Die drei Versicherungen die du unbedingt brauchst

Um Versicherungen ging es hier auf grossmutters-sparstrumpf bislang erst einmal. Damals hat eine Gastautorin auf die Vor- und Nachteile der Riesterrente hingewiesen. Diese Versicherung gehört nun wirklich nicht zu den Versicherungen, die du unbedingt brauchst, aber wenn du Kinder hast und die entsprechenden Zuschüsse zur Riesterrente bekommst, dann ist sie zumindest auch kein schwerer Fehler.

Die drei Versicherungen um die es heute gehen soll aber sind Pflicht. Nicht in allen Lebenslagen, denn zumindest eine der drei brauchst du vor allem, wenn du Kinder hast.

 

Erstens – die Haftpflichtversicherung

 

Deutsche haben in der Regel eine Vielzahl von Versicherungen und viele davon werden von mir und auch von den Verbraucherzentralen sehr kritisch gesehen. Eine Glasbruchversicherung gehört dazu. Eine Rechtsschutzversicherung ebenfalls. Warum? Weil sie dich gegen vergleichsweise niedrige „Schäden“ absichern, mit denen du im Zweifelsfall auch ganz gut alleine fertig werden kannst. Wer von uns hat schon Glas, das zu versichern sich lohnt?

Versicherungen sollen uns in erster Linie gegen den schlimmsten Fall versichern. Es geht um die allergrößten Schäden, die zwar unwahrscheinlich sind, die im Fall der Fälle aber auch dazu führen, dass du Pleite bist – und für den Rest deines Lebens Pleite bleibst.

Deshalb gehört die Haftpflichtversicherung ganz oben auf die Liste. Selbst als Fußgänger und auch als Fahrradfahrer kannst du Schäden in Millionenhöhe verursachen. Wenn du Kinder hast, dann kann eins von denen auf die Straße laufen, ein LKW weicht ihm aus und fährt drei BMW die an der Seite parken ineinander. Schaden, alles in allem: 450.000 Euro.

Die Haftpflichtversicherung versichert dich und deine Familie gegen solche Schäden, für die du haftest, weil du (oder eines deiner Familienmitglieder) ohne jede Absicht einen Schaden verursacht hast. Sie ist absolute Pflicht. Und sie ist wichtiger als jede Altersversorge. Zudem ist sie auch noch gnadenlos billig.

Um dich für Schäden bis zu 5 Millionen Euro zu versichern, zahlst du je nach Anbieter zwischen 25 und 75 Euro im Jahr. Die solltest du dir selbst dann leisten, wenn der Gerichtsvollzieher ab und an vor deiner Tür steht oder du letzte Woche eine Privatinsolvenz angemeldet hast.

 

 

Zweitens – die Risikolebensversicherung

 

Das ganze Leben ist ein einziges Risiko und endet vollständig unvermeidbar mit dem Tod. Dein Leben lässt sich also gar nicht versichern, auch wenn diese Versicherung so heißt. Was hier versichert wird, dass ist in Wahrheit auch gar nicht dein Leben, sondern dein vorzeitiger Tod – und der Schaden, der anderen Menschen dadurch entsteht.

Wenn du Single bist oder wenn du eine Partnerschaft hast (aber keine Kinder) dann ist die Trauer bei deinem Tod möglicherweise groß. Ich wünsche dir das jedenfalls, denn wenn das nicht so ist, dann hast du schon zu Lebzeiten etwas grundlegend falsch gemacht. Ein Schaden entsteht dadurch aber nicht – und auch kein Grund, eine Risiko-Lebensversicherung abzuschließen.

Ganz anders liegt der Fall wenn du so mutig warst, dich in das Abenteuer einer Familiengründung zu stürzen. Wenn du zwei Kinder hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass deine Frau oder dein Mann nach deinem Tod in Armut leben muss – und deine Kinder auch – sehr groß. Mit einem Einkommen lassen sich zwei Kinder nicht gut großziehen.

Zudem müssen deine Kinder in diesem Fall nicht nur deinen Verlust verkraften, sondern müssen zudem auch noch ihren gewohnten Lebensstandard aufgeben. Möglicherweise müssen sie umziehen. Sie müssen auf eine andere Schule, verlieren ihre Freunde – und das alles mitten in der Trauer um deinen Tod.

Wenn du Kinder hast ist eine Lebensversicherung also sehr wichtig. Hast du aber Kinder und bist nicht verheiratet, dann ist eine Lebensversicherung in meinen Augen nahezu unverzichtbar. Wer verheiratet war, der bekommt immerhin noch die Witwenpension, wenn der Partner oder die Partnerin stirbt. Das ist nicht viel Geld – aber es ist Geld! Unverheiratete Partner aber gehen ziemlich leer aus. Selbst das Erbe, wenn es denn eines gibt, können sie nicht einfach frohgemut antreten. Sie erben nämlich nicht. Die Kinder sind die Erben und damit dein Geld denen auch zugute kommt und nicht etwa deiner trauernden Partnerin, setzt das zuständige Jugendamt einen Vormund ein. Der entscheidet jetzt. Sehr unangenehm.

Du siehst, ich halte nicht so viel davon, unverheiratet Kinder zu haben. Aber jeder darf das natürlich tun. Er sollte seinen Partner oder seine Partnerin allerdings angemessen absichern. Mit einer Risikolebensversicherung. Eine Police über 100.000 Euro für einen 35-Jährigen Mann gibt es schon ab 7 Euro im Monat. Das ist lächerlich wenig – schafft aber Sicherheit.

 

 

Drittens – die Unfallversicherung

 

Eigentlich müsste jetzt als dritte wichtige Versicherung die wirklich jeder haben sollte eine Berufsunfähigkeits-Versicherung kommen. Das ist jedenfalls die Ansicht unabhängiger Stellen wie den Verbraucherzentralen. Sie haben ja so Recht – allerdings sind diese Versicherungen so schrecklich teuer, dass sie ohnehin kaum jemand abschließen mag. Sie kosten bei einer Rente von 1.200 Euro monatlich zwischen 400-800 Euro im Jahr. Und das ist vielen Menschen einfach zu teuer.

Zudem stehen die hohen Kosten die sie hat auch in einem Widerspruch zu dem Ziel, fürs Alter vorzusorgen – mit Aktien oder ETFs. Günstiger als die Berufsunfähigkeits-Versicherung ist eine Erwerbsminderungsrente. Geht es noch billiger? Ja, wenn du noch weniger versicherst ist das möglich. Ich habe mich für eine Unfallversicherung entschieden. Die hat zwei unschlagbare Vorteile. Erstens versichert sie dich tatsächlich gegen einen sehr teuren aber gleichwohl eher unwahrscheinlichen Fall: Wenn du zu 100 Prozent schwerbeschädigt bist, zahlt sie dir nämlich das Fünffache des vereinbarten Betrages. Du kannst diese Versicherung deshalb auch gerne die Rollstuhl-Versicherung nennen. Denn das ist sie in der Tat. Wenn du einen so schweren Unfall hast, dass du im Rollstuhl sitzt, eine entsprechende Wohnung und ein entsprechendes Auto brauchst, dann zahlt dir diese Versicherung einen vorher vereinbarten Betrag.

Du kannst dir jetzt einfach überlegen, wie hoch dieser Betrag sein soll. Meinst du 100.000 Euro reichen dir? Mir persönlich reichen sie – und so eine Versicherung ist nicht einmal teuer. Das liegt daran, dass du nur einen Einmalbetrag bekommst – und keine monatliche Rente.

Eine Unfallversicherung mit einem Schutz von etwas über 100.000 Euro im Rollstuhlfall bekommst du schon für 4 bis 5 Euro im Monat. Eine Schachtel Zigaretten ist teurer.

 

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5 Kommentare

  1. Helga

    Lieber grossmutters-sparstrumpf; danke für deinen Beitrag. Unsere Gesichtspunkte fallen darin zusammen, dass die Lebensversicherung eine der Haftpflichtversicherungen ist, damit sich die nächsten Verwandten in dem Unglücksfall sicher fühlten. Den Verlust zu verkraften fällt nicht problemlos, aber
    langfristiges Ansparen mit Hilfe von geringen monatlichen Beträgen zu dem möglich fixer Auszahlungszeitpunkt helfen, meiner Meinung nach, eine kleine Hilfe den Nächsten zu hinterlassen https://www.cfi-fairpay.de/cfi-fairpay

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  2. Marc

    Rechtsschutz gehört meiner Meinung dazu. Man sollte sich nicht zu sehr auf die Haftpflicht allein verlassen. Die streiten zwar gelegentlich für dich, aber nur streng nach dem Kleingedruckten, für den Rest mußt du selber aufkommen. Jeder kann dich wegen jeder Kleinigkeit anzeigen(gerade als Blogger!) und dann brauchst du in jedem Fall einen Rechtsanwalt. Diese Kosten sollte man nicht unterschätzen. Was nützt ein gewonnener Prozess, wenn man nachher pleite ist?
    Dein Gegner wird sich überlegen, wie weit er gehen will, wenn er von deiner guten Rechtsvertretung weiß.

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  3. Florian Brandner

    Hej jo,

    ich muss dir leider widersprechen. Keine der drei Versicherungen ist Zitat „Pflicht“. Und sie werden auch nicht unbedingt gebraucht, wie du schreibst. Klar, es handelt es sich um durchaus sinnvolle Versicherungsprodukte aber verpflichtend sind sie nicht, da es sich nicht um gesetzliche verpflichtende (Zwangs)-Versicherungen handelt. Es sind freiwillige Produkte und ob sie nun sinnvoll sind oder nicht, muss jeder selbst abwägen.

    Im übrigen zahle ich für keine freiwillige Versicherung, dies hat aber andere Gründe (z.B. bekommt man eine ordentliche Haftpflicht jährlich für lau wenn man eine Shoop oder Payback-Aktion mitnimmt).

    BU sehe ich selbst auch nicht unbedingt immer als sinnvoll an, aber Du hast deinen Standpunkt ja durchaus gut und anschaulich erklärt und die meisten Leute, die diese Art von Blogs lesen, haben sich bereits eine eigene Meinung gebildet.

    VG
    Florian

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  4. Andreas

    Hi Christian,

    entschuldige bitte, wenn ich hier ganz deutlich bezüglich der Berufsunfähigkeitsversicherung widersprechen muss. Bitte nimm deine eigene Argumentation zur Risikolebensversicherung und ersetze „sterben“ durch „berufsunfähig“. Jetzt ist noch ein Maul mehr zu stopfen und das Einkommen fällt trotzdem weg, nur gibt es hier auch keine Witwen- und Waisenrente. Das monetäre Wichtigste, dass ein durchschnittlicher Mensch besitzt, ist seine Arbeitskraft. Die genau wird eben nicht durch eine Unfallversicherung abgesichert (bzw. nur 10% der BU-Fälle gehen auf einen Unfall zurück). Eine Unfallversicherung bietet aber genau nicht den zweiten Schritt – nach dem Unfallereignis – nach der Möglichkeit Einkommen zu erzielen zu fragen.
    Auch die pauschalen Angaben (1.200€ Rente für 400 – 800€ Beitrag) ist auch schlichtweg viel zu oberflächlich. Die wichtigsten preisbildenden Angaben neben der Rentenhöhe hast du komplett außen vor gelassen: Eintrittsalter, Beruf, Versicherungsendalter.
    Die BU ist ihren Preis wert, wenn man sich damit auseinandersetzt, wieviel sie absichert. Gerade die von dir präferierte Unfallversicherung ist für die Versicherer eine echte Cash-Cow, da sie im Verhältnis zu den Einnahmen sehr wenige Ausgaben hat.

    Viele Grüße
    Andreas

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  5. Ex-Studentin

    Hallo Christian, mein persönliches Ranking ist:
    1. Haftpflicht
    2. BUV
    Optional: Unfall, Rechtschutz, Lebensversicherung

    Wie du schon geschrieben hast, kommt es auf die Umstände an. Ich fahre z.B. jeden Tag Fahrrad und habe deswegen eine Unfallversicherung. Hohe 200k Grundsumme, geringe 225% Progression. Die 100% Invaliditat knackt man selten, weswegen ich die Grundsumme so hoch gewählt habe.

    Gegen eine BUV habe ich mich wegen der Kosten lange gewehrt, aber jetzt bin ich froh, dass ich das abgeschlossen habe. Ich fühl mich sicherer, auch wenn die Grundangst bleibt, dass die Versicherung sich vor einer Zahlung drückt.

    Lebensversicherung mit Kindern oder verschuldeter Immobilie sehe ich auch als wichtig an. Wie du sagst, die Trauer ist schlimm genug.

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