Aktien sind so billig wie schon lange nicht mehr

Die Korrektur tut ihre Wirkung. Sie macht Aktien billiger. Es gibt sie derzeit im Schlussverkauf. Warum das so ist, das ist leicht zu verstehen. Steht das KGV (amerikanisch PE – price to earnings) des S&P 500 vor der Korrektur bei 20 und die Kurse sinken um 10 Prozent, dann steht das KGV nachher nur noch bei 18.

Gleichzeitig steigen derzeit aber auch die Gewinne der Firmen. Wir befinden uns noch immer mitten in der Berichtssaison der Unternehmen. Steigen die Gewinne um 10 Prozent – dann ergibt sich ein weiterer Abschlag auf das PE. Jetzt sind wir schon bei nur noch 16,2. Und das ist verglichen mit 20 ein gewaltiger Unterschied. Es ist billig. Klar.

Zugleich mit den fallenden Kursen (und den steigenden Gewinnen) muss aber auch die earnings yield, also die Gewinne der Unternehmen bezogen auf ihre Marktkapitalisierung stark steigen. Stand sie vor der Korrektur bei 5 Prozent, dann müsste sie nachher um rund 20 Prozent höher liegen – bei 6 Prozent also. Die eine Hälfte ergibt sich wieder aus dem Abschlag auf die Kurse (10 Prozent), die andere aus der Gewinnsteigerung (10 Prozent).

 

Und die realen Zahlen?

 

Das war jetzt eine vereinfachte Rechnung und das PE von 20 für den S&P 500 habe ich auch nur angenommen – weil damit leicht zu rechnen ist. Schauen wir mal, was die realen Zahlen derzeit für eine Sprache sprechen. Ich habe die aktuelle Bewertung für den S&P 500 von der Agentur Thomson Reuters genommen. Hier kommt die Übersicht (Quelle: seeking alpha).

 

 

Das PE des S&P 500 steht nach diesen Zahlen für das laufende Jahr in der Tat nur noch bei 16,4. Und die earnings yield, die Gewinne der Unternehmen bezogen auf ihre Marktkapitalisierung ist von zuvor schon starken 5,62% auf 6,1% hochgeschnellt.

Diese Zahl, die earnings yield, kann bei weiter steigenden Gewinnen noch ein ganzes Stück höher gehen. Immerhin geht Thomson Reuters von einem Gewinnwachstum von fast 20 Prozent in diesem Jahr aus. In dieser extrem hohen Zahl ist allerdings die einmalige Gewinnsteigerung durch die Steuerreform in den USA mit enthalten. Im folgenden Jahr (2019) dürften die Zuwächse also ganz anders aussehen. Deutlich niedriger.

Aktuell – bezogen auf die Gewinne der letzten 12 Monate – wird der S&P 500 derzeit nur noch mit einem PE von 19 gehandelt. Du kannst das in der folgenden Tabelle vom Wall Street Journal gut sehen. Sie ist vom vergangenen Freitag:

 

 

Noch vor einem Jahr (Year ago) stand das PE des S&P 500 bei strammen 24,48. Das Wall Street Journal geht von einem PE von 16,35 aus, bezogen auf die Gewinn der kommenden 12 Monate (Estimate). Das liegt sehr nahe an den 16,4 die Thomson Reuter ausgerechnet hat. Zwei Quellen sind in solchen Fällen immer besser als eine.

 

Werden Aktien noch günstiger?

 

Damit sind amerikanische Aktien derzeit wieder günstig. Bleibt die Frage: Können Sie nicht auch noch günstiger werden? Die Antwort lautet: Ja. So lange einige große Akteure im Markt auf weiter fallenden Kurse setzen, kann sich die Korrektur fortsetzen. Gut möglich, dass sie das noch für einige Wochen tut. Dann wird aus dem derzeitigen SALE möglicherweise sogar noch ein BIG SALE. Kann passieren – muss aber nicht.

Gut möglich ist allerdings auch, dass schon morgen eine Erholung einsetzt. Keiner weiß es genau – auch ich natürlich nicht. Ich kann dir aber sagen was ich derzeit mache: Nichts.

Ich bin voll investiert. Und damit bin ich auch nicht schlecht gefahren. Der Markt ist jetzt um über 10 Prozent nach unten gegangen. Der DAX, der DOW JONES und der S&P 500. Meine besten Aktien (wiki) haben sich sehr gut geschlagen. Sie haben nur 6,6 Prozent abgegeben. Das ist viel besser als der Markt.

Die mögliche Länge einer Korrektur und die Frage, ob sie nicht doch in einen Bärenmarkt übergehen kann, die wird uns dann am Mittwoch beschäftigen. Hier – auf grossmutters-sparstrumpf.

Stay tuned!

 

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