Warum ich so gerne arbeite – und du darüber nachdenken solltest, ob du das auch machen willst

 

Die Hälfte aller Rentner zwischen 65 und 70 Jahren arbeitet – wusstest du das? Warum ist das so? Warum legen die nicht alle einfach die Hände in den Schoß? Warum suchen sie sich eine Arbeit, dazu noch eine, für die sie in der Regel nicht einmal bezahlt werden – nur um wieder arbeiten zu dürfen?

Die Antwort lautet wohl ganz einfach: Weil Arbeit mehr Spaß macht, als nicht zu arbeiten. Das liegt am langen Ende an unserem Gehirn. Es liebt Serotonin. Wenn wir bei einer Arbeit merken, wie gut wir sie können, wenn wir sie erfolgreich abschließen oder wenn uns jemand Anerkennung gibt für das, was wir geleistet haben – immer dann setzt unser Gehirn Serotonin frei.

 

Der Körper und die Psyche lieben Serotonin

Serotonin ist ein Glückshormon. Mit Serotonin im Blut lebt es sich deshalb viel besser als ohne. Serotonin sorgt dafür, dass wir uns rundum wohl fühlen. Wenn du dich schon mal gefragt hast, warum viele Männer am Ende einer langen Arbeitswoche nichts lieber tun, als im Garten oder am Haus herumzuwerkeln, dann weißt du jetzt warum das so ist – sie alle lieben Serotonin.

Ich als Paarberater bin damit nicht immer glücklich. Sie könnten ja auch ganz versessen sein auf das berühmte Hormon Oxytocin, das gerne auch Kuschelhormon genannt wird und das uns Menschen ja auch in Hochstimmung versetzen kann.

Kuschelhormon ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort für Oxytocin, denn es wird nicht nur beim Kuscheln, sondern auch bei der Sexualität  ausgeschüttet. Die höchsten Mengen fließen nach dem Orgasmus durch unser Blut.

Trotz der ganz offensichtlichen Liebe des Menschen zum Arbeiten hat es das offene Bekenntnis zur Arbeit in unserer Kultur aber sehr schwer. Die Freizeit ist angeblich schöner und ein Ort echter Erfüllung. So schreiben es viele Medien und selbst Umfragen ergeben dieses Bild.

 

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Ein Ausflug in die Glücksforschung

 

Viele Menschen sagen zwar, dass sie sich in der Freizeit glücklicher fühlen, als bei der Arbeit. Wenn sie ihre Stimmung aber Stunde um Stunde notieren müssen, dann ergibt sich das genaue Gegenteil – sie sind bei ihrer Arbeit glücklicher. Das war zumindest das klare Ergebnis, als der berühmte Chicagoer Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi (Flow) die Sache mit der Arbeit und der Freizeit in den 70er und 80 Jahren einmal genau und gründlich untersucht hat. Erstaunlich.

Und deshalb sind nicht etwa Menschen besonders unglücklich (und haben einen Burnout), die viel arbeiten, sondern in weit höherem Maße Menschen, die keine Arbeit haben. Amerikanische Studien haben zudem ergeben, dass Menschen, die länger arbeiten, auch noch länger leben.

 

Ehekrise nach der Rente

Ich als Berater sehe immer wieder Rentner-Ehepaare, die nach der Verrentung des Mannes eine schwere Ehekrise haben. Auch das gibt mir zu denken. Als beide noch arbeiten gingen, da lief es besser. Also rate ich dem Mann, sich wieder eine Arbeit zu suchen. Natürlich ist das selten der einzige Grund, der ein Paar in die Beratung führt. Ein Auslöser ist es allerdings schon.

In der Regel sind aber beide Partner ziemlich erstaunt, wie gefährlich so viel Freizeit für das Wohlbefinden eines Menschen und auch für eine Partnerschaft sein kann. Oft leidet der Mann sehr unter dem Verlust der Anerkennung, die eine Arbeit bietet und unter dem Verlust der sozialen Kontakte, die er dort hatte.

Für den Lebensweg von Menschen gilt die Verrentung heute nicht etwa als großer Glücksmoment, sondern wird von der Forschung zu dem gezählt, was ganz ungalant als kritisches Lebensereignis bezeichnet wird. In diese Kategorie gehören auch lebensbedrohliche Erkrankungen (Krebs, Herzinfakt) oder der Tod naher Angehöriger.

 

Und nun zu mir

Vor einigen Jahren war ich zu einem Konzert in der Berliner Philharmonie. Der Dirigent war in gesetztem Alter. Er war 83 Jahre und galt zu der Zeit als einer der wichtigsten und größten Dirigenten der Welt. Als er sich mit 62 hatte verrenten lassen, da kannte ihn außerhalb seiner Kölner Heimat kaum jemand. Nun aber war er ein internationaler Star.

Nach einer unendlich langen Symphonie genoss der Dirigent den Applaus. Er war erschöpft. Wieder und wieder musste er aber für den nicht endenden Applaus auf die Bühne kommen – auch als das Orchester sich schon entschieden hatte zu gehen. Ganz alleine stand er da und genoss den Zuspruch und die Anerkennung seines Publikums.

Langsam und mühevoll musste er die vier Stufen hoch aufs Podium gehen. Mit dem rechten Bein schaffte er das aber schließlich nicht mehr, also ging er – wie ein Kind – mit dem linken Bein auf die nächste Stufe und zog dann das rechte hinterher. Am Ende stand er oben. Eindrucksvoll.

 

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Verrentung – ohne mich

Für mich steht fest: Ich werde erst aufhören zu arbeiten, wenn es nicht mehr anders geht. Als Freiberufler ist das natürlich viel einfacher zu machen, als für all die Festangestellten. Ich kann meine Arbeitszeit ganz einfach reduzieren, wenn das aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nötig ist. Ich kann Pausen machen, wenn ich sie brauche. Ich kann kürzer treten, wenn es gerade nötig ist.

Zudem macht mir meine Arbeit ja auch sehr viel Spaß – du erinnerst dich, wegen des Serotonins, das sie in meinem Gehirn ausschüttet. Und weil es sich mit Serotonin im Blut viel besser lebt, als ohne.

Wenn ich ein Buch schreibe, wie zuletzt mein Finanzbuch „Schatz ich habe den Index geschlagen“, dann sitze ich oft im Park in einem schönen Café, trinke Cappuccino – und möchte mit niemandem tauschen. Schon gar nicht mit einem Festangestellten, der jetzt gerade nicht in der Sonne sitzen darf und der sich möglicherweise auch nicht auf seine Arbeit freut.

Aufhören mit der Arbeit – das möchte ich in solchen Augenblicken unter keinen Umständen.

Wenn ich Singles berate, wie sie den Partner oder die Partnerin fürs Leben finden – auch dann möchte ich mit niemandem tauschen. Auch wenn ich hier meine Texte schreibe, auf meinem Blog grossmutters-sparstrumpf, dann macht mir das sehr viel Spaß.

 

Bildunterschrift: Finanziell frei war Steve Jobs schon lange, als er 2011 starb – gearbeitet hat er, so lange es nur ging

Bildunterschrift: Finanziell frei war Steve Jobs schon lange, als er 2011 starb – gearbeitet hat er, so lange es nur ging

 

Finanziell frei sein

Da ich immer das tue, was ich gerade will, bin ich im Grunde finanziell frei. Ich gehe nicht zur Arbeit, nur um Geld zu verdienen. Sondern wegen der Glückshormone.

Immer mehr Blogger schreiben in den letzten Jahren davon, dass sie unbedingt „finanziell frei“ sein wollen. Manchmal setzen sich schon 20-jährige das Ziel, mit 30 nicht mehr arbeiten zu müssen. Oder spätestens mit 40. Aber warum denn nun das? Was ist an Arbeit nur so schrecklich? Haben die vielleicht alle Jobs, mit denen sie sehr unzufrieden sind? Schleppen sie sich erschöpft, frustriert oder gar widerwillig an ihren Arbeitsplatz?

Gut möglich.

Menschen die wirklich finanziell frei sind, arbeiten oft sehr viel und sehr gerne. Steve Jobs war so ein Mensch. Schon in jungen Jahren gab es keinen finanziellen Grund mehr für ihn, arbeiten zu gehen. Er hat es trotzdem bis kurz vor seinen Tod getan. Weil er so gerne arbeitete.

Ich gehe davon aus, dass viele die gerne finanziell frei sein wollen, viel besser fahren würden, wenn sie beizeiten dafür sorgen würden, dass sie selbstbestimmter arbeiten können. Und wenn sie einer Arbeit nachgehen würden, die ihnen unglaublich viel Spaß macht.

Du weißt warum? Ja, richtig. Wegen des Serotonins, das ihr Gehirn dann ausschüttet. Und weil es sich mit Serotonin im Blut viel besser lebt, als ohne.

 

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16 Kommentare

  1. Stefan Stulle

    Komisch, ich hab noch nie Spaß und Freude an der Arbeit gehabt. Arbeiten ist das Mittel, um Miete, Nahrung, Kleidung und Urlaub zu bezahlen und nicht das Depot angreifen zu müssen.
    Diese Welt, dass man Befriedigung aus der Arbeit schöpft, ist für mich nun eine völlig fremde.

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Oh, das ist aber schade. Aus der Erfahrung der Beratung wissen wir, dass Menschen in der Regel sogar erfolgreicher sind, wenn sie eine Arbeit finden, die ihnen richtig Freude macht. Wer allerdings bis 65 einer Arbeit nachgeht, die er nur als Lohnerwerb ansieht, der wählt dann oft eine ehrenamtliche Tätigkeit.
      Ich glaube, ich würde mir in deiner Lage die folgende Frage stellen: Du bekommst von einem Onkel eine Million Euro vererbt. Du kannst jetzt tun was du willst – was machst du?
      Neulich hat mir einer zu der Frage gesagt, er würde sich dann sicher gerne bei Amnesty International engagieren. Das ist eine Antwort. Wie lautet deine?
      Aus der Forschung wissen wir, dass es zur Verhinderung von Burnout hilft, wenn die Menschen MEHR arbeiten. Klingt auf den ersten Blick absurd. Die Logik ist aber folgende: Sie suchen sich neben der Arbeit die ihnen weniger Spaß macht eine, die sie zu 100 Prozent ausfüllt. Und dadurch werden sie zufriedener und ausgeglichener. Die Arbeit die sie ausfüllt verschafft ihnen so viel Freude und Anerkennung, dass sie mit der Arbeit die sie nicht ausfüllt besser zurecht kommen.
      Sind alles nur Gedanken. Jeder von uns muss eigenen Lösungen finden.
      Wünsche dir richtig gute Ideen!
      Christian Thiel

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      1. Stefan Stulle

        Eine Million? ETFs kaufen. Und weiter wie bisher.
        Ideen hab ich keine, da es immer eine Frage der Qualifikation ist, ob man andere Jobs machen kann. Jemand hoch qualifiziertes kann sich schneller umsehen und hat mehr Chancen.
        Alles, was man tun muss, also arbeiten um Geld zu verdienen, kann mir gar keinen Spaß machen.

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  2. Chris | Der Weg meiner Freiheit

    Zu neuen Projekten gehört auch die Option damit zu Scheitern. Und das fällt deutlich leichter, wenn man finanziell unabhängig ist. Ich selbst habe genau das gerade durch, als sich der neue Job nach ein paar Monaten als wenig traumhaft herausstellte. Ich habe dies als kleine Geschichte hier verbloggt: https://derwegmeinerfreiheit.wordpress.com/2016/09/20/die-geschichte-vom-traumjob/ Und als dann Sachzwänge keine Rolle spielten, konnte ich mich frei entscheiden, ob ich weitermache oder nicht. Und das ist purer Luxus. Nämlich dass ich frei über meine Zeit verfügen kann. Flow Erlebnisse gibt es übrigens auch jenseits von bezahlten Tätigkeiten – in „Flow“ (ich hatte das Buch seit Jahren hier herumliegen und finde jetzt gerade die Zeit es zu lesen) listet Csíkszentmihályi Meditation, Motoradfahren, Basketballspielen (S.48) etc. auf – neben der Fließbandarbeit, die er nennt. 😉

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ja, erfolgreich scheitern, das ist gut. Und sollte erlaubt sein. Im Silicon Valley versteht das jeder – in Deutschland leider nicht.
      Das Konzept des Flow ist sehr spannend. Die meisten Menschen erleben Flow ohne Zweifel dann, wenn sie arbeiten, auch wenn es andere Dinge im Leben gibt, die ebenfalls zu Flow führen können. Bei im weitesten Sinne künstlerisch-kreativen Arbeiten ist das Erleben von Flow, also völligem Aufgehen in der Tätigkeit, am weitesten verbreitet.
      Csíkszentmihályi plädiert allerdings auch dafür, dass wir jede Arbeit so angehen, dass wir in ihr aufgehen – weil wir sie als Herausforderung für unsere Fähigkeiten begreifen.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

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  3. Johannes

    Danke für den Beitrag, der mich auch zum Nachdenken angeregt hat! Ich arbeite auch auf das Ziel hin, finanziell frei zu sein (siehe auch mein Blog). Dabei hinterfragt man zu selten, ob das Ziel wirklich erstrebenswert ist und einen so glücklich macht, wie man eigentlich denkt. Ich denke für mich wäre nicht das Ziel, gar nicht mehr zu arbeiten, sondern einfach freier zu entscheiden: was mache ich, wie mache ich es, wann und wo mache ich es? Viele Menschen wären aber vermutlich glücklicher, wenn sie zumindest mal die Erfahrung machen dürften, dass ein Leben komplett ohne Arbeit auch nicht erstrebenswert ist, da stimme ich dir voll zu 🙂

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ein Leben komplett ohne Arbeit, das können meist nur Menschen genießen, die sehr viele Bildungsinteressen haben. Ich habe in den letzten 20 Jahren nur einen einzigen glücklichen Arbeitslosen kennengelernt – aber was der auch immer alles vorhatte! Keine Langeweile weit und breit. Das ist sehr selten.
      Am allerschlimmsten sind diejenigen dran, die sehr viel Geld geerbt haben und deshalb überhaupt kein Motiv haben, zu arbeiten. „Geerbter Reichtum tötet jede Ambition“, sagt man. Und ich kann das für die Menschen, die ich als Berater kennenlerne bestätigen. Das ist kein leichtes Schicksal – deren Leben wirkt so leer und tod. Und dazu kommt: Wer keinem Beruf nachgeht, der findet dann oft auch keine Partnerschaft.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

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  4. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

    Wie ein Mann der hilflos im Rollstuhl sitzt und der nur den Mund und die Augen bewegen kann, eine Arbeit findet, die ihm Spaß macht – und am Ende Millionär wird. Sehr amerikanische Geschichte. Rührt ans Herz.

    https://unstoppable.me/life-lessons/?inf_contact_key=ea746d8fd2e992483ed6f67143854058a3ec946e693df517b6b8d6bfec4607a9

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  5. ArtVandelay

    Für mich bedeutet finanziell frei sein, die Möglichkeit jederzeit seinen Beruf aufgeben zu können, nicht zwangsläufig es auch zu tun. Demnach ist die finanzielle Freiheit für mich keine Art Frührente, sondern vielmehr eine mentale Sache, eine Kopfsache. Solange ich Spaß an dem habe, was ich tue, würde ich einen Teufel tun und meinen Beruf (meine Berufung) aufgeben. Es ist schön wenn einem ein dickes Depot im Nacken sitzt. Man liquidiert es nicht unbedingt, aber es ist ein befreiendes Gefühl zu wissen, dass es da ist.

    Fußnote: Von der finanziellen Freiheit bin ich ziemlich weit weg. Ich musste den Begriff für mich erst einmal definieren. Und außerdem ist es auch einfach wichtig, sich Ziele zu setzen.

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      So gesehen bin ich finanziell frei – ich kann meinen Beruf jederzeit aufgeben. Allerdings müsste ich dann etwas anderes machen, was Geld einbringt. Was ich allerdings ohnehin tun würde, da ich einfach zu gerne arbeite.
      Mir geht es vor allem darum, dass der größte Einflussfaktor auf unser Glück, den wir selber beeinflussen können, das ist, was wir tagtäglich tun.. Tun wir Dinge, die uns Freude machen, dann geht es uns gut. Nur der finanziellen Freiheit wegen eines Job zu machen, der keine Freude macht, das ist demnach ein echter Irrweg. Ich habe schon viele solche Irrenden in der Beratung gehabt – das ist ein großer Jammer.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

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  6. Erfolgsmaschine

    Finanziell frei sein bedeutet für mich nicht nur, dass ich eine Arbeit habe, die mir viel Spass macht, sondern die Arbeit auch so viel Geld abwirft, damit ich frei bin und das kaufen kann, worauf ich Lust habe. Das schönste Gefühl ist doch, wenn man nicht arbeiten MUSS, sondern DARF. Darin liegt auch das Problem meiner Meinung nach. Viele Menschen haben ständig das Gefühl sie MÜSSEN arbeiten.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich trotz vollem Konto einer Arbeit nachgehen würde.

    – Erfolgsmaschine

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Die Psychologie gibt auf deine Fragestellung („das kaufen, worauf ich Lust habe“) eine klare Antwort: Wer unglücklich werden möchte, der muss sich stets mit anderen vergleichen und nach dem streben, was sie besitzen. Der ist in meinen Augen aber nicht „finanziell frei“. Er ist vielmehr sehr unfrei.

      Zudem verpasst er dann auch noch oft die wirklich wichtigen Dinge – die Liebe. Er hat keine Zeit für sie, jedenfalls nicht genug Zeit. Seine Kinder warten auf ihn. Seine Frau wartet auf ihn. Und irgendwann hören sie auf zu warten – und wenden sich anderen Menschen zu.

      Der sicherste Weg, finanziell frei zu sein (und keinen Druck zu haben, immer mehr zu verdienen) ist, wenn man stets weniger – materielle – Wünsche hat, als es die Einnahmen hergeben. Wer 5.000 € verdient aber dringend 6.000 € ausgeben muss, der ist extrem unfrei. Wer 2.000 € verdient und mit 1.000 € auskommt, der ist deutlich freier.

      Nun habe ich ziemlich klar für die Liebe geworben. Und um sie allen noch etwas schmackhafter zu machen, kommt jetzt noch ein ganz besonders interessantes Ergebnis der Forschung: Männer die heiraten, fühlen sich danach VIEL glücklicher. Aber wieviel? Nun – sie fühlen sich in etwa so viel glücklicher, als wenn Sie eine Gehaltserhöhung bekommen hätten um sage und schreibe 100.000 €.

      Puh. Ist das viel Geld. Nur durchs Heiraten.

      Christian

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  7. Finanziell Frei mit 30 - Dominik

    „Manchmal setzen sich schon 20-jährige das Ziel, mit 30 nicht mehr arbeiten zu müssen.“

    Wenn Du mich meinst, dann muss ich Dich enttäuschen.
    Werde erst nächstes Jahr 20. 😉

    Spaß beiseite. Es ist meiner Meinung nach wichtig die hinter dem Ziel liegenden Wünsche und Bedürfnisse zu sehen.
    So ist es mir auch wichtiger in einem Job zu arbeiten, der mir Spaß macht (auch wenn er schlechter bezahlt wird), als einer Arbeit nur nachzugehen, um möglichst schnell die Finanzielle Freiheit zu erreichen.
    Ich weiß nicht mehr von wem die Beschreibung kommt, aber die trifft es meiner Meinung nach gut auf den Punkt:

    Ein schlauer Hamster sucht sich ein Hamsterrad, das er liebt.

    Der Beruf macht so einen großen Teil des eigenen Lebens aus, dass man bei der Freude und Spaß an der Arbeit nur begrenzt Einbußen hinnehmen sollte.
    Dazu muss man natürlich die nötige finanzielle Flexibilität haben, um auch eine Veränderung vornehmen zu können.

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Oh, ich meinte niemanden speziell, Dominik. Aber deine Einstellung gefällt mir. Ich wundere mich allerdings immer darüber, dass so viele Menschen so blind in die Falle Tappen, dass die Verrentung doch der allerschönste Moment im Leben sein muss. Und nach einigen Wochen und Monaten sind sie dann schrecklich unglücklich.
      Kommt in de Beratung sehr oft vor. Es ist nicht hilfreich, wenn wir immer glauben, dass es Menschen die nicht mehr arbeiten gut damit gehen muss. Und es ist auch nicht fair, dass viel aufhören müssen, obwohl sie es gar nicht wollen.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

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  8. Ex-Studentin

    Heutzutage kann sich ein Job schnell ändern. Eben noch nette Kollegen und einen tollen Chef, morgen plötzlich ein neuer Vorgesetzter und Stellenabbau. Ein spaßiger Job kann schnell zur Qual werden. Mit 50 ist es dann schwer, noch mal einen neuen Job zu finden. Deswegen ist die Finanzielle Freiheit nicht Selbstzweck, sondern das Sicherheitsnetz, falls es beruflich nicht läuft wie gewünscht.

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Du erzählte mir da von einer Welt, die ich gar nicht wirklich kenne (mehr aus Erzählungen von Ratsuchenden). Ich war immer freiberuflich tätig. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten behalten mehr Menschen einen Job, auch wenn er ihnen schon lange nicht mehr gefällt. Das ist nicht hilfreich.
      Die Angst vor Veränderungen – die kenne ich natürlich auch. es ist aber etwas völlig anderes, ob man sich neuen Projekten zuwendet (die klappen nicht immer alle!) – oder ob man sich auf eine neue Arbeitsstelle bewirbt. Das zieht natürlich viel mehr Veränderungen nach sich.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

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