nicht wirklich viel, allerdings wäre es (wenn es so kommt) das erste relevante Minus seit 2008 – seit über zehn Jahren also.
      Der DAX hat einen herben Verlust, keine Frage. Ich habe nur eine Aktie aus dem DAX im Depot, ADIDAS – und die steht für das Jahr 2018 im Plus.
      Für das neue Jahr erwarte ich allerdings (schon wieder) einen Anstieg der Kurse. Diesmal gibt es von mir wahrscheinlich keine genauen Zahlen – das ist möglicherweise wirklich zu gewagt.
      Du siehst, ich lerne dazu.

      Antworten
      1. Steffen

        Dann sind wir diesmal einer Meinung, zumindest mittelfristig:-)

        Antworten
  3. Zawinul

    Ach so! Ich hatte unter Finanzpornographie nicht so manche fragwürdigen Anlagetipps, sondern eher diejenigen Blogs verstanden, die ihre Finanzen, Einnahmen und Ausgaben und ihr Depot komplett offenlegen, also sozusagen die „Hosen runterlassen“.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Das Depot offenzulegen scheint mir das genau Gegenteil von „Finanzpornographie“ zu sein. Wer dagegen behauptet, er habe tolle Gewinne (und sie in Wahrheit nicht hat) der ist da schone in ganz anderer Fall. Die meisten Blogs die Einzelaktien empfehlen legen ihre Performance nicht offen – sondern begnügen sich mit dem Hinweis, dass ihre Anlagestrategie SUPER ist.

      Antworten
  4. Axel

    Es wird reklamiert was nicht gut ist, so soll es sein. Man fragt sich allerdings, was ist der Weg, wohin soll man sich wenden. Seriös wäre ein Verweis auf sonstige Informationsquellen, die einer seriösen Prüfung standhalten (der Autor wird nicht der Alleinwissende sein). Da darf man auch dann sein Buch (mit)nennen (obwohl Eigenlob).
    Das habe ich vermissst.

    Antworten
  5. Thorsten

    Ehrlich gesagt, zwar ganz unterhaltsam geschrieben und inhaltlich nicht falsch…

    Aber wer sich so in die Moralapostelrolle begibt, muss sich dann schon einmal fragen lassen, warum dieser Artikel selbst nicht klar als „Werbung“ gekennzeichnet ist!?

    Als nichts anderes kann es doch wohl gelten, wenn man andere Kanäle pauschal schlecht macht und als einzige Alternative das eigene Buch benennt. Von einem objektiven Beitrag/Kapitel hätte ich mir erwartet, dass Lösungen aufzeigt werden, wie der Leser seriöse von unseriösen Informationen unterscheiden kann…

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Immer wieder interessant, wie manche Leserinnen und Leser auf objektive Informationen reagieren. Nein, die werde ich auf meinem Blog auch in Zukunft nicht als Werbung kennzeichnen. Warum sollte ich?
      Und warum gleich so unhöflich? „Moralapostel“- Puh. Du wirst deinen Gründe haben für solche abschätzigen Bemerkungen. Und zur Sache selbst hast du jetzt einfach mal NICHTS beigetragen. Schade. Aber sicher nicht zu ändern.

      Antworten
    2. Rene

      wüsste ich es nicht besser, scheint es mir als hätte der Autor keine Ahnung von den Märkten. Der Rundumschlag ist mindestens genauso schlecht, wie die erwähnten Headlines aus den oben beschriebenen Zeitschriften und Buchtiteln. Im übrigen hat der Aktionär zum Beispiel ein Börsenbrief, der durchaus alle 3 Jahre das Depot verdoppelt. Man muss „nur“ dabei bleiben und natürlich wird niemand „All In“ in einen solchen Signaldienst investieren, sondern eine gesunde Diversifikation auf unterschiedliche Dienste anstreben. Wer aktiv aber keine Rendite erzielt, muss halt passive Rendite verkaufen…. irgendwie Finanzpornografie, wie ich finde 😉

      Antworten
  6. Florian

    Hervorragender Gastartikel von Dr. Gerd Kommer.
    Genauso und nicht anders sieht es aus mit der sogenannten Finanzpornographie. Den Vergleich mit der Zigarettenschachtel und dem angebrachten Warnhinweis finde ich sehr gut, darüber sollte in der Tat mal nachgedacht werden 😉

    Danke!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Rene Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.