Sind die fallenden Kurse eine Kaufgelegenheit – oder ein Grund zu verkaufen?

Ich habe da mal eine Frage: Das sind ja gerade turbulente Zeiten. Momentan habe ich rund 12 Prozent vom Depot eingebüßt. Sicherlich stehen dem auch gute Dividenden-Einnahmen gegenüber. Gib mir doch bitte mal einen Tipp: Sollte ich nicht die Werte, die noch 20, 30, 50 oder 200% im Plus stehen so langsam absichern, um wenigstens diese Gewinne noch zu erhalten? Warum nicht mal Gewinne bei den Einzelwerten mitnehmen, und die ETFs per Sparplan durch die Krise laufen lassen. Ich frage mich, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre einen Stopp Loss zu setzen. Kannst du mir einen Rat geben?

Guido Meinhardt, Bottrop

 

Ich kann die Verunsicherung die aus deinen Zeilen spricht gut verstehen. Ich bin, wenn ich in mein Depot  schaue, auch nicht begeistert. Es hat jetzt von seinem Hoch im Sommer um die 15 Prozent an Wert verloren. Das muss man allerdings noch in Relation setzen: Mein Depot ist jetzt auf dem Stand von Mai 2018. Es sind also die Gewinne eines halben Jahres verschwunden. Mehr nicht.

Wir erleben eine Korrektur, eine Doppelkorrektur zudem. Das hatten wir zuletzt vor drei Jahren. In der Zwischenzeit ging der Markt – zumindest in den USA – stets nach oben. Das hat uns verwöhnt. Nun kommen auch diesmal gleich zwei solche Korrekturen hintereinander. Das ist unangenehm. Es verunsichert Anlegerinnen und Anleger bis hin zur Panik.

 

 

Der Fear & Greed Index zeigt diese Panik deutlich an. Das Problem ist nur: Immer wenn er in der Vergangenheit unter einem Wert von 18 stand, waren Aktien günstig – und Anlegerinnen und Anleger konnten billig einkaufen. Warum sollte das dieses Mal anders sein?

 

Was bringt ein Stopp Loss?

 

Das Problem bei deiner Frage ist zunächst einmal, dass ich keine Anlageberatung machen darf. Und will. Zudem ist es so, dass ich dir und deinem Geld mit jeder möglichen Antwort schaden kann. Rate ich dir zu einem Stopp Loss und die Kurse sausen morgen auch nur für eine halbe Stunde stark nach unten, dann bist du deine Aktien los. So eine Marktpanik kann im Moment jederzeit passieren. Die Nerven der Anleger liegen blank. Und die Algorithmen der Computer verstärken jede Kursbewegung auch noch.

Zum Ende einer Korrektur kommt es oft zu so einem plötzlichen Sell Off. Danach steigen die Kurse wieder – und du schaust ihnen hinterher. Wenn du dann drei Wochen wartest ehe du wieder einsteigst, dann können die Kurse schon 8 Prozent höher stehen als heute. Auf diese Weise hast du durch einen Stopp Loss 8 Prozent Verlust gemacht – also genau das Gegenteil von dem, was das Wort Stop Loss sagt. Das ist – Mist.

Hier kommt der Chart von so einem Sell-Off. Er fand im Februar 2016 statt und du siehst den Kursverlauf des S&P 500:

 

 

Wer am Boden bei rund 1.800 Punkten die Nerven verloren hat (und ich kenne viele, denen das passiert ist), der musste einem extrem steigenden Index hinterher schauen. Schon nach vier Wochen stand der Index 12 Prozent höher. Wer diese vier Wochen nicht dabei war, der hatte folglich 12 Prozent weniger Gewinn.

 

Und was, wenn du nachkaufst?

 

Eine andere Möglichkeit: Ich rate dir zu, gerade jetzt in der Korrektur zu kaufen. Du tust das. Anschließend fallen die Kurse noch einmal heftig – der Sell Off ist da. Leider verlierst du gerade in dem Augenblick die Nerven. Du wirfst deine Aktien am Tief auf den Markt. Auch in dem Fall kannst du ganz schnell mal so eben 5-10 Prozent verlieren. Es kann auch deutlich mehr werden, wie du gerade am Beispiel des Sell Off des S&P 500 im Jahr 2016 gesehen hast. Da waren ganz schnell 12-15 Prozent Verlust drin. Und das ist auch – Mist.

Manche Anleger brauchen nicht Wochen, sondern Monate bis sich ihre Nerven entspannt haben. Zwei Monate nach dem Sell Off stand der S&P 500 aber schon 16 Prozent höher.

Du siehst, die Sache mit dem ‚Rat’ ist kompliziert. Was für dich gerade richtig und was falsch ist, das kann ich nur sehr schwer einschätzen. Es hängt von deiner Reaktion auf die Ereignisse ab. Und die kenne ich nicht.

 

 

Was ich gemacht habe

 

Deshalb werde ich stattdessen jetzt lieber sagen, was ich in der Korrektur gemacht habe. Ich habe nachgekauft. Ich habe das Depot vor einer Woche um 6 Prozent aufgestockt. Aktien sind gerade günstig. Ich muss an das Geld in den nächsten fünf Jahren nicht rangehen. Auch das ist wichtig. Alles Geld was in den nächsten drei bis fünf Jahren gebraucht wird, sollte nicht im Markt liegen.

Natürlich können Aktien noch günstiger werden. Ich bin allerdings nicht im „Wann-ist-der-tiefste-Punkt-im Chart-Business“. Ich halte es auch für unmöglich, den Tiefpunkt zu kennen. Wir können ihn rückwirkend sehen. Fallen die Kurse jetzt noch bis -18 Prozent vom Hoch, ja, dann ist das so. Für mich ist das in Ordnung. Und wenn ich kann, dann kaufe ich dann noch einmal nach.

 

 

In der Korrektur nachzukaufen, dieses Vorgehen heißt „Buy the dip“. Das ist eine der wichtigsten Strategien, um den Index zu schlagen. Sie fällt Anfängerinnen und Anfängern allerdings sehr schwer. Sie haben zu viel Angst vor dem kurzfristigen Verlust.

Ein bekannter Börsenspruch sagt, dass wir es in der Regel erst bei der dritten heftigen Korrektur schaffen, Aktien nachzukaufen. Ich kann diese Einschätzung bestätigen. Ich habe im Januar 2016 das erste Mal Mitten in einer Korrektur gekauft. Seither stehe ich um genau 35 Prozent im Plus, auch jetzt noch. Du kannst das ganz einfach überprüfen, denn im Januar 2016 habe ich mein wiki „Global Champions“ angelegt.

Nun weißt du, was ich getan habe – und kannst dir überlegen, was du tust. Dazu habe ich allerdings noch einen wichtigen Hinweis für dich: Mach bitte mal eine finanzielle Bilanz, aus der du ersehen kannst, wie viel deines Vermögens im Markt liegt – und wie viel nicht.

Die meisten Anlegerinnen und Anleger haben ohnehin nur minimale Anteil ihres Gesamtkapitals (Humankapital + Finanzkapital) im Markt (10-20 Prozent) – eine Korrektur von 10 Prozent entspricht dann gerade einmal 1-2 Prozent Verlust, bezogen auf das Gesamtkapital. Das kann man aber nur derjenige sehen, der den Blick auf das Gesamtkapital richtet. Aber das ist schon wieder ein ganz eigenes Thema. Und mit dem beschäftigen wir uns am Wochenende.

Hier.

Auf grossmutters-sparstrumpf.

Stay tuned!

 

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20 Kommentare

  1. Florian

    Hallo zusammen,

    erstmal schön, dass es wieder so viele Beiträge auf deinem Blog gibt und toll, dass jetzt soviel diskutiert wird. Ich sehe das ähnlich wie Christian. Ich habe 2015 und 2016 in der Doppelkorrektur 2x mein Depot verkauft, um dann am Jahresende folgendes festzustellen:
    Hätte ich einfach mal nichts gemacht, wäre ich jetzt bei 0 und nicht bei -20%. Deswegen kann ich die These „einfach mal auf sein Bauchgefühl“ hören, nicht bestätigen, weil es doch gerade das Bauchgefühlist, was den Privaten die Verluste bereitet. In Panik verkaufen = teuer!
    Gerade in einer solchen Marktphase spielen die Instis meine Meinung nach mit den Privaten. Die Privaten werden solange verunsichert, bis sie Ihre Anteile genervt und gedemütigt und frustriert zu jedem Preis auf den Markt schmießen, damit dann „die ruhigen Hände“ alle tollen Firmen im Sonderangebot oder sogar im Supersonderangebot einsammeln können, um dann den steigenden Kursen hinterher zu weinen. Wenn sich die Kurse dann wieder stabilisiert haben, kauf der Privatinvestor seine Positionen zurück, sagt sich „diesmal wird alles besser und hat so mal schnell 10-15% in den Sand gesetzt.
    Hattest du nicht mal die Kurve mit dem typischen Verhalten des Privatinvestors auf eine Deiner Seiten gestellt? So isses halt einfach. Bei Optimismus (also teuer) einsteigen -> bei Panik (also günstig) alles abstoßen -> dann wieder bei Optimismus (teuer) einsteigen.
    Selbst wenn diese Korrektur jetzt in einen Bärenmarkt übergehen sollte, bieten sich bestimmt bessere Ausstiegszeitpunkte als in der größten Panik, z.B. in 3 Monaten, wenn der Rauch verzogen ist. Gabs bis dahin immer noch keine nennenswerte Erholung, kann man ja mal über einen Verkauf nachdenken.
    Ich lasse mich vom Markt auf jeden Fall nicht nochmal veräppeln.
    VG Florian

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke Florian für deine sehr ehrliche Zuschrift. Das Problem bei der Sache ist: Jeder der es geschafft hat unten zu kaufen und oben zu verkaufen, brüstet sich damit im Fernsehen, im Internet, auf Facebook, im Radio und in der Bildzeitung.
      Aber beinahe jeder dem das umgekehrte passiert ist, der schweigt. Deshalb habe ich mich über deine Zuschrift so sehr gefreut. Und da Ehrlichkeit belohnt werden sollte, mache ich dir folgenden Vorschlag: Du bekommst eine Grats-Eintrittskarte für das nächste Geld-Seminar von grossmutters-sparstrumpf am 30. März.
      Wenn ich deine Zuschrift dann auch noch in der Facebook-Aktiengruppe „Kleine Finanzzeitung“ verwenden dürfte, dann würde mich das sehr freuen. Oder auch als Beitrag hier auf dem Blog. Würde mich freuen.
      Eine gute Zeit wünscht
      Christian Thiel

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      1. Florian

        Hallo Christian,

        cool danke, wenn ich es einrichten kann komme ich gerne (siehe Email)! Du kannst den Beitrag gerne vewenden.

        Eins will ich noch loswerden! Bevor man sich entscheidet sein Depot leer zu räumen, sollte man sich folgende Fragen stellen:

        1. Bin ich wirklich der Meinung, dass der Markt jetzt chrasht? Und ist z.B. Apple, das vor 3 Monaten noch über den grünen Klee gelobt wurde jetzt wirklich auf einmal 30% weniger wert? Hab ich irgendein Verfahren an der Hand (Fundamentaldaten, Charttechnik, oder sonstwas), mit dem man einen Chrash mit ausreichend hoher Wahrscheilichkeit vorhersagen kann (und ich meine jetzt nicht diese sogenannten Finanzprofis, die sowieso immer einen Chrash vorhersagen), weil in keinem anderen Szenario macht ein Ausstieg Sinn. Und was mache ich, wenn doch kein Chrash kommt? Wie Du es ja auch schon oft geschrieben hast, ist ein echter Chrash nämlich ziemlich unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.

        2. Wann steige ich wieder ein? Ich muss ja, um Gewinn zu machen, tiefer einsteigen, als ich vor Wochen ausgestiegen bin. Bin ich wirklich mental dazu in der Lage, wenn alle den Weltuntergang vorhersagen, dass ich dann das Depot zu 100% wieder befülle? Und was mache ich, wenn es dann nochmal 20%+X nach unten geht?

        3. Was machen gerade die Profis? Was machen Warren und Kollegen? Hat Warren Buffet aktuell auch nur eine Aktie verkauft (Hat er?)? Haben Jeff Bezos oder Tim Cook Anteile Ihrer Unternehmen verkauft, weil der Markt gerade etwas holprig ist und sie jetzt um die Existenz Ihrer Unternehmen fürchten müssen?

        Solange der Capitän ruhig bleibt, sollte es sich doch lediglich um ein paar kleinere Turbulenzen handeln (außer er ist verrückt). Erst wenn das Bordpersonal in Panik gerät, sollte man sich doch als Fluggast Sorgen machen:).

        In diesem Sinne, keep cool und frohe Feiertage
        Florian

        Antworten
  2. Andreas Rücknagel

    In einem Punkt stimme ich voll und ganz zu, Stopp-Loss sind Gift für das Depot. Damit erreichst Du das ganze Gegenteil. Du kannst schon Stopp-Loss haben, aber dieser darf nicht im Markt liegen. Dazu gehört aber absolute Disziplin. Wenn dein gedanklicher Stopp-Loss erreicht ist, musst du verkaufen, ohne wenn und aber.
    Abraten kann ich vom Nachkaufen, oder wie man so schön sagt, verbilligen. Das geht meistens nach hinten los.
    Auf alle Fälle solltest du eine Strategie haben und dich fest an deine Regeln halten. Dann überstehst du auch solche Zyklen.

    Antworten
    1. Felix

      Die letzten zwei Sätze liest man oft; sie sind so eine Art Mandra. Ich glaube nur nicht, dass sie stimmen. Warum sollte man mit einer (falschen) Strategie, der man beinhart folgt, besonders gegen Börsenzyklen gewappnet sein? Ganz im Gegenteil: Wenn man merkt, dass die Strategie nichts taugt, sollte man sich gerade nicht daran halten.

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  3. Michael

    Ich habe im Jahr .2000 schon gelernt .
    Buy and hold .
    Und immer kaufen wenn die Stimmung schlecht ist .
    2008 und 2016 ist mir das bestens gelungen .

    Antworten
  4. Thorsten

    Ich lese Deine Artikel immer gerne und habe mir auch Dein Webinar kürzlich angeschaut. Ich finde es schön, dass Du Deine Meinung so klar begründet auf den Punkt bringen kannst. Manche Fragen beschäftigen mich aber auch in ähnlicher Weise wie der im Artikel genannte Fragesteller Guido

    Schon im Februar, bei Beginn der ersten Korrektur, hattest Du geschrieben, dass Du aus bekannten Gründen voll im Markt investiert bist und bleibst. Ebenso später. Nun hast Du einen 6% Nachkauf gemacht. Hier würde mich das „Wie?“ interessieren. Hattest Du vorher Geld für Investitionen bewusst aufgespart für einen günstigen Moment? Oder war es „frisch reingekommenes“ Geld, was Du so oder so jetzt angelegt hättest? Die Frage beschäftigt mich, da in vielen, vielen Blogs immer der Rat gegeben wird, „Buy the dip“ oder „Kräftig (nach-)kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Aber wovon, wenn man vorher bereits 100% investiert war und es geblieben ist? Und wenn man vorher nicht alles investiert, betreibt man damit ja letztendlich wieder Market-Timing.

    Die andere Frage bezieht sich auf eine mögliche Bewertungsveränderung der Märkte allgemein. Hier hattest Du gelegentlich sinngemäß geschrieben „wenn es soweit ist und die ‚Börsenampel‘ rot wird, werde ich dann auch reagieren…“. Kannst Du konkret sagen, bei welcher Veränderung der Umstände Du z.B. auf „jetzt verkaufen“ umspringen würdest?

    Diese Frage ist gewissermaßen die logische Fortsetzung des Doppelkorrektur-Themas. Denn erst hatten wir eine Einzelkorrektur mit etwas Erholung (und Hoffnung). Dann eine Doppelkorrektur (und Hoffnung). Bärenmärkte mit mehr als 20% Rückgang (in vielen Indizes) haben sich aber bereits jetzt schon aus den Korrekturen gebildet. Und erst in 1 oder 2 Jahren können wir rückwirkend über die kleine Doppelkorrektur im Aufwärtstrend lachen. Oder weinen, dass wir nicht rechtzeitig mit billigen 20% Verlust ausgestiegen sind, bevor der allgemeine Niedergang der Aktienwelt um -70% herabprasselte, wie es die Crashpropheten schreiben.

    Woran wirst Du persönlich erkennen, ob sich der Wind dauerhaft gedreht hat oder nicht?

    Antworten
    1. Felix

      Bis zum Beweis des Gegenteils gehen wir davon aus, dass Aktienmärkte dauerhaft steigen und immer neue Höchststände erklimmen, begleitet von Korrekturen und gelegentlichen Crashs (siehe etwa den Langfristchart des Dow). Aber letztlich lassen sich die mit einem einigermaßen diversifizierten Depot aussitzen. Also abwarten und Tee trinken. Ganz Abgebrühte kaufen jetzt nach und zünden damit den Renditeturbo.
      Bis jetzt war diese Strategie immer richtig. Ein Naturgesetz freilich ist es nicht. Aber ist gerade jetzt alles anders, beispielsweise weil offensichtlich ein Idiot im Weißen Haus sitzt. Ich gebe zu bedenken dass diese Methode schon Weltkriege, Despoten aller Art und Revolutionen überstanden hat.

      Marktiming betreibe ich auch: Ich kauf nie zu Höchstständen, weil eine Aktie auch immer Korrekturphasen durchläuft. Warum sollte ich blind kaufen, wenn ich diese Dellen doch nutzen kann. Wann ich verkaufen sollte ohne das Geld zu brauchen und woanders investieren zu müssen, das zu bestimmen, fällt mir ungleich schwerer.
      Oben verkaufen und unten kaufen, kriegen ich nicht hin. Aber das Umgekehrte, oben kaufen und unten verkaufen, lässt sich ohne weiteres vermeiden. Und das ist wichtig!

      Antworten
      1. Thorsten

        Hallo Felix, danke für Deine Antwort.
        Dass die Schaffenskraft der Menschen Märkte langfristig steigen lässt, sehe ich auch so, sonst würde ich nicht darin investieren.

        Meine Fragen zielten aber auf die Übergangsphase von tiefen Crashs/Bärenmärkten ab. Also der heilige Gral der Fragen: Sollte man Crashs, in denen man vorher bereits investiert war, aussitzen? Oder gibt es begründbare Kriterien (deswegen mein Hinweis auf die Erwähnung der ‚Börsenampel‘), bei denen man sagt „jetzt mit Verlust raus, es wird höchstwahrscheinlich noch viel schlimmer“.

        Antworten
  5. luttz

    Das Thema Humankapital hier ohne weitere Information oder Link anzureißen, finde ich fast etwas gemein – geht es um zukünftige Gehälter, Sparraten etc. die durch bereits erhaltene Bildung zu erwarten sind?

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Wird der nächste Text. Versprochen!

      Antworten
  6. Marc

    Anfang Oktober war die Apple-Aktie am Allzeithoch. Damals hattest du eine zusätzliche Kurssteigerung bis 328 Dollar berechnet. Inzwischen ist Apple bei 157. Was ist da schiefgelaufen?

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Da ist eine Korrektur dazwischengekommen, keine Frage. Ich habe damals selber nachgekauft. Ich empfehle nicht gerne, ohne selber auch das zu tun, was im empfehle.
      Bisher war das mein größter ‚Fehler‘ in 2018. Wenn ich jetzt in der Korrektur gekauft hätte, wäre das für mich sehr viel besser ausgegangen. Hätte, hätte.
      Das Kursziel für APPLE bleibt aber bestehen. Wenn die Korrektur des Marktes vorbei ist, wird sich APPLE (wie zuletzt auch von Anfang 2016 bis Mitte 2018) in etwa im Kurs verdoppelt.
      Das ist meine These. Ich bin der festen Überzeugung, für diese These sehr gute Argumente zu haben. Aber irren können wir selbstverständlich alle. Auch ich.

      Antworten
      1. Marc

        Korrektur? Apple ist im Bärenmarktmodus.

        Antworten
        1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

          Die Korrektur bei APPLE fällt gerade deutlich aus. Da muss ich dir recht geben. Wobei es bei Einzelaktien häufig zu Abschlägen kommt, die in der Größenordnung von 33 Prozent liegen. Du darfst das gerne auch einen Bärenmarktmodus nennen.
          APPLE hat solche Korrekturen in der Vergangenheit schon sehr oft gesehen, zuletzt 2015/16. Damals ging es um genau 33 Prozent nach unten, diesmal (bisher) um 34 Prozent.
          Meine Investmentthese zu APPLE hat sich dadurch allerdings nicht verändert. Die Aktien ist nur billiger geworden. Ich habe 2015/16 mit sehr vielen Stimmen zu tun gehabt, die meinen damaligen Kauf der Aktie eine völlige Fehlinvestition fanden. Am Ende hat sich der Kauf sehr gelohnt.

          Antworten
          1. Marc

            Verliebe dich nie in eine Aktie! (Kleiner Scherz am Abend).

            Ich wünsche ein schönes Weihnachtsfest.

  7. Felix

    Im Nachgang zu einem früheren Post muss ich nochmal eine Lanze für den Stuttgarter Aktienbrief brechen, der seinerzeit m.E. zu unrecht als Sekte bezeichnet wurde. Er wird dieses Jahe wohl ähnlich abschließen wie das Wikifoli des Autors.
    Das nur als Anmerkung. Sie fahren einfach eine andere Strategie, konservativer als das Wikifolio. Damit haben sie nicht viele gehypte Aktien (z.B. FAANG – hier nur Amazon) und steigen weniger im Hype, fallen auch weniger in Zeiten wie jetzt (Coke steht nahe bei alltime high). Sie fahren keine Dividendenstrategie.
    Das als Anmerkung von mir. Ich habe keine persönlichen Vorteile, wenn ich das schreibe. Ich habe aber von und mit den Stuttgartern das Investieren in Aktien gelernt und bin auf Sicht von über 20 Jahren nicht schlecht damit gefahren.
    Soviel zu Ehrenrettung. Der Markt lehrt einen ohnehin Demut, 2018 war nichts zu verdienen, wenn’s auch zwischendurch so aussah.

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      ERSTENS sind die Stuttgarter in diesem Jahr ungefähr so gut wie der MSCI World. Das sind sie so gut wie nie.
      https://www.finanzen.net/fonds/stuttgarter-aktien

      ZWEITENS liege ich derzeit vollen 9 Prozentpunkte über dem MSCI World.

      DRITTENS schaffen es die Stuttgarter auf Sicht von fünf Jahren, etwas halb so viel Gewinn zu haben wie der MSCI World. Was bitte hast du dann bei den Stuttgartern gelernt? Halb so viel Gewinn zu machen wie der Index? Für meinen Ohren klingt das absurd – aber jeder darf natürlich so anlegen. Ich werde aber auch weiterhin schreiben, wie wenig sinnvoll es ist, den halben Gewinn des Index einzufahren.

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  8. Peter

    Mann, verkauf einfach jetzt Guido… Dank Stopp Loss bin ich den Grossteil meiner Aktien mit Gewinn los und das schon vor Wochen. Überleg mal, wie wahrscheinlich ist es, dass wir HEUTE den Boden gesehen haben. Und wie wahrscheinlich ist es, dass es noch weiter runtergehen wird, so in den nächsten zwei, drei Wochen? Na, einfach dem Bauchgefühl folgen…
    Ich versteh von Aktien viel weniger als die ganzen FIRE-Typen, genauso wie die Affen im Experiment, die irgendwelche Börsenheinis geschlagen haben. Aber die ganzen ruhe-bewahren und still-halten-Empfehlungen gehen mir sowas auf die Nerven. Einfach mal anders machen…

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Die Mehrheit der Privatanleger verkauft tief und steigt später hoch wieder ein. Weil sie auf ihr Bauchgefühl hört. Ob es dir anders gehen wird, das steht derzeit noch in den Sternen.

      Antworten

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