Drei Lehren aus dem Jahr 2017

Zu Beginn meines heutigen Beitrags will ich dich mit einer wichtigen Informationsquelle bekannt machen. Sie heißt Mitch’s Mailbox. Das ist ein Gratis-Newsletter, den ich zwei bis drei Mal in der Woche von Mitch Zacks von ZACKS Investment aus den USA erhalten. Ich bekenne – ich liebe Mitch’s Mailbox.

Mitch’s Mailbox ist eine Fundgrube für kluge Gedanken. So war es auch in dieser Woche. Jede Woche beantwortet Mitch Zacks in seinem Newsletter Mitch’s Mailbox Leserfragen. Natürlich macht er das, um Klientinnen und Klienten für einen der teuren Services von ZACKS zu gewinnen. Das ist in Ordnung. Es tut der Qualität seines Newsletters keinen Abbruch. Ich beziehe viele solche Newsletter gratis. Wenn ich nur einen einzigen solchen Dienst beziehen dürfte, dann wäre Mitch’s Mailbox der Newsletter meiner Wahl.

Gestern gab es wieder so eine Aussendung. Es war eine sehr einfache Frage. Sie lautete: Was sind die Lehren aus 2017? Gar nicht so einfach solche grundsätzlichen Fragen – aber hilfreich. Ich selber neige auch zu solchen Betrachtungen.

 

*Was hat das Jahr gebracht?

*Was haben wir erwartet?

*Was ist herausgekommen?

 

Meine Erwartungen an 2017

 

Bevor ich sage, was Mitch Zack erwartet hat (und was dann herausgekommen ist) will ich kurz sagen, was ich für dieses Jahr erwartet haben.

Ich habe ein sehr gutes Jahr erwartet, mit einem Anstieg der Kurse bis zu 20 Prozent. Diese Erwartung ist eingetreten. Der S&P 500 ist um rund 20 Prozent gestiegen (in Euro deutlich weniger). Der MDAX steht ebenfalls 20 Prozent im Plus. Mein Depot hat starke 24 Prozent zugelegt. Das ist angenehm – ich habe den Index geschlagen!

 

Steigender Optimismus

 

20 Prozent Zuwachs habe ich zum Jahresanfang erwartet – die Gründe für diese Annahme waren sehr einfach. Die KGVs hier in Deutschland sind nach wie vor bodenlos niedrig. Ich bin von einem zunehmenden Optimismus in der Eurozone ausgegangen – das ist eingetreten.

Die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten in Frankreich war einer der Wendepunkte des Jahres. Die Wahl hat klar gemacht – der Euro und die EU ist nicht am Ende. Vielmehr wird der weitere Weg ein Weg der zunehmenden Integration sein. Alleine der zunehmender Optimismus vermag den DAX noch bis 17.000 Punkte zu tragen. Und das auch ohne jegliche Zunahme der Gewinne.

 

Steigende Gewinne

 

Die Unternehmen in den USA sind zu einem starken Gewinnwachstum zurückgekehrt. Das war schon zum Beginn es Jahres absehbar – vielleicht nicht in dem Ausmaß. Die Kurse sind entsprechend gestiegen. Was sollten sie auch sonst tun?

Das Gewinnwachstum in den USA wurde auch davon getragen, dass sich die amerikanische Währung gegenüber den wichtigsten Währungen der Welt in 2017 nicht weiter verteuert hat. Gegenüber dem Euro ist sie sogar billiger geworden.

Der Einfluss der Wechselkurse auf die Gewinnsituation vieler Unternehmen in den USA hatte noch in 2016 zu einem deutlichen Schrumpfen der Gewinne geführt. Die Geschäfte liefen zwar gut – die Gewinne aber sanken. Deshalb haben wir in 2016 deutlich bröckelnde Kurse gesehen. Manche Experten haben diese Situation auch eine Gewinn-Rezession genannt. Denn genau das war es ja. Die Umsätze der Unternehmen waren gut. Die Gewinne hingegen gingen zurück oder stagnierten.

 

 

Wo bleibt nur die Korrektur?

 

Wann kommt die Korrektur – das war die alles überschattende Frage von Anlegern in 2017. Sie warteten auf die Korrektur. Die ersten Anleger haben Ende 2016 bereits alle Aktien verkauft. Um auf die Korrektur zu warten. Sie wussten ganz genau, dass die Korrektur kommen würde.

Sie haben lange gewartet. Ein ganzes Jahr lang. Sie haben sich geirrt. Korrekturen lassen sich nicht vorhersagen. Es ist nicht einmal sinnvoll es zu versuchen. Das ist die wichtigsten Lehre des Jahres 2017:

 

Es ist nicht möglich, Korrekturen vorherzusagen.

 

Wir sollten es gar nicht erst versuchen. Weil es unmöglich ist. Auch Mitch Zacks hat mit einer Korrektur gerechnet – aus gutem Grund. Korrekturen sind eine häufige Erscheinung am Markt. Alle 10 Monate verliert der DAX oder der S&P 500 im Durchschnitt einmal um die 10 Prozent.

Ein Verlust von 10 Prozent, das ist kein Crash. Es ist auch keine Bärenmarkt. Korrekturen gehen zumeist schnell vorbei. Es geht steil nach unten – und anschließend zumindest zügig wieder aufwärts. Am Jahresende stehen die Indizes trotzdem im Plus. Kein Grund zu Panik also.

 

Warum hat Mitch Zack in 2017 so oft über eine Korrektur geschrieben?

 

Weil er es als seine Aufgabe ansieht, seine Klientinnen und Klienten an den Gedanken zu gewöhnen, dass die Gewinne die Aktien machen nur zu haben sind, wenn wir uns darauf einstellen, dass unser Geld Korrekturen durchmachen wird. Wir dürfen dann nicht in Panik verkaufen. Das Gegenteil ist richtig: Nachkaufen. Das erfordert starke Nerven – Anfängern an der Börse gelingt es so gut wie nie. Wer hingegen die fünfte oder gar die zehnte Korrektur mitmacht, der weiß was zu tun ist. Nachkaufen – so viel die Rücklagen es zulassen.

Was hat Mitch Zack nun aus 2017 gelernt? Seine erste Schlussfolgerung ist klar:

 

Market Corrections are Very, Very Hard to Predict.

 

 

Die Korrektur kommt – nicht!

 

Market Corrections are Very, Very Hard to Predict. Trotzdem werde ich mich in meiner Voraussage für 2018 an diesem Spiel beteiligen. Ich habe in 2017 nicht mit einer Korrektur gerechnet. Warum? Weil wir in den letzten Jahren mehrfach Börsen erlebt haben, die ganz gegen die Erwartung (und gegen die Regel) im Jahresverlauf keine Korrektur hatten. Weil die Aktienmärkte nach wie vor der einzige Ort sind, an dem du und ich eine akzeptabel Rendite bekommen. There is no alternative (TINA).

Wirf mal einen Blick auf den S&P 500 in den letzten Jahren. Wenn du schon eine Weile hier auf meinem Blog liest, dann kennst du die Tabelle schon. Sie zeigt in der mittleren Spalte die Marktkorrekturen in den jeweiligen Jahren an. Und in der rechten Spalte den Stand des Indexes am Jahresende.

 

 

Sowohl in 2013 als auch in 2014 gab es keine Korrektur im S&P 500. Mein Kalkül: Warum sollte das im Jahresverlauf 2016 und im Jahr 2017 nicht auch wiederum so sein? Zudem ist das Risiko investiert zu sein derzeit sehr gering – die rechte Spalte zeigt das. Verluste? In 2015 gab es ein Mal ein Jahr das mit einem Verlust endete. Ein Prozent.

Meine zweite Lehre:

 

Der gefährlichste Ort in 2017 war der an der Seitenlinie.

 

Ich habe das seit Dezember 2016 wieder und wieder geschrieben. Wer 20 Prozent Gewinn verpasst, der hat keine Chance, das in 2018 aufzuholen – auch nicht, wenn er sein gesamtes Geld am Tief der nächsten Korrektur investiert, was ohnehin sehr unwahrscheinlich ist. Wer erwischt schon den genauen Tiefpunkt einer Korrektur. Das ist sehr schwer. Alle Anleger denen das auch nur ein einziges Mal gelungen ist, erzählen noch Jahre später voller Stolz davor – schon daran kann man sehen, wie unwahrscheinlich es ist.

 

Und nun? Nun kommt die Korrektur!

 

Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur ist in 2018 sehr hoch. Gleichwohl weiß niemand, wann genau sie eintreten wird. Ich bleibe zu 100 Prozent investiert. Allerdings werde ich zwar weiter Geld zurücklegen – aber nicht anlegen.

Die letzte Korrektur endete im Januar 2016. Im Frühjahr leben wir also schon über 24 Monate mit einem stets steigenden Markt. Es bedarf wohl keiner hellseherischen Fähigkeiten, um für 2018 davon auszugehen, dass es kein weiteres korrekturloses Jahr geben wird. Das ist zwar nicht unmöglich – aber sehr unrealistisch.

 

 

Aber was ist denn mit der Politik?

 

Nicht ist mit der Politik. Viele Anleger neigen dazu, die Politik über zu bewerten. Sie bewerten zunächst einmal über, wie gefährlich die Zeiten sind.

Meine These lautet:

 

Selten war die Welt so ruhig, wie derzeit.

 

Das klingt in den Ohren der meisten Menschen sehr ungewöhnlich. Die Welt als ein Ort der Ruhe? Auch die Forschung belegt diese Sicht. In allen Kulturen der Welt nimmt die Gewalt schon seit Jahrhunderten ab. Selbst im – blutigen – 20. Jahrhundert lässt sich diese Tendenz nachweisen. Der bekannte amerikanische Psychologieprofessor Steven Pinker hat das in seinem Buch Gewalt. Eine neue Geschichte der menschheit genial beschrieben.

Die Welt wird weder gefährlicher noch gewalttätiger. Kriege nehmen auch nicht zu – sondern ab. Doch niemand merkt das. Warum? Weil die Medien jeden noch so winzigen und unbedeutenden Konflikt Tag für Tag mit bewegten und bewegenden Bildern zu uns ins Wohnzimmer bringen. Wir haben seit dem Koreakrieg von 1950-53 eine Unmenge an Konflikten auf diesem Planeten erlebt. Sie alle waren allerdings klein, verglichen mit dem unglaublichen Desaster, das der damalige Krieg auf der koreanischen Halbinsel war. Er hat 5 Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Börsen hat das nicht sehr bewegt seinerzeit.

Vietnam (3 Millionen) war schlimm, Afghanistan war und ist schlimm, Syrien (500.000 Tote) ist eine fürchterliche humanitäre Tragödie (an der viele Beteiligte mitgestrickt haben). Aber unter dem Strich sind das alles begrenzte regionale Konflikte geblieben. Zum Glück. Und zum Glück sind die Opferzahlen unter denen des Korea-Krieges geblieben.

 

Was bewirkt Politik?

 

Die dritte Lehre des Jahres 2017:

 

Politik hat auf die Börse nur einen begrenzten Einfluss.

 

Einer der wichtigsten Einflüsse der Politik auf die Realwirtschaft läuft über den Ölpreis. Ein stark steigender Ölpreis führt mit hoher Sicherheit in eine Rezession. Das hat die Welt sowohl 1973 als auch 1980, 1991 und noch einmal durch den Irak-Krieg 2002 deutlich zu spüren bekommen. Ein hoher Ölpreis ist Gift für die Börse. Darauf werde ich auch in 2018 achten. Der schlimmste Fall für die Weltwirtschaft ist vermutlich ein Krieg zwischen dem Iran und Saudi Arabien.

So ein Krieg ist ohne Zweifel möglich. Wenn es dazu käme, hätte das weitreichende Folgen, auch für die Aktienmärkte. Aber so möglich ein Krieg im Nahen Osten auch ist, wahrscheinlich ist er nicht. Allen Beteiligten sind die Kosten für so eine Auseinandersetzung nur zu bewusst.

 

Angst ist ein schlechter Ratgeber an der Börse

 

Auch das ist eine Lehre aus 2017. Wir dürfen uns um den Zustand dieser Welt berechtigte Sorgen machen. Wir dürfen dafür sorgen, dass sich die Dinge verbessern. Diese Welt für die schlechteste aller Welten zu halten (früher war alles besser) das dürfen und sollten wir hingegen nicht. Weil es nicht stimmt.

Nie war die Welt reicher als heute. Nie war die Zahl der absolut Armen so niedrig wie heute. Aus Angst vor kommenden Konflikten unser Geld im Garten zu vergraben, das sollten wir lieber lassen. Auch in 2018 werden wir voraussichtlich wieder ordentliche Gewinne an den Börsen sehen. Ich bin und bleibe zu 100 Prozent investiert.

 

Für alle die Mitch Zack gerne im Original lesen wollen, hier kommt sein gestriger Newsletter mir der Leserfrage von Ryan. Aus Knoxville. Hier kommt Mitch’s Mailbox:

 

 

Mitch’s Mailbox

 

Ryan H. from Knoxville, TN asks: At the end of the year, I usually try to take some time to think back on what worked well for me in business (I’m a real estate agent), what didn’t work, what I may need to work on, and what lessons I gained from the year, both personally and professionally. I’m curious if you have any thoughts about what lessons you’ve learned as a money manager in 2017? Anything you know now that you didn’t before, or that you plan to do differently going forward?

Mitch’s Response: Thanks for a great question, Ryan, and I think it’s neat that you take time to reflect at the end of each year. We’re usually trying to take stock of what’s working and what’s not as we go through the year, collecting ideas and knowledge as we go. And as a firm, Zacks Investment Management (ZIM) certainly takes time at the end of the year to assess how our strategies have performed, how we’ve managed to grow the business, and how satisfied our clients are with the work we do. It’s a worthwhile exercise.

I’ll focus my response to your question on the investment lessons I’ve learned in 2017. There were many, but I’ll key-in on three main ones:

Lesson 1: Market Corrections are Very, Very Hard to Predict – there were many times over the course of 2017 where I wrote about the likelihood of a coming market correction. Volatility was bafflingly low pretty much all year, and I believed that at some point this year the market was likely to deliver a swift, sharp pullback. It didn’t.

I write about the possibility of corrections often, but mostly because I want to keep drilling it into reader’s minds that when a correction does occur (which it will), I want investors to keep a cool, calm head. As long as the fundamentals in the market remain strong, a correction is an inevitable, even welcomed facet of investing. I felt pretty strong all year that a correction would come, and was surprised as the market kept notching higher – virtually uninterrupted. The market does not follow a calendar or time table, and it’s important for investors to think that way too.

Lesson 2: Valuations are Often Restrictive to Rising Prices, but Not Always – many investors who had cash on the sidelines were reluctant to invest throughout the year, because valuations started 2017 at elevated levels relative to history and remained high all year.

Investors – and many experts – believed that high valuations meant that stocks could only have limited upside, and in my forecast at the very outset of the year that was one of the reasons I gave for thinking that stocks would be nicely up in 2017, but only by high single digits or so.

The market obviously went up (year to date) much more than my original forecast, and it reminded us that the same thing occurred in the late 1990s. Eventually those high valuations gave way to a sizable bear market, but it’s important to remember that the stock market still had a couple of solid performance years even with valuations at elevated levels.

Lesson 3: Clients Have a Tendency to Place Too Much Weight on Politics – no matter what your political orientation, 2017 was a year where politics took center spotlight and made its way into daily life for many people. And that’s not just in the United States – Europe also had a bumpy and, let’s just say, ‘eventful’ political year.

We had many clients and readers over the year ask us what the implications of certain policy decisions would be, or if we thought the economy was at risk of derailment because of action or inaction from D.C. What we try to remind clients and readers, though, is that markets and the business cycle often times evolve outside of the realm of politics, and as long as there isn’t huge, substantial legislation that changes property rights in a major way (there haven’t been so far), the economy and markets can continue to function in a perfectly normal fashion. Tax reform would qualify as a piece of legislation that could actually affect the market and business cycle, but at this point that can generally be viewed as positive.

Above all, a great lesson from 2017 is a lesson we’re reminded of just about every year – that the market is more resilient than anyone tends to give it credit for. 2018 may very well remind us of this once again.

 

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Mehr lesen

 

Stefan Pinkers wunderbares Buch „Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit“ kann ich nur jedem ans Herz legen. Auch den Pessimisten. Ein wenig Realismus schadet nie.

6 Kommentare

  1. Marc

    Wenn man den Index schlägt, hat man zu einem großen Teil einfach nur Glück gehabt. Das beweist die äußerst geringe Anzahl an Fondsmanagern, die das schaffen. Und das sind keine Dummköpfe. Warum sollte es 2018 eine Korrektur geben? Gerade jetzt, wo alles so gut geht. Weil es schon länger keine gegeben hat? Aber genau diese Einstellung verursacht doch entgangene Gewinne an der Seitenlinie. Von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen, ist an der Börse nicht ratsam, dachte ich zumindest.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Nichts ist valider als die Börsen-Vergangenheit. Ich rate allerdings in keinem Fall zur Seitenlinie. Hilfreich wäre aber, wenn wir mit einer Korrektur rechnen. Emotional.

      Antworten
      1. Marc

        „Nichts ist valider als die Börsenvergangenheit“?
        „Wenn Sie einmal Glück haben, versuchen Sie es nicht noch einmal auf dieselbe Weise“, sagt Warren Buffett.

        Antworten
  2. Michael Dierolf

    Mal wieder ein sehr guter Artikel , Danke .
    Als mittlerweile 55 jährige r kann Ich das voll und ganz unterschreiben .
    Das einzige was in meinen Augen früher besser war , das „ Dummvolk „ röhrte nicht mit Klappenauspuff durch die Städte und
    bevölkerte und vermüllte nicht die Fußgängerzonen.
    Dafür fehlte einfach das Geld.
    Und wer ein bisschen Geld hatte , der hatte vor lauter Arbeit keine Zeit dafür.

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  3. Dr.Roland Eberhart

    Die Welt wird sicherer. Das kann man zumindest für Deutschland nicht sagen. Diese Problematik wird langfristig
    auch den Dax in die Knie zwingen. Wir haben hier eine Industrie des 20. Jahrhunderts, Zukunft liegt woanders.

    Antworten
    1. Christian Thiel (Beitrags-Autor)

      Doch. Ich kann das auch für Deutschland sagen – so lange die Fakten das hergeben. Die Zahl der Morde geht ständig zurück, die der Seuxualmorde auch – nur jeder der begangen wird, der steht über Wochen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
      Als ich ein kleiner Junge war, da traf sich die (männliche) Dorfjugend von Obermarsberg noch auf freiem Felde mit der (männlichen) Dorfjugend von Giershagen – um sich zu prügeln. Einer der Obermarsberger hatte es gewagt, mit einer Giershagenerin zu flirten. Da hört sich ja alles auf!
      Ja, so war sie, die gute Alte Zeit. Gewalt war an der Tagesordnung. Vom 19. Jahrhundert jetzt mal gar nicht zu reden. Mord und Gewalt bis zum Abwinken.
      Auch wenn es schwer fällt zu glauben – besser als heute, war es noch nie.

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