Wie Jeff Bezos die Konkurrenz schlägt

Wer sich schon immer gefragt hat, wie Jeff Bezos Unternehmen AMAZON jemals profitabel werden kann, der sollte sich mit den insgesamt drei Hypothesen über die Zukunft der Einnahmen von AMAZON beschäftigen.

Heute soll es vor allem um die starke Stellung von AMAZON im Internet gehen und darum, wie das Unternehmen damit Geld verdient. Denn eine der Grundannahmen vieler Beobachter lautete über viele Jahre schon: Werbung wird bei dem Unternehmen eines Tages die Kassen klingeln lassen.

 

Amazon ist ein gefährlicher Gegner

 

AMAZON muss in seinem Kerngeschäft (Retail) gar nicht profitabel arbeiten, um trotzdem ein gutes Auskommen zu haben. Genau das macht AMAZON für seine Wettbewerber so gefährlich. Die Konkurrenz (WALMART, TARGET, MACY’S) muss mit ihrem Business Geld verdienen. Sonst meutern die Aktionäre. AMAZON aber muss das nicht. Seinen Aktionären reicht es, wenn das Unternehmen stark wächst.

Ist das rational?

Ja, das ist es. Erstens ist es für die Aktionäre schon ein gutes Geschäft, eines der am stärksten wachsenden Großunternehmen der Welt zu besitzen. Kommt sein Wachstum irgendwann einmal zum Stillstand, dann klettern die Margen unweigerlich – und AMAZON wird profitabel. Das ist die Wachstumshypothese. Sie geht davon aus, dass AMAZON eines Tages, wenn das Wachstum endet, Gewinne aus seinem Kerngeschäft generieren wird.

 

Advertising als Geschäftsmodell

 

Die Wachstumshypothese war immer schon eine der Annahmen über die Zukunft von AMAZON. Es gibt allerdings noch eine zweite. Und die hat es in sich: AMAZON muss mit seinem Kerngeschäft gar kein Geld verdienen, auch in Zukunft nicht. Sie müssen nur ihre Webseite zu einer der wichtigsten Webseiten im Netz machen – und werden dadurch eines Tages automatisch Geld verdienen.

Das ist die Internethypothese. Sie basiert auf der Annahme, dass AMAZON einmal vor allem durch Werbung Gewinn machen wird.

Wer eine der drei wichtigsten Webadressen der Welt besitzt, der muss sich schon ziemlich dumm anstellen, um damit nicht auch zu Geld zu kommen.

 

 

Jeff Bezos ist nun wirklich alles andere als dumm. Er ist ein ausgesprochen kluger Kopf. Und so hat AMAZON nun also neben AWS (Amazon Web Service) eine weitere stark wachsende Sparte – advertising.

Die hohen Einnahmen aus dem Bereich AWS zeigen, das es neben der Wachstumshypothese und der Internethypothese gleich noch eine dritte Möglichkeit für AMAZON gibt, Geld zu verdienen: Durch die von ihnen aufgebaute Infrastruktur (Logistik; Web).

 

Wie viel Geld verdient Amazon mit Werbung?

 

AMAZON legt seine Einnahmen aus dem Bereich Werbung nicht offen. Deshalb sind wir auf unabhängige Marktforschungs-Institute und ihre Ergebnisse angewiesen, wenn wir die Bedeutung von Werbung für AMAZON einschätzen wollen. Eines dieser Institute heißt eMarketer.

Nach den Untersuchungen von eMarketer, konnte AMAZON seine Einnahmen aus Anzeigen im Jahr 2017 um 47 Prozent steigern. Das ist mehr als das beeindruckende Wachstum in Bereich AWS (42 Prozent). Diese Entwicklung dürfte weiter anhalten. eMarketer geht davon aus, dass AMAZON in diesem Jahr noch einmal 42 Prozent mehr Umsatz im Bereich advertising machen wird. Und damit 2,3 Milliarden Dollar umsetzen wird – nach 1,65 Milliarden Dollar in 2017.

 

Foto: Steve Jurvetso

 

Amazon ist bei der Produktsuche die Nummer eins 

 

Bislang teilen sich ALPHABET und FACEBOOK den Markt der Online-Werbung nahezu in einem Duopol. Die starke Stellung von AMAZON bei der Produktsuche – die Mehrheit der Suchen werden hier gestartet und nicht bei Google – spricht für eine weiter stark wachsende Einnahmequelle durch Werbung für AMAZON.

Und noch ein weiterer Punkt spricht dafür, dass AMAZON gute Chancen hat, seinen Marktplatz durch Werbung zu Geld zu machen. Gefragt, welche App sie unbedingt brauchen, antwortet die Mehrheit der jungen Erwachsenen in den USA – AMAZON. AMAZON ist für sie wichtiger als YouTube. Und wichtiger auch als FACEBOOK. Und wichtiger als Google.

Das waren jetzt gleich drei Varianten, wie AMAZON nicht nur zum größten Einzelhändler des Planeten aufsteigen kann, sondern zudem auch profitabel wird. Gut möglich, dass es noch weitere gibt. So viel steht fest: Jeff Bezos wird jede Chance nutzen die er sieht.

Die Aktie von AMAZON ist schon lange im Depot von grossmutters-sparstrumpf. Und das bleibt angesichts der Wachstumsaussichten des Unternehmens auch so.

 

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1 Kommentar

  1. Adriana Ferrer Hidalgo

    Felicidades Seňor Jeff Bezos y Amazon.

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