Was macht die Korrektur?

In einem Satz: Es geht ihr gut. Sie hat rund 10 Prozent des Börsenwertes mit sich genommen und uns für nunmehr acht Wochen in Atem gehalten. Es gab – und gibt – günstige Kurse. Aktien waren also relativ preiswert zu bekommen. Das hat auch Auswirkungen auf die Börsenampel von grossmutters-sparstrumpf – sie steht derzeit nicht mehr auf Grün. Sie steht vielmehr auf drei Mal Grün. Oder fünf Mal Grün.

 

Der Verlauf der Korrektur

 

Werfen wir einen Blick auf die letzten Wochen. Leicht zu erkennen ist das Doppeltief, das der S&P 500 Anfang Februar und Ende März ausgebildet hat. Ebenfalls ganz leicht zu erkennen ist das Ausmaß der Korrektur. Wir stehen, gemessen am S&P 500, auf dem Stand von Ende November 2017. Mehr ist nicht passiert.

Von 2.872 Punkten ist der Index bis auf 2.532 Punkte am Tiefpunkt der Korrektur zurückgekommen. Das alles vollzog sich sehr schnell in rund 10 Handelstagen und machte am Tiefpunkt im Februar einen Verlust von knapp 12 Prozent aus. Alles bis 10 Prozent gilt als normale Marktbewegung, ab 10 Prozent sprechen wir überhaupt erst von einer Korrektur.

Ist das normal? Ja, das ist es. Korrekturen sind sehr häufig. Sie finden im S&P 500 im Durchschnitt rund einmal im Jahr statt. Zur Erinnerung: Was wir derzeit erleben ist die erste Korrektur seit dem Februar 2016. Volle zwei Jahre sind die Indizes der Welt mit minimaler Volatilität nach oben gezogen. Ist das normal? Nein, das ist es nicht. Es ist vielmehr sehr ungewöhnlich. An eine so geringe Volatilität konnten sich selbst altgediente Börsianer überhaupt nicht erinnern.

Derzeit steht der S&P 500 bei 2.643 Punkten (Stand: 30. März) und damit gerade einmal 8 Prozent unter dem Höchststand. Derzeit braucht der Markt also nur vier oder fünf richtig gute Tage, um dem Index zu einem neuen Höchststand zu verhelfen.

 

Wie wird das Jahr 2018 ausgehen?

 

Über den Stand am Jahresende besagt das schlicht gar nichts. Eine Korrektur kann 16 Prozent des Börsenwertes mit sich nehmen – und trotzdem stehen Anleger am Jahresende mit 13 Prozent im Plus. So geschehen zuletzt im Jahr 2010. Im Jahr 2012 erreichte die Korrektur nur die 10 Prozent – und die Anleger konnten sich am Jahresende über 13 Prozent Zuwachs freuen.

Hier kommt eine Übersicht über die Korrekturen der letzten Jahre (Market Pullback Within That Year) und die Gewinne oder Verluste der Anleger am Jahresende (Market Finish That Year).

Wie ist das alles zu bewerten?

 

Der derzeitige Bullenmarkt ist nunmehr volle neun Jahre alt. Er ist im Februar 2009 gestartet und hat seither zwar manche Korrektur gesehen, aber keinen Bärenmarkt mehr. Der Markt macht derzeit genau das, was er tun sollte. Er führt die Kurse in eine Korrektur – und dann startet er voraussichtlich erneut seinen Lauf. Wer in der Korrektur zu den „sicheren Händen“ (Kostolany) gehörte und gekauft hat, der wird belohnt werden. Die „zittrigen Hände“ aber verkaufen – und müssen nach dem Ende der Korrektur zu höheren Preisen wieder einsteigen.

 

Kann aus der Korrektur nicht auch ein Bärenmarkt werden?

 

Aus einer Korrektur kann immer auch ein Bärenmarkt werden. Die Frage ist nur, wie wahrscheinlich das ist.

Bärenmärkte beginnen da, wo Korrekturen enden. Ab 20 Prozent Kursrückgang sprechen wir in der Regel von einem Bärenmarkt. Bärenmärkte gehen beinahe immer mit Rezessionen einher. Die Gewinne fallen. Die Unternehmen entlassen. Die Verbraucher halten ihr Geld zusammen, kaufen keine neuen Autos (schlecht für TOYOTA, GENERAL MOTIRS und DAIMLER) und keinen neuen Kühlschrank (schlecht für SAMSUNG)

An diesen Kriterien gemessen ist von einem Bärenmarkt nichts zu sehen. Wir erwarten derzeit weiter steigende Gewinne in den USA, sowie ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum. Auch die Eurozone ist auf Erholungskurs. Kein Bär in Sicht.

 

 

Wie lange wird die Korrektur noch dauern?

 

Korrekturen wie die derzeitige dauern in der Regel um die 12 Wochen. Dann kehrt der Markt zur optimistischen Stimmung zurück. Ich erwarte bei der derzeitigen Korrektur in etwa diesen Verlauf. Gemessen daran liegen noch vier Wochen mit gemischten Gefühlen vor uns. Dann könnte der Markt sich wieder auf Rekordkurs begeben.

Die Berichtssaison zum ersten Quartal 2018 geht in den nächsten Wochen los und erreicht Ende des Monats mit den Zahlen von APPLE, AMAZON und FACEBOOK vermutlich ihren Höhepunkt. Schon ein paar positive Unternehmensberichte können die Korrektur beenden.

 

Warum fallen manche Aktien stärker als andere?

 

Von alledem hat mein Depot interessanterweise nicht viel mitbekommen. Zwar ist es im Februar auch heftig abgetaucht, aber schon kurz darauf gab es neue Höchstkurs. Das liegt natürlich an den Aktien, die darin liegen und den Branchen aus denen sie kommen. Das Depot entwickelt sich besser als der Markt. So soll es sein. Immerhin würde ich auch in diesem Jahr gerne den Index schlagen.

Wie du in der Korrektur auch besser als der Markt abschneiden kannst, dass erkläre ich dir morgen.

Stay tuned!

 

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4 Kommentare

  1. Alfredi

    Vor kurzem stand hier ein Artikel über Facebook,Amazon und co.Facebook kämpft inzwischen ums Überleben,Amazon hat ein KGV jenseits von gut und böse (und Trump hat Bezos auch noch auf dem Kiker).Bist du immer noch so begeistert ?

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Ja, bin ich. An den Aussichten von FACEBOOK und AMAZON hat sich ja (fast) nichts geändert. FACEBOOK kämpft auch nicht ums Überleben – wie kommst du denn auf so etwas? Wo sollen die Nutzer denn hingehen?
      Das FACEBOOK Daten von Nutzern verkauft ist jedem Nutzer klar. Dabei muss FACEBOOK allerdings klar durchschaubare Regeln einhalten, sonst wird die Politik eingreifen. Ich sehe dem Ende der Diskussion gelassen entgegen. Dann wird FACEBOOK immer noch enorme Gewinne machen – und ich werde weiterhin Aktionär sein.
      Vergleich nur mal zum Spaß den Aktienkurs von AMAZON in den letzten drei Monaten mit Unternehmen wie COCA COLA oder GENERAL ELECTRIC oder GENERAL MILLS. Ich weiß nicht, ob du dann noch glaubst, AMAZON habe ein Problem. COCA COLA, GENERAL ELECTRIC und GENERAL MILLS haben ein Problem – AMAZON dagegen steht in selbst nach der Korrektur auf drei Monate noch im Plus.

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      1. Tom

        Vollkommen richtig…
        Ich halte es genau so und habe die Aktien von Coca Cola und GE schon lange verkauft. Ich halte nur noch Aktien von Unternehmen mit Innovation.
        Die Innovation von Coca Cola liegt allenfalls noch in neuen Gläsern oder einer neuen Flaschenform.
        Amazon hingegen kann sich die klügsten Köpfe kaufen und letztlich davon profitieren.

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  2. Daniel

    Danke für die Einschätzung und Prognose.
    Dann werde ich schon mal etwas Geld ‚freischaufeln‘, wenn in 4 Wochen der nächste Zyklus zu neuen Rekordständen starten könnte. Man will ja nicht immer hinterherlaufen…

    Da Samsung Consumer Electronics Sparte wohl nur ca. 3% zum operativen Gewinn beiträgt, werden sie es auch verschmerzen, dass ich unabhängig von der Börsensituation einen neuen Kühlschrank erst kaufe, wenn bei dem alten Gerät das Licht ausgeht.

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