Vier gute Gründe, die Aktie von Novo Nordisk zu kaufen

Die Investmentlegende Warren Buffet hat einmal dazu geraten, dass wir Aktien so kaufen, als wenn wir in unserem Leben überhaupt nur 20 Aktien kaufen dürften. Ich will das heute noch ein wenig zuspitzen: Wenn ich nur drei Aktien kaufen dürfte, dann wäre das dänische Unternehmen NOVO NORDISK in der Tat eine davon.

 

Was macht Novo Nordisk so besonders?

 

NOVO NORDISK ist der Weltmarktführer für Insulinprodukte. Die Firma vertreibt außerdem auch Hormonpräparate. Die Firma arbeitet damit in einem starken Wachstumsfeld. Heute leiden weltweit bereits etwa 400 Millionen Menschen an Diabetes. Die Krankheit hat sich in den wohlhabenden Nationen schon lange etabliert und geht vor allem auf die veränderte, ungesunde Ernährung zurück. Der Schwerpunkt der Krankheit liegt bislang in Europa und in den USA.

Mit dem weltweiten Wachstum der Mittelschicht vor allem in den asiatischen Ländern verändern sich die dortigen Ernährungsgewohnheiten. Und so ist Diabetes auch dort stark auf dem Vormarsch. Deshalb hat NOVO NORDISK seine stärksten Umsatzzuwächse neben den USA vor allem in China.

Hinzu kommt noch das zunehmende Alter in vielen Gesellschaften. Diabetes tritt mit höherem Alter mit einer immer größeren Wahrscheinlichkeit auf.

 

Erster Grund – die Wachstumsaussichten

 

Weltweit wird die Zahl der an Diabetes erkrankten in den kommenden 20 Jahren stark steigen – auf dann 600 Millionen. Alle diese Menschen werden Medikamente brauchen. Und diese Medikamente werden aller Voraussicht nach auch weiterhin zu über 50 Prozent von NOVO NORDISK hergestellt. Eine Veränderung hin zu einer gesünderen Ernährungsweisen wäre sicher sinnvoller. Sie steht aber leider nicht zu erwarten.

 

Zweiter Grund – mehr Umsatz und mehr Gewinn

 

Die Gewinne von NOVO NORDISK sind enorm hoch. Bei einem Umsatz von 111,8 Mrd. Dänischen Kronen (DKK) erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 37,9 Mrd. DKK. Einen großen Teil seiner stets steigenden Gewinne schüttet NOVO NORDISK an seine Aktionäre aus. Deshalb hat sich der Aktienkurs in den vergangenen zehn Jahren deutlich mehr als verfünffacht (von 8 Euro auf 45 Euro).

 

Dritter Grund – steigende Dividenden

 

NOVO NORDISK zählt zur absoluten Spitzengruppe des elitären Kreises von europäischen Dividenden-Aristokraten. NOVO NORDISK hat seine Ausschüttung an die Aktionäre in den vergangenen 18 Jahren immer erhöht.

Das durchschnittliche Wachstum der Dividende von NOVO NORDISK lag in den vergangenen zehn Jahren bei starken 20 Prozent pro Jahr. Keine andere große Pharma-Firma kommt auf einen derart hohen Wert. Auf diese Weise wurde aus einer Dividende von gerade einmal 1,20 DKK (2008) stolze 7,60 DKK (2017).

Die Folgen dieser starken Dividendensteigerung: Wer vor 20 Jahren für 10.000 Euro Aktien von NOVO NORDISK gekauft hat, der bekommt mittlerweile schon 3.280 Euro alleine an Dividende. Jedes Jahr.

Die Dividendensteigerung bei NOVO NORDISK

 

Besser gesagt: Er bekam in 2016 schon 3.200 Euro. Denn in 2017 gab es ja die nächste Dividendenerhöhung. Diesmal um 18,75 Prozent. Seither bekommen Anleger die seit 21 Jahren dabei sind nun schon 3.896 Euro für ihre Anlage von 10.000 Euro in 1997.

 

Vierter Grund – Krisensicherheit

 

In punkto Krisensicherheit ist NOVO NORDISK kaum zu schlagen. Auch die Wirtschaftskrise von 2008/2009 konnte den Gewinnen des Unternehmens nichts anhaben. In beiden Jahren fuhr das Unternehmen deutlich höhere Gewinne ein und konnte die Dividende um 30 Prozent und um 20 Prozent steigern.

In einer Wirtschaftskrise überlegen sich sogar gut bezahlte Manager, ob sie sich gerade ein neues Auto leisten. Sie sorgen durch ihre Konsumzurückhaltung für eine Absatzkrise bei BMW, bei Daimler oder bei Porsche. So eine Krise kann ein Unternehmen an den Rand des Ruins führen. Porsche hat in der Weltwirtschaftskrise seine Unabhängigkeit verloren. Daimler hatte schwere wirtschaftliche Turbolenzen, die zu einer Kapitalerhöhung geführt haben.

So etwas wie wirtschaftliche Turbolenzen oder eine Absatzkrise kennt NOVO NORDISK nicht. Wer Diabetes hat und Insulin braucht, der verzichtet darauf nicht. Auch nicht in einer Wirtschaftskrise.

 

Bildquelle: Novo Nordisk

Novo Nordisk ist ein Kauf

 

Die Aktie ist derzeit für einen starken Wachstumswert eher billig. Das KGV liegt bei 23. NOVO NORDISK notierte in der Vergangenheit in der Regel eher zwischen 25 und 30. Im vergangenen Jahr war die Aktie aufgrund von Ängsten, dass die Gewinne sinken könnten deutlich günstiger zu haben. Diese Ängste waren allerdings deutlich übertrieben. Der Vorstand hatte seine Erwartungen für das Wachstum beim Umsatz von 5-9 Prozent auf 5-7 Prozent reduziert. Die Kurs der Aktie ging in der Folge um 40 Prozent zurück.

Von ihrem Tief bei rund 30 Euro hat sich der Kurs unterdessen schon lange wieder erholt. Die Aktie notiert derzeit bei rund 45 Euro. Neue Allzeithochs sind bei NOVO NORDISK in meinen Augen nur eine Frage der Zeit.

 

Das Fazit

 

NOVO NORDISK ist ein Kauf. Ich habe die Aktie zuletzt im April bei einem Kurs von 35,60 Euro nachgekauft.

Wer vor allem an einem hohen Dividendenwachstum interessiert ist, für den ist NOVO NORDISK besonders attraktiv. Das Unternehmen hat nach wie vor viel Spielraum für weitere Dividendensteigerungen. Derzeit schüttet es rund die Hälfte seiner Gewinne an die Aktionäre aus (Payout-Ratio: 48,9%):

Ähnlich wie die Produkte von BMW, Apple oder PROCTER & GAMBLE, die sehr stark vom weltweiten Wachstum der konsumkräftigen Mittelschicht abhängen, ist NOVO NORDISK eine Aktie, mit der Anleger darauf setzen, dass die Welt zunehmend wohlhabender wird. Aber im Punkt Ernährung leider auch unvernünftiger.

 

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13 Kommentare

  1. Christian Cookie

    Hallo zusammen, die dänische Quellensteuer gilt für alle Privatanleger in Deutschland sie gleich, unabhängig von ihrem persönlichen Steuersatz in Deutschland. Aber 15% der dänischen Quellensteuer können auf die deutsche Abgeltungssteuer angerechnet werden und sämtlichen Betrag, der darüber hinaus geht, könnt ihr vom Dänischen Staat zurückfordern. In diesem Artikel ist beschrieben, wie es geht:
    https://community.comdirect.de/t5/Wertpapiere-Anlage/so-geht-s-Quellensteuer-aus-Dänemark-zurückholen/td-p/6948
    das ist zwar aufwändig, aber bei größeren Beträgen lohnt es sich. Dann gibt es hinsichtlich der steuerlichen Belastung keinen Unterschied mehr zu deutschen Dividenden. (Außer, ihr habt den Freibetrag noch nicht ausgenutzt, denn 15% bleiben auf jeden Fall beim Dänischen Staat. Und ihr habt eine Zeitverzögerung, ist die deine Quellensteuer zurückgezahlt wird, also einen Verlust beim Zinseszinseffekt.)
    Hier geht es übrigens zur Übersicht des Bundesamtes für Steuern über alle Doppelbesteuerungsabkommen und Quellensteuern weltweit:
    http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/Auslaendische_Quellensteuer/auslaendische_quellensteuer_node.html

    Beste Grüße, Christian

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Danke Christian,
      ich gestehe, ich bin viel zu faul für so einen Papierkram. Das sollte dringend vereinfacht werden. International.
      Meine Meinung.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

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  2. valuesinourtime

    Ich bin in dem letzten Jahrzehnt gut mit FMC gefahren. Wie Fresenius verzeichnet der Titel Jahr um Jahr Dividendensteigerungen. Ich meine es sind aktuell 20 (bei Fresenius 25 an der Zahl). Auch bei FMC spielt die Musik in Amerika. Der Kurs entwickelt sich entsprechend.
    Bei Diskussionen um neue Gesundheitsreformen schwankt die Aktie stark aber das sind gute Momente um Nachzukaufen.

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  3. Keller Hans Peter

    Guten Morgen Christian,
    Bei mir wären das die folgenden: Partners Group N((Schweizerbörse), Berkshire Hathaway , und Apple.
    Das sind keine Papiere für Dividendenjäger wird (bei uns in der Schweiz) als Einkommen versteuert, hingegen top
    in der Kursentwicklung.
    Bin neugierig auf weitere Beispiele von Euch Lesenden.
    Mit Gruss aus der Schweiz Hans Peter

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  4. Jürgen

    Hallo Christian,

    ich finde auch Deine Artikel immer sehr interessant, kann aber leider nicht immer allen Argumenten folgen.

    Es mag ja sein das diese Novo Nordisk Aktie sich weiter gut entwickelt, aber über eine so magere Dividende würde ich mich nicht weiter freuen, auch wenn der Zuwachs beeindruckend ist. Sie ist immer noch sehr niedrig. Ich finde im deutschen Aktienmarkt wesentlich bessere Dividenden die ohne Abzüge zu erhalten sind.

    Weiter kann ich die Begeisterung für ein MDAX ETF weniger verstehen, wo doch ein
    ETF des tecDAX schon längere Zeit ein wesentlich höheres Ergebnis bringt .

    Es wäre nett wenn Du mich bitte ein wenig aufklärst.

    Viele Grüße, Jürgen

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    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Jeder Vergleich eines „guten“ Dividenedenzahlers mit einer Aktie, die eine stark steigende Dividende hat, ging bislang krass einseitig aus – der gute Dividendenzahler liegt schon nach wenigen Jahren weit hinten. Die Aktie mit der stark steigenden Dividende liegt hingegen weit vorne. Bei NOVO ist das gut zu sehen. Die steigende Dividende treibt zudem den Kurs. Deshalb kaufen viele Anleger gezielt Aktien, die eine habe Dividendensteigerung aufweisen. Ich halte das für schlüssig – wenn du den Index schlagen willst, musst du solche Aktien nehmen.
      Ich empfehle den MDAX zum einen, weil ich die Anleger von dem blöden DAX wegbekommen möchte. Warum sollte man sich mit dem DAX rumschlagen, wenn der MDAX ohnehin besser läuft? Du hast aber recht. Der TECDAX wäre in einem ETF-Depot von mir vermutlich mit 1/6 vertreten. Die NASDAQ ebenfalls. Und den Rest (jeweils 1/3) teilen sich MDAX und S&P 500. Technologietitel sind allerdings nicht jedem so angenehm. Wir hatten auch sich krasse Abstürze tun dem Bereich.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian

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  5. Pascal

    Ein kleiner Fehler ist noch drin: der Raum für Dividenden Steigerungen ist quasi nicht vorhanden, da Novo fast 100% an die Aktionäre ausschüttet! Vielleicht die Zahlen doch mal genauer anschauen 😉
    50% gibt’s als Dividende und die andere Hälfte wird für Aktienrrückkäufe ausgegeben. Somit beträgt das Pay Out fast 100%. Zudem sinken aktuell die Marktanteile von Novo (steht sogar im Quartahls und Jahresbericht) während der Gesamtmarkt moderat wächst- wie soll Novo da schneller wachsen? Es ist schlicht so, dass Wachstumsraten von 20% nicht mehr wiederkommen, statdessen sollte langfristig 5-6% Wachstum mit dem Gesamtmarkt drin sein, die Marktanteile der Medikamente von 50% bis 30% sind extrem hoch und sinken leicht, wenn es gut läuft bleiben sie konstant. Deshalb ist ein KGV von 23 äußerst fair, eher etwas zu sportlich. Ja der Rückschlag im Frühjahr war eine Gelegenheit, ich habe auch zugegriffen. Aber nein, aktuell ist Novo nicht mehr günstig. Es gibt Unternehmen die mehr wachstumsaussichten haben und günstiger sind, zudem beim PayOur mehr Spiel haben- z.b. Fresenius um bei Pharma zu bleiben.
    Woher soll deiner Meinung nach mehr Wachstum resultieren?
    LG

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  6. Felix

    Sehe ich auch so und gut herausgearbeitet. Nordisk ist die größte Position in meinem Depot. Bleibt die Frage: Was wären denn Ihre beiden anderen Titel, wenn Sie nur 3 Aktien kaufen Könnten?

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    1. Jan W

      Hallo Felix,
      Ich möchte nicht dafür garantieren, aber eine der anderen beiden Titel ist mit Sicherheit APPLE:-)
      So wie ich Christian in seinen Artikeln kennen gelernt habe, kann es nur diese sein.

      Die dritte ist schwieriger: evtl Disney, oder Amazon oder vielleicht Nike

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    2. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      MASTECARD und APPLE. Oder MASTERCARD und FACEBOOK.

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      1. Felix

        Meine zweitbeste Aktie ist McDonalds.

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  7. Hajo Bredeck

    Hallo Christian,

    ich finde Deine Artikel sehr fundiert und inspirierend.
    Ich war selber seit 2012 in Novo Nordisk investiert, bin aber als es im letzten Jahr abwärts ging bei 38 Euro mit Gewinn ausgestiegen.
    Das Dividendenwachstum ist schon sehr beeindruckend. Allerdings hast Du die Rechnung ohne steuerlichen Hintergrund gemacht.
    Mir wurden nämlich jedes Mal ärgerliche 38% von der Bruttodividende einbehalten.
    Schließlich habe ich dann in AbbVie umgeschichtet, da bin ich dann mit den üblichen 26,xx% dabei. Die Story ist m.E. ähnlich und die Zahlen können sich zumindest in diesem Jahr wahrlich auch sehen lassen.

    Viele Grüße
    Hajo

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Stimmt. Es sind immer theoretische Zahlen (ohne Steuern). Mit Steuern kann das ganz anders aussehen. Da kommt aber dann auch immer die individuelle Steuersituation des einzelnen Anlegers dazu (die ich nicht kenne). Und gesetzliche Veränderungen in der Vergangenheit und in der Zukunft gibt es auch noch. Das macht eine Berechnung der realen Rendite noch einmal komplizierter. Änderungen in der Zukunft können wir ohnehin nicht kennen. Ich bleibe also bei theoretischen Renditen.

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